Thema des Tages
23-09-2026 14:20
Wetter aktuell
Die dritte Jahreszeit
Kastanien, rot-orangene Blätter, Wind oder neblige Landschaften:
Diese Phänomene werden mit dem Herbst assoziiert. In der vergangenen
Nacht hat diese Jahreszeit nun auch kalendarisch begonnen.
Im meteorologischen Sinne werden die vier Jahreszeit ganz pragmatisch
in jeweils drei "Monatsbündel" eingeteilt. Demnach endete der Sommer
schon mit dem 01. September.
Kalendarisch ist es nun auch so weit. In der vergangenen Nacht fand
die Tagundnachtgleiche statt. Astronomisch befindet sich die Erde
genau an dem Punkt ihrer Umlaufbahn, an dem die Erdachse senkrecht
zur Ebene mit der Sonne steht. Das Erreichen dieses Punkts, in dem
die Sonne den Himmelsäquator schneidet, ist, wie schon im gestrigen
Thema des Tages erwähnt, in der vergangenen Nacht um 2:04 Uhr der
Fall gewesen. Der Begriff "Tagundnachtgleiche" (bzw. Äquinoktium)
stimmt dabei nicht ganz, denn während eines Tages bewegt sich die
Erde schon wieder ein Stück entlang ihrer Bahn. Dadurch sind Tag und
Nacht nicht exakt gleich lang, sondern nur am wenigsten verschieden
lang.
Auch phänologisch kann ein Blick auf den Herbst geworfen werden. Die
phänologische Uhr basiert auf für die Jahreszeiten charakteristischen
Pflanzen und deren Blühzeiten. Für das aktuelle Jahr zeigen
beispielsweise die (vorläufigen) Daten der Sommer-Linde, dass der
Hochsommer länger dauerte als im vieljährigen Mittel. Der Spätsommer
hingegen währte nur kurz. Der Frühherbst, der mit dem Holunder
verknüpft ist, fing schon am 17.08. an und setzte damit früher ein
als im Mittel.
Und was macht das aktuelle Wetter in Deutschland? Heute Abend und in
der Nacht bringt das Tief CHRISTINA, das nördlich von Deutschland
entlangzieht, im Zusammenspiel mit einem Tief in höheren
Luftschichten, unbeständigeres und windigeres Wetter im Norden und
Osten des Landes. An der Nordsee wird es mit Annäherung des Tiefs
stürmisch. Auch morgen bleibt es im Osten gebietsweise windig mit
schauerartigem Regen und Temperaturen unter 20 Grad. In einigen
Berglagen wird es mitunter stürmisch. Das hört sich nach typischem
Herbstwetter an. Doch das Ende dieses Intermezzos folgt auf den Fuß.
Richten wir den Blick in den Südwesten, so bleibt es dort trocken mit
viel Sonnenschein. Wenden wir uns dem Temperaturtrend zum Wochenende
und der nächsten Woche zu, so löst sich das herbstliche Feeling rasch
in Luft auf. Am Samstag werden im Südwesten über 25 Grad, lokal auch
27 oder sogar 28 Grad erreicht. Am Sonntag und zu Wochenbeginn wird
es nochmal etwas wärmer und sogar die 30 Grad-Marke ist lokal in
Reichweite. Die Hoffnung auf den Herbst ist also nur von kurzer Dauer
und der Spätsommer schlägt mit Macht zurück. Die Rückkehr der dritten
Jahreszeit lässt demnach noch auf sich warten.
M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.09.2026
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