DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

31-10-2026 08:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 31.10.2026 um 10.30 UTC



Bis auf weiteres ruhiges Herbstwetter
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 07.11.2026


Für die Mittelfrist zeichnet sich weiterhin eine ausgeprägte und langlebige
Blockierungslage über Nordwest- und Mitteleuropa ab. Deutschland verbleibt dabei
überwiegend unter Hochdruckeinfluss, sodass sich das ruhige Herbstwetter
fortsetzt. Im Vordergrund stehen vor allem Nebel und Hochnebel, während
nennenswerte Niederschläge weitgehend ausbleiben. Die Temperaturen bewegen sich
meist im Bereich der jahreszeitlich üblichen Werte, wobei in klaren Nächten
gebietsweise leichter Frost auftreten kann.

Am Dienstag liegt Deutschland weiterhin an der Südostflanke eines umfangreichen
Hochdruckgebiets, dessen Schwerpunkt sich im Bereich der Britischen Inseln
befindet. Gestützt wird es durch einen kräftigen Höhenrücken, der sich vom nahen
Atlantik bis nach Nordwesteuropa erstreckt. Schwache Tiefausläufer, die zuvor
noch den Norden und Osten Deutschlands beeinflusst haben, lösen sich zunehmend
auf. Damit setzt sich der Hochdruckeinfluss auch in diesen Regionen durch.

Am Mittwoch und Donnerstag ändert sich an der großräumigen Wetterlage nur wenig.
Der Höhenrücken verlagert seinen Schwerpunkt allmählich ostwärts und greift
zunehmend auf Mitteleuropa über. Gleichzeitig dehnt sich das Bodenhoch in
Richtung Skandinavien und Mitteleuropa aus. Deutschland gelangt damit immer
stärker unter den direkten Einfluss des Hochs. An dessen Südflanke stellt sich
eine östliche bis südöstliche Strömung ein, die insbesondere im Süden und
Südwesten oberhalb der Grundschicht zeitweise etwas lebhafter ausfallen kann.

Am Freitag und Samstag setzt sich die langsame Verlagerung des
Hochdruckschwerpunkts in Richtung Mitteleuropa fort. Dabei gelangt Deutschland
zunehmend in den Bereich der Hochdruckachse, sodass die Druckgegensätze und
damit auch der Wind in weiten Landesteilen nachlassen. In der mittleren
Troposphäre bleibt die Strömung trotz gewisser Veränderungen der Höhenstruktur
überwiegend antizyklonal geprägt.

Insgesamt hält das ruhige und weitgehend niederschlagsfreie Herbstwetter an.
Allerdings begünstigen die schwachen Winde und die zunehmende Stabilisierung der
unteren Troposphäre die Ausbildung von Nebel und Hochnebel, die sich regional
auch tagsüber nur zögerlich auflösen. Abseits der Nebelgebiete stehen die
Chancen auf längere sonnige Abschnitte deutlich besser. Die Temperaturen ändern
sich im Verlauf der Mittelfrist nur wenig und liegen meist in der Nähe der
jahreszeitlichen Mittelwerte. In klaren Nächten ist gebietsweise leichter Frost
möglich. Im höheren Bergland Süddeutschlands können anfangs noch stärkere Böen
auftreten.
Auch zu Beginn der darauffolgenden Woche deutet sich zunächst keine grundlegende
Umstellung der Großwetterlage an. Die blockierende Hochdruckkonstellation über
Nordwest- und Mitteleuropa bleibt voraussichtlich bestehen, wobei sich der
Schwerpunkt des Höhenrückens weiter nach Mitteleuropa verlagern kann.
Deutschland dürfte somit weiterhin überwiegend unter Hochdruckeinfluss liegen.
Entsprechend bleibt es meist trocken, wobei Nebel und Hochnebel zunehmend den
Wettercharakter bestimmen können. Eine markante Temperaturänderung zeichnet sich
zunächst nicht ab.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis weit in die Mittelfrist hinein bleibt die Blockinglage über Nordwest- und
Mitteleuropa bestehen, sodass der Hochdruckeinfluss über Deutschland anhält. Die
Konsistenz der IFS-Läufe ist dabei recht gut. Lediglich die Position und der
Schwerpunkt des blockierenden Hochs verändern sich allmählich. Das hochreichende
Hochdruckgebiet, dessen Schwerpunkt zunächst über den Britischen Inseln liegt,
verlagert sich nur sehr langsam in Richtung Mitteleuropa. Damit hält das ruhige
Herbstwetter noch längere Zeit an. Eine wesentliche Änderung besteht lediglich
darin, dass die bodennahe Strömung allmählich von Ost auf Südost dreht. Während
Deutschland anfangs noch am Rand des Hochdruckgebiets liegt, gelangt es im
weiteren Verlauf zunehmend in dessen Zentrum.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch die anderen Globalmodelle zeigen keine wesentlichen Unterschiede, sodass
die Prognose bis weit in die Mittelfrist hinein als recht zuverlässig angesehen
werden kann. Im Detail bleibt allerdings unsicher, wie sich die Bewölkung
entwickelt. Insbesondere die für diese Jahreszeit typische
Grenzschichtproblematik erschwert eine genaue Vorhersage der Nebel- und
Hochnebelverteilung.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen verschiedener deutscher Städte zeigen bis Ende der kommenden
Woche sowohl hinsichtlich der Temperatur in 850 hPa als auch des Geopotenzials
in 500 hPa eine nur geringe Streuung. Dabei steigt die Temperatur in 850 hPa
kontinuierlich von negativen auf positive Werte an. Dies hängt mit der
allmählichen Verlagerung des Hochdruckschwerpunkts und der damit verbundenen
Drehung der Strömung von Ost bis Nordost auf zunehmend Südost bis Süd zusammen.
Neben der damit einhergehenden Änderung der Luftmassenzufuhr dürfte auch die
großräumige Absinkbewegung zur Erwärmung der unteren und mittleren Troposphäre
beitragen. Niederschlagssignale sind kaum vorhanden. Erst gegen Ende der
kommenden Woche nimmt die Streuung sowohl bei der Temperatur als auch beim
Geopotenzial allmählich zu, wobei vereinzelt schwache Niederschlagssignale
auftreten. Dieser Zeitraum liegt allerdings noch relativ weit in der Zukunft.

Auch die Clusteranalyse des IFS-EPS stützt im Wesentlichen die Aussagen der
Rauchfahnen. Bis einschließlich t+168 h werden ein bis zwei Cluster ausgewiesen,
die durchweg dem Blocking-Regime zugeordnet sind. Dabei verändern sich im Laufe
der kommenden Woche lediglich die Lage und die Ausrichtung der blockierenden
Hochdruckstruktur. Das Gebiet mit hohem Geopotenzial und positiven
Geopotenzialanomalien verlagert sich von Nordwesteuropa allmählich in Richtung
Nordsee und Mitteleuropa. Gleichzeitig dreht die Achse des Höhenrückens im
Uhrzeigersinn von einer Südwest-Nordost- in eine zunehmend
Nordwest-Südost-Ausrichtung.

In der erweiterten Mittelfrist zeigen einige Member eine Abschwächung der
Blockierung und einen allmählichen Übergang zu einer westlichen Grundströmung.
Andere Member halten dagegen weiterhin an der blockierenden Wetterlage fest,
wenngleich diese weniger ausgeprägt erscheint. Die zunehmende Streuung ist
allerdings auch im Zusammenhang mit der wachsenden Vorhersageunsicherheit und
der Annäherung der Ensemblevorhersagen an die klimatologische Verteilung zu
sehen. Daraus lässt sich noch keine belastbare Aussage über eine grundlegende
Umstellung der Großwetterlage ableiten.

Fazit
Bis weit in die Mittelfrist hinein bleibt es bei der blockierenden Hochdrucklage
und damit bei überwiegend ruhigem, niederschlagsarmem Herbstwetter. Größere
Änderungen sind zunächst nicht in Sicht. Erst in der erweiterten Mittelfrist
nehmen die Unsicherheiten hinsichtlich einer möglichen Abschwächung des
Hochdruckeinflusses zu.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Der Hochdruckeinfluss lässt keine markanten Wetterentwicklungen zu.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MosMix, IFS +ENS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta