DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
05-11-2026 11:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 05.11.2026 um 10.30 UTC
Schlagzeile:
Kommende Woche Milderung und zunehmend regnerisch, aber noch große
Unsicherheiten.
Entwicklung der Großwetterlage:
Zunächst südliche Lagen (SW, S oder SE), in der Höhe antizyklonal. Danach sehr
unsicher, HNz ist aber dominierend.
Synoptische Entwicklung und Warnkriterien bis Donnerstag, den 12.11.2026
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3. Folgetag (Sonntag, den 08.11.2026)
Synoptische Entwicklung:
Am Sonntag soll nach IFS weiterhin eine sehr umfangreiche, aber relativ flache
Hochdruckzone wetterwirksam sein. Diese erstreckt sich (nach der 1020er Isobare)
von westlich Irlands bis zur östlichen Ukraine und von Nordafrika bis
Mittelskandinavien. Die Frontalzone liegt über Nordskandinavien, weitet sich
aber am Südrand eines Troges über Osteuropa bis zur Türkei südwärts aus. Über
Mittel- und Westeuropa liegt hohes Geopotential, hier kommt es aber auf die
kleineren Systeme an. Während ein sich abschwächender Höhenhochschwerpunkt im
Bereich Ungarns zu finden ist, liegt über der Adria ein Höhentief. Für uns vor
allem relevant ist aber ein Höhentief, dessen Kern in der Nacht zum Sonntag über
Südengland zu finden ist und welches bis zur Nacht zum Montag zur Deutschen
Bucht zieht. Bodennah ist damit auch ein flaches Tief verbunden. Eine wenig
wetteraktive Kaltfront dringt im Laufe des Tages von Westen ein. Sie ersetzt die
anfangs noch milde Luftmasse (im Osten bis 6°C in 850 hPa) durch eine etwas
kältere Meeresluft (später -2°C in 850 hPa über Norddeutschland. Im Süden
bleiben uns noch über 4°C in 850 hPa erhalten. Mit der Kaltfront kann es im
Nordwesten des Landes leicht regnen oder nieseln, mehr ist es nicht. Über der
Nordsee kann es rückseitig auch schauerartige Regenfälle geben. Der Wind weht
meist schwach aus Richtungen um Süd, nur im Nordwesten frischt er aus Südwest
etwas auf. Bei der insgesamt recht ruhigen Lage dominiert tiefe Bewölkung, im
Osten des Landes (präfrontal) kann es noch länger gering bewölkt sein, auch in
den Hochlagen Süddeutschlands scheint die Sonne.
Potentielle Warnelemente:
Sowohl am Sonntagmorgen also auch in der Nacht zum Montag kann es gebietsweise
neblig sein. Sonntagfrüh besteht in der gesamten Osthälfte Frostgefahr. In der
Nacht zum Montag deutet sich vor allem im Südöstlichen Bergland und ggf. auch
bei Aufklaren im Nordwesten leichter Frost an. Weitere Warnelemente stehen nicht
auf der Karte.
Modellvergleich:
Abgesehen von dem oben erwähnten Nebel und Frost sind keine weiteren
Warnelemente wahrscheinlich. Es gibt lediglich schwache EPS-Wahrscheinlichkeiten
(IFS und ICON) für steife Böen an der Ostsee, auf Helgoland kann auch eine
stürmische Bö nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Konsistenz:
Die Konsistenz des IFS über die letzten drei Läufe ist hoch, auch die
deterministischen Läufe von UK10 und ICON sind in guter Übereinstimmung. Leichte
Unterschiede weist GFS auf: Hier verbindet sich das Höhentief über der Nordsee
mit dem über der Adria, so dass letzteres nordwärts gesteuert wird und ein Trog
über Deutschland entsteht. Auf das Wetter in der Grenzschicht scheint das aber
keinen großen Einfluss zu haben.
Entwicklung von Montag, 09.11.2026 bis Donnerstag,12.11.2026
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Synoptische Entwicklung:
Am Montag soll nach IFS das Höhentief mit wenig Wetteraktivität langsam über
Norddeutschland hinwegziehen. Lediglich über Süddeutschland soll es etwas
stärker regnen. Nachfolgend soll sich am Dienstag noch einmal Hochdruckeinfluss
durchsetzen, bevor am Mittwoch auf der Vorderseite eines Troges von Südwesten
allmählich mildere und feuchtere Luftmassen mit Regenfällen übergreifen. Diese
setzen sich am Donnerstag in ganz Deutschland durch. Gleichzeitig kommt es dann
auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs über dem Nordmeer zu einem Vorstoß
polarer Kaltluft bis in die nördlich Nordsee, verbunden mit einem sich südwärts
ausweitenden Trog. Dieser dürfte von Norden her für zunehmende Hebung durch PVA
sorgen.
