Thema des Tages

07-11-2026 13:20


Wetter aktuell

Ein schleichender Abschied mit Grauschleiern


Vielfach tristes Novembergrau, teils aber auch strahlender
Sonnenschein, dafür frostig kalte Nächte. Bislang "glänzt" der Monat
mit ruhigem Herbstwetter. In der neuen Woche kommt aber langsam etwas
Bewegung in die Wetterküche.


Am insgesamt ruhigen Herbstwetter ändert sich auch in den kommenden
Tagen zunächst wenig. Langsam, aber stetig verliert das
wetterbestimmende Hoch KLAUS aber allmählich die Kontrolle über das
Geschehen und zieht sich sukzessive zum Schwarzen Meer zurück.
Richtiger Tiefdruckeinfluss macht sich dadurch hierzulande aber nicht
breit. Es ist lediglich eine kleine Störung in Form eines vor allem
in höheren Luftschichten ausgeprägten Tiefs, das bis Montag vom
Ärmelkanal zur Nordsee zieht.

Dadurch ändert sich hierzulande aber kaum etwas am bis dato für den
Monat - und wenn man ehrlich ist auch für den Großteil des Herbstes -
so typischen Wettergeschehens der vergangenen Tage. Vielerorts
dominiert herbstliches Grau mit Nebel und Hochnebel. Ein finnischer
Kollege bemerkte dieser Tage scherzhaft auf einem internationalen
Kongress an, dass nun die Jahreszeit der "Fifty Shades of Grey"
beginne. Das wohlgemerkt bei einer Tageslänge von rund 8 Stunden
derzeit in Helsinki, wo uns hierzulande in Berlin immerhin etwa 1
Stunde mehr verbleibt. Bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember
sinkt diese Zahl nun rapide auf unter 6 Stunden in der finnischen
Hauptstadt, wodurch der mit rund 1,5 Millionen besiedelte Großraum
(einschließlich Umland) mehr oder weniger deutlich die Polarnacht in
Lappland umgeht. Mit der Tageslänge stetig abwärts geht es natürlich
auch bei uns, in List auf Sylt liegen zum astronomischen Winterbeginn
gerade noch 7 Stunden und 10 Minuten zwischen Sonnenauf- und
-untergang. Die subjektive Wahrnehmung ist bei trüben Verhältnissen
fraglos ungleich trister, sprich dunkler.

Doch zurück zum Hier und Jetzt: Höhere Sonnenchancen bestehen am
heutigen Samstag vor allem von Nordfriesland über Vorpommern bis zum
Erzgebirge sowie Richtung Ruhrgebiet. Am morgigen Sonntag können sich
vor allem Bewohner der Lausitz, sowie im Laufe des Nachmittags auch
die Südbadener und Oberschwaben Hoffnung auf längeren Sonnenschein
machen. Sonst braucht es eine Portion Glück, um ein paar goldene
Novemberstrahlen zu erhaschen.

Bei den Temperaturen ändert sich insgesamt auch nicht allzu viel, das
Niveau bleibt für die Jahreszeit etwas unterkühlt. Vieles steht und
fällt mit der Bewölkung. Klart es nachts auf, gibt es vielfach
leichten Frost. Kommende Nacht sind im Osten lokal gar mäßige Fröste
unter -5 Grad zu erwarten. Mit Sonne sind tagsüber bis 12 Grad drin.
Für die meisten von uns gibt es im Dauergrau etwas dazwischen um die
+5 Grad mit kaum nennenswerten Unterschieden zwischen Tag und Nacht.

Mehr Bewegung in die Wetterküche kommt zumindest im Süden und
Südwesten ab Montagnachmittag, wenn es verbreitet zu regnen beginnt.
Dies ist den Ausläufern eines kräftigen Sturmtiefs über dem Atlantik
geschuldet. Der Fakt, dass es international auf den Namen BRUNA
getauft wurde, verdeutlicht, dass es durchaus auch warntechnische
Relevanz besaß und noch immer besitzt. Von den Azoren über Madeira
bis zu den Kanaren mit La Palma und Teneriffa wird von den Kollegen
des Portugiesischen und Spanischen Wetterdienstes (IPMA/AEMET) vor
Sturmböen und Starkniederschlägen gewarnt. Allzu heftig wird das bei
uns aller Voraussicht nach nicht sein. Derzeitige Berechnungen gehen
aber immerhin von Regensummen zwischen 20 und 30 Litern auf den
Quadratmeter vom Breisgau bis zum Allgäu aus. Vor allem im
Südschwarzwald könnte es staubedingt auch etwas mehr sein. Der Wind
spielt derweil bei uns gar keine Rolle, da das Zentrum des Tiefs in
sicherer Entfernung über dem Atlantik verbleibt.

Bis zur Wochenmitte breiten sich die Regenfälle bei uns
voraussichtlich bis mindestens zur Landesmitte aus, was mit einer
spürbaren Milderung im Südwesten einhergeht. Dann sind im Breisgau
nach zuletzt Ende Oktober auch mal wieder Temperaturen über 15 Grad
drin.

(Die Bilder zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie immer im
Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)

Dipl.-Met. Robert Hausen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.11.2026

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