DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
16-10-2026 10:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 16.10.2026 um 10.30 UTC
Anfangs Hochdruckeinfluss, Mittwoch/Donnerstag unbeständig, an der Nordsee
vielleicht Sturm, danach wieder ruhiger.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 23.10.2026
Zu Beginn und zugleich zum Start der Mittelfrist wird das Wetter in Mitteleuropa
von einem umfangreichen Hoch über Skandinavien und der Ostsee bestimmt. Es wird
durch einen Keil vom Nordostatlantik gestützt. An dessen Südwestflanke befindet
sich über Frankreich ein Höhentief, das westwärts zieht. An der Südostflanke
befindet sich ein Tief über der Südukraine, das langsam westwärts zieht. Ein
Kaltlufttropfen über Litauen zieht bis Dienstagfrüh nach Nordostdeutschland.
Zuvor befindet sich Deutschland zwischen den beiden Tiefs in einem relativen
Maximum an Geopotenzial. Auch im Westen setzt sich nach Abzug des Höhentiefs
trockene Luft durch. In 850 hPa liegt die Temperatur zwischen 3 Grad über Usedom
und 12 Grad am Alpenrand. Der frische bis starke Ostwind an den Küsten dreht
allmählich auf Südost.
Am Dienstag wird der Keil vom Nordostatlantik zum Hoch abgebaut. Das hohe
Geopotenzial über Skandinavien ist nun über einen Keil von Südrussland kommend
angebunden. Das Bodenhoch wandert nach Westrussland. Der Kaltlufttropfen zieht
von Norddeutschland über Dänemark nach Südnorwegen. Die rückseitige
Warmluftadvektion inklusive Niederschlägen findet nordöstlich von Deutschland
statt. Das Höhentief über der Biskaya wird vorderseitig eines Troges langsam
ostwärts geführt. Ausläufer erreichen am Abend Südwestdeutschland. Die
Temperaturgegensätze in 850 hPa sind zum Mittag groß; 1 Grad an der dänischen
Grenze stehen leicht föhnige 14 Grad im Alpenvorland gegenüber. Der frische bis
starke Südostwind an den Küsten hält an.
Am Mittwoch reicht ein Keil des Hochs sowohl am Boden als auch in der Höhe noch
nach Skandinavien, während sich für uns in Deutschland der Blick nach Westen
richtet. Ein Randtrog eines Langwellentroges über dem Atlantik schwenkt nach
Nordfrankreich. Vorderseitig wird das Höhentief auf seinem Weg zur Nordsee mehr
"zugeschüttet". Nach Deutschland wird vorübergehend feuchtwarme Luft aus dem
Mittelmeerraum geführt, die gehoben wird und verbreitet für Niederschläge sorgt.
Die nachfolgende Kaltfront überquert bis zum Abend den Westen und Süden
Deutschlands. Präfrontal werden bis zu 10 Grad, postfrontal weniger als 5 Grad
in 850 hPa erreicht.
Am Donnerstag schwenkt der Randtrog mit etwa -28 Grad in 500 hPa nach
Deutschland. Die eingeflossene subpolare Meeresluft ist aber recht trocken und
gerät im Süden unter Hochdruckeinfluss. Dort bildet sich ein Hoch, das Anschluss
an das Hoch über Russland findet. Die Konvektion hält sich somit meist in
Grenzen und weist an der Nordsee ein klares Maximum auf. Ein Bodentrog schwenkt
über den Südteil der Nordsee und sorgt über der Deutschen Bucht vorübergehend
für eine sehr deutliche Windauffrischung bis hin zu schweren Sturmböen aus
südwestlicher Richtung. In 850 hPa liegt die Temperatur um den Gefrierpunkt.
Am Freitag hat der Randtrog Deutschland nach Nordosten verlassen, und
vorderseitig eines Troges über dem Ostatlantik zieht ein Tief unter rascher
Verstärkung zum Sturmtief zur Norwegischen See. Über Westeuropa wölbt sich ein
Keil auf, der nach Osten schwenkt. Deutschland liegt im Randbereich des
russischen Hochs. Es dominiert Absinken. Gegenüber dem Vortag wird es deutlich
wärmer. In 850 hPa steigt die Temperatur bis zum Abend auf Werte um 10 Grad.
Am Wochenende schwenkt der Trog vom Ostatlantik zur Nordsee, schwächt sich dabei
aber ab. Ein Ausläufer des Sturmtiefs schwenkt am Samstag nach Deutschland und
löst sich auf dem Weg nach Osten auf. Nördlich von Irland und Schottland
wiederholt sich das Spiel der Vortage. Dort findet eine kräftige Zyklogenese
vorderseitig eines Troges auf dem Atlantik statt. Über Westeuropa wölbt sich am
Sonntag erneut ein Keil auf. Das Wetter in Deutschland ist im Osten und Südosten
antizyklonal, sonst zeitweise zyklonal beeinflusst. Grenzschichtphänomene treten
vor allem im Südosten in den Vordergrund.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
In guter Konsistenz zu den Vorläufen befindet sich Deutschland am Montag und
Dienstag an der Südwestflanke eines umfangreichen Hochs über Nordosteuropa. Von
Lauf zu Lauf wird das Übergreifen eines Tiefausläufers aus Südwesten etwas
schneller simuliert, der im aktuellsten Lauf am Dienstagabend den Südwesten
erreicht und in der Folge nordostwärts schwenkt. Zugleich wandert ein
Kaltlufttropfen über den Nordosten Deutschlands nordwestwärts, ein Unterschied
zu den Vorläufen, vorerst aber ohne signifikante Auswirkungen auf das Wetter. In
der Folge gestaltet sich die Strömung über Mitteleuropa vorübergehend etwas
zyklonaler als in den Vorläufen. Nach Durchzug eines Frontensystems am
Donnerstag steilt sich die Strömung auf; ein Abtropfprozess zum Mittelmeer
bleibt in diesem Lauf ohne Auswirkungen auf Deutschland. Es etabliert sich ein
Hoch über Osteuropa, dem ein Sturmtief über dem Nordostatlantik gegenübersteht.
Ein erster Ausläufer des Sturmtiefs erreicht Deutschland am Samstag, ähnlich wie
im gestrigen Morgenlauf. Der Abendlauf zeigte die Entwicklung verzögert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Das frühere Übergreifen der Front von Südwesten wird von GFS ähnlich simuliert.
ICON und UK10 sind diesbezüglich langsamer. Nachfolgend nehmen die Unterschiede
zu. UK10 zeigt die zyklonalste Lösung, während ICON am Donnerstag rasch ein Hoch
über Deutschland aufwölben lässt. GFS bleibt ähnlich der Lösung von IFS.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Das Geopotenzial in 500 hPa weist anfangs am Montag und am kommenden
Freitag/Samstag ein Maximum auf, wobei das erste Maximum im Norden und das
zweite im Süden ausgeprägter ist. Dazwischen befindet sich ein Minimum am
Mittwoch (Süden) bzw. Donnerstag (Norden). Auch wenn diese Entwicklung
grundsätzlich von fast allen Membern mitgetragen wird, ergibt sich bereits ab
Dienstag eine nicht zu vernachlässigende Unsicherheit in der Geschwindigkeit und
Ausprägung des geschilderten Ablaufs.
Die Temperatur in 850 hPa zeigt einen ähnlichen Verlauf mit einem Minimum am
Freitag. Im Norden gibt es anfangs einen großen Spread, hervorgerufen durch den
Kaltlufttropfen und dessen genaue Zugbahn.
Bei den Niederschlägen gibt es am Mittwoch und Donnerstag ein klares Maximum und
ein schwächeres Maximum am Wochenende der kommenden Woche. Anfangs und zwischen
den Maxima gibt es kaum Niederschlagssignale.
GFS zeigt ein ähnliches Muster, aber auch dort ist die Streuung nicht zu
vernachlässigen.
CLUSTERUNG:
Für Montag und Dienstag gibt es vier Cluster, die alle dem Regime "Blocking"
zugeordnet sind. Allen ist das blockierende Hoch über Skandinavien gemein. Das
Höhentief über der Biskaya wird von Cluster zu Cluster leicht unterschiedlich
simuliert. Für Deutschland ergeben sich aber noch keine Unterschiede.
Von Mittwoch bis Freitag gibt es drei Cluster, die alle weiterhin dem Regime
"Blocking" zugeordnet sind. Der blockierende Keil wandert von Skandinavien
übereinstimmend langsam ostwärts. Als Gegenspieler etabliert sich ein Trog über
dem Ostatlantik. Ein Randtrog an dessen Vorderseite, der über die Nordsee
abläuft, wird unterschiedlich stark ausgeprägt simuliert.
Für Samstag bis Montag gibt es einen einzigen Cluster, der einen Wechsel vom
Regime "Blocking" hin zu "NAO positiv" zeigt. Mitteleuropa liegt dort auf der
Vorderseite eines Troges über dem Ostatlantik, wobei der Nordwesten eher
zyklonal beeinflusst wird als der Südosten.
FAZIT:
Der anfängliche Hochdruckeinfluss wird am Mittwoch und Donnerstag von
Tiefausläufern und einem möglicherweise markanten Bodentrog über der Nordsee
unterbrochen. Danach dominiert im Osten und Südosten erneut der
Hochdruckeinfluss. Sonst greifen Ausläufer atlantischer Sturmtiefs
wahrscheinlich abgeschwächt über.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI zeigt keine Hinweise auf ungewöhnliche Ereignisse.
WIND:
Das EPS liefert für Donnerstag mittlere Wahrscheinlichkeiten für Bft 8 an der
Nordsee und niedrige Wahrscheinlichkeiten für BFT 10 auf Helgoland und den
Nordfriesischen Inseln. Für die Entfernung ist das mehr als ein Fingerzeig.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen