DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
26-09-2026 09:30
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 26.09.2026 um 10.30 UTC
Erst ruhiges und teils sehr warmes Spätsommerwetter, am Donnerstag im Westen und
Nordwesten Dauerregen gering wahrscheinlich und weniger warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 03.10.2026
Die Mittelfrist startet am Dienstag mit einem schmalen Keil, der von Nordafrika
bis nach Polen verläuft. Er wird flankiert von niedrigem Geopotential, das über
dem nahen Atlantik ein ausgedehntes Bodentief (Kerndruck ca. 990 hPa) stützt.
Über Osteuropa herrscht bodennah hingegen Hochdruck (>1030 hPa) vor. Deutschland
liegt zwischen den Gebilden im Zustrom milder (14 bis 18 Grad in 850 hPa) Luft.
Es gibt noch einmal vom Südwesten bis zur Mitte und in den Westen verbreitet
einen Sommertag (>25 Grad), lokal sind 30 Grad nicht ausgeschlossen. Im Norden,
Osten und Südosten ist es mit über 20 Grad noch mäßig warm. Bei großflächigem
Absinken ist die Luft auch relativ trocken. Jedoch sorgen Randtröge des Tiefs
über dem Ärmelkanal für Hebung und teils auch kräftige Niederschläge, deren
Ausläufer am Nordrand des Keils auch die Nordseeumgebung erfassen können. Bei
recht flacher Druckverteilung und der Tendenz zu Hochdruck ist der Wind
vernachlässigbar.
Am Mittwoch ändert sich noch nicht viel. Der Hochdruck über Osteuropa verstärkt
sich (>1035 hPa), jedoch schiebt sich das Tiefdruckgebiet vom Atlantik in
Richtung Britische Inseln. Die zugehörige Kaltfront passiert Großbritannien im
Tagesverlauf ostwärts, was in zunehmender Bewölkung im Westen Deutschlands und
am späteren Abend auch ersten Regenfällen resultiert. Mit 13 bis 16 Grad in 850
hPa liegen wir immer noch im Zustrom milder Luftmassen.
Am Donnerstag liegt die Kaltfront von den Nordfriesischen Inseln über den Westen
bis an die Saar in Deutschland. Sie wird vom Höhenkeil aufgehalten, der von
Nordafrika bis ins Baltikum reicht. So kommt es im Nordwesten und Westen zu
länger andauernden und teils kräftigen Regenfällen, die mitunter vom Niederrhein
bis ins Saarland gewittrig verstärkt sein können (CAPE bis 800 J/kg). Über 24
Stunden aufsummiert werden von der Nordsee bis an die Mosel verbreitet Mengen
zwischen 10 und 20 l/qm erwartet. Strichweise können die Mengen zwischen 30 und
40, lokal bis zu 50 l/qm erreichen. Entsprechend regnet sich die Front in den
nordwestlichen und westlichen Regionen Deutschlands aus, während in der
Osthälfte unter Hochdruckeinfluss noch sonniges und trockenes Wetter herrscht.
Die Temperatur in der Höhe geht nur langsam zurück, was verbreitet in Maxima
über 20 Grad resultiert.
Am Freitag kommt die Kaltfront unter Abschwächungstendenzen nur langsam ostwärts
voran. Das Hoch über Osteuropa steht ihr wie ein Bollwerk gegenüber. Der
Höhenkeil bricht auf und zieht sich nach Südwesteuropa zurück. Über dem Baltikum
und Polen spaltet sich ein Höhenhoch ab. Über Frankreich bildet sich derweil ein
neues Bodenhochzentrum, das sich im Tagesverlauf ausdehnt und am Abend auch den
Westen und Nordwesten Deutschlands einnimmt. Die Front dazwischen wird praktisch
ausgequetscht, was leicht erhöhten Niederschlagsmengen im Südwesten führt. Die
Luft kühlt deutlich ab, am Abend gibt es noch 6 bis 10 Grad in 850 hPa.
Am Wochenende etabliert sich das Bodenhoch über Deutschland. Der Kerndruck liegt
über 1030 hPa. Gestützt wird es von hohem Geopotential, das weite Teile Europas
vereinnahmt. Tiefdruckeinfluss und höhenkalte Luft findet man im Norden und
Nordosten Europas. In relativ trockener und für Anfang Oktober auch milder Luft,
gestaltet sich das Wetter weitgehend ruhig. Vereinzelt kann es am Hochrand etwas
nieseln oder leicht regnen. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit für Nebel
an.
Die erweiterte Mittelfrist ist offen. IFS hält am Hochdruck fest. Zudem soll
wieder mildere Luft ins Land strömen. Andere Modelle sehen eher zunehmenden
Tiefdruckeinfluss von Nordwesten her.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn ist die Konsistenz der IFS-Läufe hoch. Der Trog über Westeuropa am
Donnerstag wurde bereits gestern Mittag deutlich schmaler und weniger
amplifiziert, das sich abspaltende Höhentief raus gerechnet. Große Unterschiede
ergeben sich ab Samstag: Gestern früh wurde Hochdruckeinfluss simuliert, heute
schiebt sich ein abgeschlossenes Hoch von Westen herein, das bis in die neue
Woche von hohem Geopotential in der Höhe gestützt wird. Gestern Mittag war das
Hoch noch langsamer mit weniger Höhenunterstützung.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Vergleich mit anderen Modellen ergibt keine Ausreißer. GFS lässt den Trog
über Westeuropa am Ende der Woche nach Deutschland schwenken. Der
Hochdruckeinfluss (abgeschlossenes Tief) von Westen setzt sich deutlich später
durch. ICON, UK10 und IFS sind sich in der Potentialverteilung einig, wenngleich
ICON Potentiallöcher (Höhentiefs) simuliert, die für Überraschungen sorgen
können. Zudem lässt ICON (wie IFS gestern früh) das Hoch aus Westen vom Hoch
über Osteuropa aufnehmen, was zu Beginn der Folgewoche mehr Spielraum für ein
neues Tief samt Trog aus Nordwesteuropa bietet.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse ergibt über die gesamte Mittelfrist ein Wetterregime:
Blockierendes Hoch. Das hohe Geopotential erstreckt sich dabei über weite Teile
Mittel-, Ost- und Nordeuropas. In allen 5 Clustern lässt sich am Donnerstag der
Trog über Westeuropa ausmachen, der die Kaltfront zu uns schickt. Anschließend
dehnt sich das hohe Geopotential wieder aus. Kurzum: Viel kann nicht passieren
und das soll es nach aktuellem Lauf ja auch nicht.
Die Temperaturensembles weisen bis Mittwoch einen linearen und recht hohen
(deutlich über dem langjährigen Mittel) Trend aus. Die Wärme zu Beginn der Woche
scheint also sicher. Anschließend geht es bergab, wobei die Varianz der Member
deutlich zunimmt und der operationelle Lauf teils unter der Ensemblemitte liegt.
Beim Geopotential ergibt sich ein ähnliches Muster, wenngleich der Abstieg
langsamer vonstattengeht und der Hauptlauf meist mittig liegt. Auffällig sind
die Niederschlagssignale, die ab Donnerstag bundesweit und im Westen und Norden
auch deutlich zunehmen. Der operationelle Lauf reagiert verhaltener.
Die Ensembles des GFS und ICON weisen in allen Parametern ein ähnliches Muster
auf. Auch hier geht der operationelle Lauf der Temperatur jeweils unter die
Ensemblemehrheit. Im Oktober nähern wir uns temperaturtechnisch dem langjährigen
Mittel wieder an. Allerdings sind die Niederschlagssignale eher gering.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Mit geringer Wahrscheinlichkeit tritt am Donnerstag im Nordwesten und Westen
Dauerregen auf, der strichweise die markante Schwelle von 30 l/qm in 24 Stunden
überschreiten kann. Auch der EFI springt mit geringen Signalen an. Etwas
deutlicher sind die EFI-Signale bei der Maximumtemperatur. Höchstwerte nahe 30
Grad sind an den letzten Septembertagen nicht der Regelfall. Abgesehen davon ist
nicht mit markantem Wetter zu rechnen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, MOS-IFS, Ensemble IFS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn