DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
08-11-2026 08:30
SXEU31 DWAV 080810
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 08.11.2026 um 08 UTC
Schlagzeile:
Von Montag bis Dienstag im Süden teils markanter Dauerregen. Auf Alpengipfeln
zeitweise Sturmböen.
GWL und markante Wettererscheinungen:
SEa
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Sonntag, den 08.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Heute reicht ein Höhenrücken vom östlichen Mittelmeerraum über das östliche
Mitteleuropa hinweg bis nach Skandinavien. Er stützt im Bodendruckfeld eine
umfangreiche Hochdruckzone (KLAUS I bis III), dessen Schwerpunkt vom Südosten
Europas über Polen und die Osthälfte Deutschlands bis nach Südschweden und
Südnorwegen reicht. Demgegenüber steht ein flacher Höhentrog, der von
Großbritannien kommend bis in den Süden Deutschlands reicht und dessen Achse
sich im Tagesverlauf ganz allmählich nordwärts bewegt. Korrespondierend dazu
befindet sich über der Nordsee ein kleinräumiges Tief.
So wird das Wetter in Deutschland von zwei Druckgebilden bestimmt, wenngleich
der Hochdruckeinfluss in weiten Teilen des Landes dominiert. Allerdings heißt
das zu dieser Jahreszeit oft trübes, durch Nebel und Hochnebel bestimmtes
Wetter. So hält sich heute in weiten Teilen des Landes unter einer scharfen
Absinkinversion auf etwa 900 hPa überwiegend dichte tiefe Stratusbewölkung.
Lichtblicke gibt es am ehesten noch in Ostsachsen im Lee von Erz-, bzw. Zittauer
Gebirge, wobei sich das Sonnenfenster im Laufe des Tages noch etwas bis nach
Südbrandenburg ausweitet. Auch rückseitig der Trogachse und im Trogbereich, wo
die Inversion etwas angehoben wird, können sich größere Lücken auftun. Am
meisten Sonne wird es vom Südwesten bis zum Alpenrand geben. Im Trogbereich
selbst kommt es durch leichte Hebung vom Norden Bayerns über die Mitte bis in
den Nordwesten vereinzelt zu etwas Regen bzw. Nieselregen. Nennenswerte Mengen
sind dabei aber nicht zu erwarten.
Die Höchstwerte weisen heute eine Zweiteilung auf. Während in den Westen,
Südwesten und äußersten Süden recht milde Luftmassen einsickern (Maxima von 8
bis 12 Grad), bleibt es sonst bei Werten zwischen 3 und 8 Grad kälter. Der
Südostwind weht schwach.
In der Nacht zum Montag ändert sich an der großräumigen Konstellation wenig. Die
Achse des Troges verlagert sich bis Montagfrüh bis zu einer Linie
Nordsee-Südniedersachsen-Ostsachsen, sodass nördlich dieser Linie vereinzelt mit
etwas Regen zu rechnen ist. Sonst bleibt es mit Ausnahme einiger Leegebiete im
Westen und höher gelegenen Mittelgebirgslagen dicht bewölkt, bzw. bildet sich
wieder Nebel und Hochnebel. Dabei können die Sichtweiten vor allem im Südwesten
und Süden sowie im Osten unter 150 m absinken. Die Temperatur sinkt auf +4 bis
-2 Grad ab.
Potentielle Warnelemente:
Gebietsweise Nebel und Frost.
Modellvergleich:
Die Modellunterschiede sind gering.
Konsistenz:
Die Konsistenz ist gut.
Montag, den 09.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Montag verlagert sich der Höhentrog in den Norden Deutschlands und sorgt dort
gebietsweise für leichte Niederschläge. Gleichzeitig befindet sich über dem
nahen Ostatlantik eine umfangreiche und kräftige Zyklone mit dem Namen PIA (int.
Bruna), die zunehmend feuchte und milde Luftmassen in den Südwesten Deutschlands
steuert. Dabei greift im Tagesverlauf die Warmfront von PIA mit kräftiger WLA
auf den Süden über. Verbunden mit einem markanten Hebungsgebiet am Rande des
Troges setzen im Süden im Laufe des Tages, etwa vom Schwarzwald bis zu den Alpen
und ins Alpenvorland Regenfälle ein. Sie breiten sich am Abend und in der Nacht
zum Dienstag noch etwas nach Norden aus etwa bis zu einer Linie
Südpfalz-Niederbayern. Durch die Bildung einer Warmfrontwelle über dem äußersten
Süden regnet es länger anhaltend und zeitweise auch kräftiger, wobei die
Niederschläge bis Dienstagnachmittag/Abend anhalten. Bis dahin können im Süden
gebietsweise 10 bis 25 mm, insbesondere im Bereich des Südschwarzwaldes sowie
vom Bodenseeraum bis zum Allgäu auch 30 bis 40, lokal auch bis 50 mm in 24
Stunden fallen. Bezüglich der Schwerpunkte und Mengen sind sich die
deterministischen Modelle noch nicht einig. Seitens der probabilistischen
Modelle gibt es für die genannten Gebiete erhöhte Wahrscheinlichkeiten für
Mengen über 30 mm/24 Stunden, punktuell auch geringe Wahrscheinlichkeiten für
Mengen über 50 mm. IFS-EPS ist generell zurückhaltender.
In den weiteren Landesteilen verlaufen der Tag und auch die Nacht relativ ruhig,
teils mit Hochnebel, teils aber auch mit größeren Lücken und etwas Sonnenschein.
Vor allem in höheren Schichten frischt der Wind auf, sodass in den Hochlagen der
Alpen Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest aufkommen.
Die Höchstwerte liegen tagsüber im äußersten Nordosten teilweise nur um 3 Grad,
sonst zwischen 6 und 11 Grad. In der Nacht geht die Temperatur auf +6 bis -3
Grad zurück, wobei sich Frost auf die längeren klaren Gebiete im Bergland, über
der Mitte sowie im Osten beschränkt. In der Mitte und im Norden sinkt die
Sichtweite bei Nebel häufig unter 150 m.
Potentielle Warnelemente:
Vor allem im Südschwarzwald sowie vom Bodensee bis zum Allgäu ist markanter
Dauerregen von Montagnachmittag bis Dienstagnachmittag/abend wahrscheinlich.
Sonst steht weiterhin Nebel und regional leichter Frost auf der Agenda. Auf
Alpengipfeln sind Sturmböen zu erwarten.
Modellvergleich:
Bezüglich der Schwerpunkte und Regenmengen sind sich die deterministischen
Modelle noch nicht einig. Zumindest der Südschwarzwald wird von den Modellen
(Ausnahme UK10) weitgehend übereinstimmend als Schwerpunkt herausgearbeitet.
Bzgl. Allgäu sind IFS und GFS deutlich zurückhaltender als ICON. Seitens der
probabilistischen Modelle gibt es für die genannten Gebiete erhöhte
Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 30 mm/24 Stunden, punktuell auch geringe
Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 50 mm. IFS-EPS ist (noch gestriger 12 UTC
Lauf) generell zurückhaltender. Insgesamt macht es Sinn, noch weitere
Modellergebnisse abzuwarten und die Ausgabe einer Warnung auf den späteren
Nachmittag zu verschieben.
Konsistenz:
Die Modelle erweisen sich bei den Basisfeldern als relativ konsistent. Die
Niederschlagsprognosen sind eher schwankend in der Ausbreitung nach Norden und
vor allem bei den Mengen. Die neuen Läufe des IFS und ICON haben die Mengen
wieder leicht erhöht.
Dienstag, den 10.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Dienstag zieht der Höhentrog ostwärts ab und ihm folgt ein flacher
Höhenrücken. Im Bodendruckfeld beginnt der Druck über Deutschland wieder zu
steigen und es bildet sich schließlich ein kleines abgeschlossenes Hoch über
Deutschland aus. Es schlägt damit eine Brücke von einem Grönlandhoch zu einer
Hochdruckzone über Osteuropa. Mit Abzug des Troges kann es anfangs im Nordosten
noch etwas Regen oder Nieselregen geben. Ansonsten lassen die Niederschläge im
Süden durch die sich abschwächende Hebung im Laufe des Tages nach, kommen aber
entlang der Warmfront nicht gänzlich zum Erliegen.
Im Norden hält sich oft dichte hochnebelartige Bewölkung, in der Mitte können
sich hingegen Nebel- und Hochnebelfelder stärker lichten mit etwas Sonnenschein.
Die Höchstwerte liegen zwischen 5 und 11 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch wandert das kleine Hoch südostwärts ab. Die Warmfront
des nahezu stationären Tiefs PIA kommt über dem Westen weiter nordwärts voran.
Sie wird durch einen von der Nordsee hereinschwenkenden Kurzwellentrog
reaktiviert. Während dann im Süden die Niederschläge zum Erliegen kommen, zieht
im Westen, später auch wieder im Südwesten leichter Regen auf. Sonst verläuft
die Nacht ruhig und häufig mit Nebel oder Hochnebel. Die Tiefstwerte liegen
zwischen 7 Grad im äußersten Südwesten und -3 Grad im Erzgebirge.
Potentielle Warnelemente:
Nach Ende der Dauerregenlage bleiben noch Frost und Nebel als warnwürdige
Ereignisse.
Modellvergleich:
Erwartungsgemäß wird die Auflösung/Bildung von Nebel und Hochnebel
unterschiedlich vorhergesagt, sonst gibt es keine wesentlichen Unterschiede
zwischen den Modellen.
Konsistenz:
Es besteht eine gute Konsistenz zu den Vorläufen.
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Fazit:
Meist ruhiges Herbstwetter mit Nebel und Hochnebel und in den Nächten regional
leichtem Frost. Von Montag bis Dienstag ist im äußersten Süden etwa vom
Schwarzwald bis zum Bodensee und dem Allgäu markanter Dauerregen wahrscheinlich.