Sämtliche übrigen Modelle sind mit dem Vorstoß der milderen und feuchten Luft
(unter antizyklonalen Verhältnissen, aber trotzdem mit Regen) wesentlich
forscher und schneller als IFS. Vor allem ICON und UK10 zeigen bereits ab
Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch Regen bis in den Nordosten des Landes.
GFS hat dort noch ein Hoch, das den Regen abhält.
Der nachfolgende Vorstoß der Kaltluft von Norden her wird von ICON und GEM auch
gezeigt und von UK10 angedeutet, von GFS dagegen nicht. Das betrifft Deutschland
dann aber erst in der erweiterten Mittelfrist.
Potentielle Warnelemente:
Nach aktuellem Stand wird es nächste Woche zwar etwas windiger und regnerisch,
allerdings sieht es weder (von einzelnen exponierten Lagen abgesehen) nach einer
signifikanten Windlage noch nach Dauerregen aus. Entsprechende Hinweise aus den
EPS-Verfahren liegen durchwegs im unter-10%-Bereich.
Nebel wird im Verlauf der nächsten Woche zunehmend unwahrscheinlich, Frost ist
dann kein Thema mehr.
Modellvergleich:
Zwischen den Modellen bestehen zwar erhebliche Detailunterschiede, signifikante
Wettergefahren erscheinen aber nach allen Szenarien unwahrscheinlich. Lediglich
zu Beginn der Woche ist potentieller Dauerregen (um 40 l/qm innert 48 Stunden)
im südlichen Bergland nicht ganz ausgeschlossen, IFS-EPS zeigt die
entsprechenden Signale.
Etwas ruppiger zur Sache könnte es nächste Woche am Freitag und Samstag werden,
wenn nach IFS von Norden her ein Kaltlufteinbruch erfolgt. Dann wären im Vorfeld
regional signifikante Regenfälle möglich, vor allem erscheint aber eine
Sturmlage nicht unwahrscheinlich.
Konsistenz:
Die Konsistenz ist in der kommenden Woche über alle Modelle hinweg ziemlich
schlecht. Deswegen erscheint die Prognose auch noch sehr unsicher. Signifikante
Wettergefahren sind aber nach den verschiedenen Entwicklungen nicht
wahrscheinlich.
Clusteranalyse:
Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag auf zwei
Cluster, die zunächst stark ähnlich sind. Beiden ist eine starke positive
Geopotentialanomalie im Bereich Nordwesteuropas bis nach Grönland hin gemein.
Damit ist eine starke Westströmung über den Atlantik hinweg geblockt und die
Meeresluftmassen kommen entweder auf der Vorderseite des weit südlichen
liegenden Troges von Südwesten her (beide Cluster bis Mittwoch), oder bei C1 (27
Mitglieder incl. Kontrolllauf) dann ab Donnerstag zunehmend von Nordwesten her,
wo der Trog vorstoßen soll. Hier unterscheiden sich die Cluster, denn bei C2 (24
Mitglieder) blockiert noch ein schwacher Rücken über uns diesen Trog.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen zunächst den
Temperaturrückgang im Norden zu Beginn der Woche. Danach zeigt sich im Lauf der
Woche ein allmählicher Temperaturanstieg in allen Regionen, allerdings mit
erheblichen Unsicherheiten. Des Geopotential soll dabei nur kurz ansteigen und
in der zweiten Wochenhälfte wieder fallen. Zum Wochenende zeigt sich beim
Hauptlauf ein markanter Temperatureinbruch, das Ensemble spaltet sich dann in
einen kalten und einen weiterhin milden Ast. Hier nimmt also die Unsicherheit
weiter zu. Niederschlagssignale gibt es in der kommenden Woche reichlich, im
Süden sind sie stärker als im Norden.
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Fazit:
Kommende Woche zunehmend milder und unbeständig, wahrscheinlich kein
signifikantes Wetter. Ende nächster Woche Kaltlufteinbruch aus Norden möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage:
ICON, IFS-EPS. IFS det. (00 UTC) ist Außenseiter und nicht zu empfehlen.
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann