DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

25-09-2026 08:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.09.2026 um 10.30 UTC



Ruhiges und spätsommerlich warmes, örtlich heißes Wetter. Erst in der zweiten
Wochenhälfte von Westen wieder etwas unbeständiger.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 02.10.2026


Mittelfristig setzt sich das spätsommerliche Wetter, das bereits im
kurzfristigen Vorhersagezeitraum Anlauf nimmt, zunächst weiter fort. Die
kommende Woche startet somit sehr warm, teils sogar heiß und ruhig. Erst im
Laufe der zweiten Wochenhälfte könnte es von Westen her vorübergehend wieder
etwas unbeständiger werden.

Schon zu Beginn der Mittelfrist am Montag (28. September) zeigt sich ein recht
klassisches Muster für Warmluftvorstöße bis nach Mittel- und Nordeuropa. Ein
umfangreicher, recht stark amplifizierter Langwellentrog liegt über dem nahen
Nordostatlantik. Dieser befindet sich inmitten eines Regenerationsprozesses, an
dessen Ende zur Wochenmitte ein ausgewachsenes Orkantief mit einem Kernluftdruck
von wahrscheinlich knapp unter 950 hPa steht. Auf der Vorderseite kommt es zu
massiver hochreichender, weit nach Norden ausgreifender Warmluftadvektion, die
den vorgelagerten, vom westlichen Mittelmeer bis ins östliche Mitteleuropa
reichenden Rücken stützt und intensiviert. Im Verlauf bildet sich darin sogar
ein eigenständiges, blockierendes Höhenhoch mit Schwerpunkt im Bereich des
Baltikums aus, das im Bodenfeld ein Hoch über Nordwestrussland stützt. Mit einem
Kerndruck von nahezu 1040 hPa steht es dem atlantischen Orkantief in puncto
Intensität in nichts nach.

Die Strömung über Mitteleuropa steilt in der Folge auf Süd auf. Dabei wird
niedertroposphärisch subtropische Warmluft abgezapft, in der die Temperaturen
auf 850 hPa bis Wochenmitte auf meist 12 bis 17 °C ansteigen. Damit bewegen wir
uns teilweise im 99. Perzentil des gleitenden Modellklimas - also nahe an den
Rekordwerten. Zwar erschwert der niedrige Sonnenstand das Durchheizen bis zur
Grenzschicht, dennoch rückt in den bekannten Wärmehochburgen am Oberrhein sowie
an den Nordrändern der Mittelgebirge die 30-Grad-Marke ins Visier und könnte an
mehreren Tagen auch knapp überschritten werden. Gebietsweise bewegen wir uns
damit nahe den Extremwerten für die letzte September- bzw. erste Oktoberdekade.
Etwas weniger warm wird es im Südosten und Osten des Landes, wo bodennah eine
stärkere ageostrophische Ostkomponente herrscht und sich Nebel und Hochnebel
auch mal etwas länger halten können. Während der Nordwesten und Norden am Montag
noch von einer schwachen Störung mit Wolkenfeldern und ein paar Spritzern Regen
gestreift werden, dominiert ansonsten abseits etwaiger Nebelfelder bis
Wochenmitte trockenes und sonniges Wetter.

In der zweiten Wochenhälfte ab Donnerstag scheint ein kurzwelliger Anteil aus
dem Landwellentrog herauslaufen und auf Mitteleuropa übergreifen zu wollen. Mit
der damit verbundenen Kaltfront wäre dann von Westen auch wieder mit
Niederschlägen und einer gewissen Abkühlung zu rechnen. Einzelne Gewitter sind
in der leicht labilen und sehr feuchten Luft durchaus möglich, mit geringer
Wahrscheinlichkeit für lokalen Starkregen. Da sich das Grundmuster mit einem
Blockadehoch über Russland und einem sich erneut regenerierenden Langwellentrog
über dem Ostatlantik erst mal nicht grundlegend ändert, ist ein nachhaltiger
Übergang zu niederschlagsreicher und deutlich kälterer Witterung vorerst eher
unwahrscheinlich. Die Trockenheit wird sich also eher weiter verschärfen.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der IFS-Modellsimulationen kann über weite Strecken der
Mittelfrist als sehr gut bezeichnet werden. Erst der Trogvorstoß zum
übernächsten Wochenende wird von Lauf zu Lauf noch leicht variabel gerechnet,
aber ohne, dass ein Lauf gänzlich vom groben Fahrplan abweicht.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch die anderen Modelle zeigen zunächst kein wesentlich vom IFS abweichendes
Bild.
Das ändert sich erst in der erweiterten Mittelfrist: Während IFS innerhalb des
Langwellentroges über Westeuropa einen Abtropfvorgang rechnet (Skandi-Blockade)
und das resultierende Cut-Off-Tief langsam nach Mitteleuropa steuert
(unbeständiger & kühler), simuliert GFS zunächst wieder eine Trogvorderseite
(wärmer) mit stärkeren Zonalisierungstendenzen im weiteren Verlauf (zyklonale
Westlage?). Das AI-GFS sieht ähnlich aus, ist mit der Zonalisierung hinten raus
aber antizyklonaler aufgestellt. Das AIFS rechnet wie das konventionelle Pendant
einen Abtropfvorgang, aber später und weiter westlich, was für uns auch eher
warmes und antizyklonales Wettergeschehen bedeuten würde.

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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Ensembles des IFS stützen die deterministischen Läufe. Die Rauchfahnen für
die 850-hPa-Temperatur und das 500-hPa-Geopotenzial sind bis Mittwoch eng
gebündelt und bewegen sich auf einem hohen Plateau. Donnerstag und Freitag
nehmen die Unsicherheiten dann etwas zu. Allerdings simulieren fast alle einen
mehr oder weniger starken Temperatur- und Geopotenzialrückgang, sodass der
Trogvorstoß nebst Kaltfrontpassage relativ sicher zu sein scheint. Das Ganze
geht auch mit einem leichten Aufflammen der Niederschlagssignale einher. Ab dem
Wochenende blähen sich die Rauchfahnen weiter auf, sodass eine Aussage zunehmend
schwierig wird. Man kann aber konstatieren, dass die Mehrheit der Member den
Temperatur- und Geopotenzialrückgang stoppen und gar wieder einen leichten
Anstieg rechnen. Gleichzeit nehmen die Niederschlagssignale schon wieder ab.

Bei den Clustern herrscht in den ersten drei Zeiträumen bis +240 h Einigkeit
beim Wetterregime: Blocking! Im ersten Zeitraum +72-96 h werden zwar drei
Cluster gebildet, die sich aber kaum sichtbar unterscheiden. Im Zeitraum
+120-168 h stehen zwei Cluster zu Auswahl, auch hier fällt es schwer, für
Mitteleuropa prognoserelevante Unterschiede auszumachen. Im Zeitraum +192-240 h
werden erstaunlicherweise keine Cluster gebildet. Das einzige Szenario zeigt den
bereits vom deterministischen Lauf vorgeschlagenen Abtropfvorgang. Im letzten
Zeitraum +264-360 h werden wieder drei Cluster gebildet. C1 (21/51 Member)
bleibt im Blocking-Regime. Es bildet sich ein Skandi-Hoch aus, dass das
Cut-Off-Tief über Westeuropa zurückhält (vergleichbar mit der AIFS-Variante). In
C2 und C3 (insg. 30/51 Member) erfolgt im Zuge einer Zonalisierung über dem
Nordatlantik der Übergang zu NAO+ (GFS/AIGFS-Variante).

FAZIT:
Der Spätsommer kommt zurück! Die kommende Woche bringt zunächst ruhiges, oft
sonniges und warmes bis sehr warmes, örtlich gar heißes Wetter. Erst in der
zweiten Wochenhälfte wird es von Westen langsam wieder etwas unbeständiger. Eine
Kaltfront sorgt bis zum übernächsten Wochenende dann auch für eine gewisse
Abkühlung. Ein nachhaltiger Übergang zu niederschlagsreicher und deutlich
kälterer Witterung scheint vorerst aber eher unwahrscheinlich. Die Trockenheit
wird sich also eher weiter verschärfen!

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Im Vorfeld der von Westen übergreifenden Kaltfront ab Donnerstag sind einzelne
Gewitter möglich. Aufgrund des hohen Gehaltes niederschlagbaren Wassers und des
schleifenden Frontcharakter ist am ehesten lokaler Starkregen nicht
auszuschließen.

Ansonsten stehen keine signifikanten Warnereignisse an.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS det.+EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Adrian Leyser Sturm