DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
04-10-2026 10:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 04.10.2026 um 10.30 UTC
Zonalisierung und unbeständig.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 11.10.2026
Am Mittwoch stößt ein Trog vom Nordmeer südwärts vor und kräftigt damit einen
zunächst schwächeren und flachen Trog über Westeuropa. Dabei entwickelt sich
über Frankreich ein Tief, das sich nordwärts nach Mitteleuropa, später bis
Südskandinavien ausweitet. Auf dessen Vorderseite verstärkt sich noch etwas die
Zufuhr warmer Luftmassen aus Süden nach Deutschland. Die Luft wird zudem von
Südwesten feuchter und leicht instabil. Die aufkommende Hebung führt dann abends
im Westen zu ersten Schauern und vereinzelten Gewittern. Insgesamt steht noch
mal ein freundlicher und recht warmer Tag an.
Am Donnerstag verstärkt sich das Tief auf unter 1000 hPa und zieht nach
Südschweden. Dessen Kaltfront überquert uns mit Ostkurs und leitet den Zustrom
frischer Meereskaltluft über die Nordsee ein. Der nachfolgende Trog tropft über
Dänemark ab und greift mit seiner Achse, die ins Mittelmeer ausgreift, auch auf
Deutschland über. Südlich der Alpen setzt eine Zyklogenese ein, deren Hebung
später bis Süddeutschland reicht. Die zeitweiligen Regenfälle breitet sich über
ganz Deutschland aus und nehmen zum Trog hin Schauercharakter an. Auch kurze
Gewitter sind im Bereich der höhenkältesten Luft, über dem Westen möglich. Nach
den 19 bis 24°C vom Vortag geht die Temperatur deutlich zurück. Gerade nach
Westen zu um fast 10K. Dazu frischt der Wind auf der Rückseite des Tiefs kräftig
aus West bis Nordwest auf. An der See und exponiert im Bergland weht er
zeitweise stürmisch.
Am Freitag zieht der Trog nur zögernd ab. Die Strömung dahinter zonalisiert und
dreht auf West- bis Nordwest. Rasch folgen neue Tiefausläufer eines nach
Dänemark ziehenden Randtiefs. Kaum Zeit also für eine Wetterberuhigung. Zunächst
treten vor allem im Nordosten und Süden schauerartige Regenfälle auf, mit der
Warmfront des nächsten Tiefs folgt skaliger Regen von Westen in den Abend- und
Nachtstunden. Die Temperatur bewegt sich tagsüber um 15°C und der Westwind weht
zeitweise lebhaft mit stürmischen Böen an den Küsten und im Bergland.
Die Kaltfront des zum Baltikum abziehenden Tiefs überquert uns nachts und am
Samstag, zum Sonntag folgt mit einen flachen Zwischenhoch eine leichte
Wetterberuhigung. Insgesamt sieht das Wochenende leicht wechselhaft aus und vor
allem an der See und im Bergland zum Teil auch windig. Die Temperaturen ändern
sich bei der Advektion von Meeresluft vom Nordatlantik nur wenig.
Für die erweiterte Mittelfrist deutet sich eine Westlage an mit Tiefausläufer
und insgesamt unbeständigem Wetter.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz zum Vorlauf ist beim europäischen Modell gut. Der Lauf von
gestern 00z sieht ab Freitag aber deutlich anders aus, als die beiden letzten
Läufe. Hier wurde der Trog anders simuliert, er sollte übers Mittelmeer
abtropfen und nicht nach Osteuropa rausschwenken, wie die neueren Lösungen
zeigen. Zum Ende der Mittelfrist sollte sich dann wieder eine Hochdruckzone bei
uns etablieren.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Globalmodelle, ICON, GFS und UKMO zeigen insgesamt ein ähnliches
Verhalten, auch wenn leichte Unterschiede vorhanden sind. Nur die ICON Lösung
schert deutlicher aus und ähnelt vorübergehend der Lösung des IFS (Europäer) von
gestern 00z. Am unbeständigen Wetterablauf und den auf "Normalniveau"
zurückgehenden Temperaturen bestehen keine Zweifel.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles stützen die Version des Kontrolllaufs. In den Rauchfahnen ist gut
der Temperaturrückgang dokumentiert, gleichzeitig geraten die Kurven für T850
und Geo500 ins Schwingen, verbunden mit einigem Spread, was typisch ist, für
unbeständiges Wetter. Phasen-, Amplituden- und Tmimingunsicherheiten der kurzen
Wellen sind vorprogrammiert. Ab Donnerstag sind auch permanent
Niederschlagssignale vorhanden.
In den ersten beiden Zeitschritten gibt es jeweils 3 Cluster. Der Kontrolllauf
liegt zunächst in Cluster 3, dann in Cluster 2. Dabei wird ein Übergang vom
Großwetterlagenmuster "Atlantic Ridge" zu NAO+ vollzogen, entsprechend der
anstehenden Zonalisierung. Der größte Cluster 1, im Zeitraum von Freitag bis
Sonntag sieht übrigens etwas nach der gestrigen 00z Lösung aus mit dem eher
abtropfenden Trog.
In der erweiterten Mittelfrist wird der Lösungsspielraum mit 5 Clustern größer.
Die größeren 3 favorisieren eher zonale Verhältnisse und zumindest leicht
wechselhaftes Wettergeschehen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der mittelfristig zeitweise kräftig auffrischende Südwest- bis Westwind kommt
vor allem an den Küsten und im Bergland in den markanten Bereich mit stürmischen
Böen oder Sturmböen. Signale für eine Sturmlage gibt es nicht.
Die wiederholten Regenfälle entspannen im Laufe der Zeit etwas die aktuell sehr
negative Niederschlagsbilanz. Wahrscheinlich sind es vor allem die Staulagen der
Mittelgebirge und der Alpen, die mal in den Bereich der Warnschwellen für Stark-
oder Dauerregen kommen können.
In der Probabilistik, u.a. EFI sind nur schwache Hinweise auf markante Wind-
oder Niederschlagsereignisse zu finden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS, IFS +ENS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner