DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
08-11-2026 10:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 08.11.2026 um 10.30 UTC
Schlagzeile:
Zu Beginn der Mittelfrist Wellentief, damit gebietsweise Regen. Am Freitag
besonders im Süden länger anhaltende Niederschläge, in der Nacht zum Samstag im
Südosten auf ca. 800 m sinkende Schneefallgrenze. Anschließend
Hochdruckeinfluss.
Entwicklung der Großwetterlage:
SWz -> HNz -> BM
Synoptische Entwicklung und Warnkriterien bis Sonntag, den 15.11.2026
---------------------------------------------------------
3. Folgetag (Mittwoch, den 11.11.2026)
Synoptische Entwicklung:
Der bisher wetterwirksame flache Höhenrücken über Mitteleuropa gelangt von
Norden her unter Druck. Im Tagesverlauf weitet sich nämlich der skandinavische
Höhentrog langsam nach Süden aus, die höhenkälteste Luft verbleibt bis
Donnerstagfrüh aber noch über Nordeuropa. Bodennah bestimmt am Mittwoch eine
offene Welle das Wettergeschehen, wobei der Scheitelpunkt als flaches Bodentief
im Tagesverlauf langsam von Benelux nach Ostdeutschland zieht. Einhergehend
damit intensivieren sich tagsüber abseits des äußersten Nordens (nördlich der
Welle) gebietsweise die Regenfälle, wobei in den meisten Landesteilen dabei eine
milde Luftmasse vorherrschend ist (T850 hPa bis +8 Grad). In der Nacht zum
Donnerstag kommt die Kaltfront von Norden her langsam zur Mitte voran, wobei
postfrontal im äußersten Norden zunehmend leicht negative T850 vorherrschen.
Potentielle Warnelemente:
Auf den Bergen einzelne stürmische Böen aus Südwest gering wahrscheinlich.
Örtlich Starkregen um 15 l/qm in einer Stunde nicht ausgeschlossen.
Modellvergleich:
Keine großen synoptischen Unterschiede zwischen ICON, IFS und GFS. Hinsichtlich
der genauen Regenmengen bestehen aber noch Unsicherheiten.
Konsistenz:
Die Modelle sind ziemlich konsistent. Die Probabilistik liefert stellenweise
geringe Signale für mehr als 30 l/qm Regen in 24 Stunden.
Entwicklung von Donnerstag, 12.11.2026 bis Sonntag,15.11.2026
________________________________________________________
Synoptische Entwicklung:
Am Donnerstag weitet sich der thermisch sehr gut ausgeprägte Langwellentrog
weiter nach Süden aus. Im Bodenniveau erreicht die Kaltfronte etwa die mittleren
Regionen Deutschlands. Südlich davon fällt weiterer Regen, der sich in der Nacht
zum Freitag besonders im Südosten Baden-Württembergs und Süden Bayerns
intensiviert. Am Freitag hält dieser intensivere Regen südlich der Donau an,
wobei die Schneefallgrenze zum Abend im äußersten Südosten auf 800 m sinken
kann. Nördlich davon bleibt es unter zunehmendem Hochdruckeinfluss trocken. In
der Nacht zum Samstag klingt auch der Regen bzw. Schneefall an den Alpen ab.
Am Wochenende zieht der Langwellentrog nach Osten ab. Nachfolgend baut sich
besonders im Bodenniveau ein umfassendes Hochdruckgebiet auf, das den gesamten
mitteleuropäischen Raum beeinflusst. Damit bleibt es weitgehend trocken bei der
Jahreszeit entsprechenden Temperaturen.
Potentielle Warnelemente:
An den Küsten im gesamten Zeitraum zeitweise stürmische Böen. In den Nächten
gebietsweise zunehmend leichter Frost, bevorzugt im Bergland teils Glätte durch
überfrierende Nässe. Freitag und in der Nacht zum Samstag südlich der Donau und
im Bayerischen Wald auf 800 m sinkende Schneefallgrenze, darüber leichter
Schneefall mit Glätte. Änderungen bei der Schneefallgrenze und bei den Mengen
noch möglich.
Modellvergleich:
Die Modellunterschiede sind allgemein gering. Am auffallendsten sind die
Diskrepanzen bei der Intensität und dem Timing der Niederschläge am Freitag und
in der Nacht zum Samstag. GFS lässt diese rasch abziehen, ICON deutlich länger
anhalten. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die möglichen Schneemengen. IFS
nimmt eine Zwischenposition ein. Am Hochdruckeinfluss zum Wochenende ist kaum
mehr zu rütteln.
Konsistenz:
Die Modelle sind recht konsistent.
Clusteranalyse:
EPS:
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Orte stützen die deterministischen
Aussagen. Zunächst sinkt das Geopotential stetig bis Freitag, bevor sich am
Wochenende wieder höheres Potential aufbaut. Diesem Muster folgt auch die 850
hPa-Temperatur mit vergrößerter Amplitude. Im Norden beginnt der Abfall der
Temperatur bereits am Donnerstag, im Süden erfolgt dieser am Freitag (von +9 auf
-3 Grad). Damit sind auch entsprechende Niederschlagssignale verbunden, die sich
am Wochenende wieder reduzieren. Der Streubereich der Rauchfahnen ist generell
gering.
CLUSTER:
+120...168h: Es liegt nur ein Cluster vor, das zunächst "Altantischer Rücken",
am Sonntag "positive NAO" propagiert. Nach diesem Szenario zieht der
Langwellentrog nach Osten ab und es baut sich ein flacher Höhenrücken über
Mitteleuropa auf.
+192...240h: Die Clusteranzahl vergrößert sich auf drei. Es dominiert "positive
NAO". Nach C1 würde sich für Mitteleuropa eine Troglage einstellen, der bei C2
nur verzögert auf Deutschland übergreift. Bei C3 dominiert zum Ende der
erweiterten Mittelfrist Wz.
_________________________________________________________
Fazit:
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch Wellentief über dem Norden mit Regenfällen
entlang und südlich davon. Am Donnerstag langsame Verlagerung der Kaltfront zur
Mitte, in weiterer Folge am Freitag Intensivierung der Niederschläge im Süden,
dabei in der Nacht zum Samstag im Südosten auf 800 m sinkende Schneefallgrenze
möglich (Unsicherheiten hinsichtlich der Mengen noch groß). Abseits davon
zunehmend Hochdruckeinfluss, der am Wochenende das gesamte Bundegebiet mit meist
niederschlagsfreier Witterung beeinflusst. Auf den Bergen zu Beginn der
Mittelfrist, an den Küsten generell zeitweise stürmische Böen. Zunehmend
Nachtfröste.
Basis für Mittelfristvorhersage:
IFS/ICON, MOSMIX
VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri