DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
10-09-2026 07:30
SXEU31 DWAV 100800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 10.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
B M - keine markanten Wettergefahren.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
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Donnerstag... liegt Deutschland am Rande eines Troges, der von Skandinavien nach
Polen reicht, sich allmählich weiter ostwärts verlagert und mittlerweile
ausgetropft ist. Diesem Trog folgt ein Keil, der die Nordsee überquert und bis
zum Abend auf Norwegen übergreift. Durch diesen Keil wird ein Bodenhoch
gestützt, das sich von Frankreich und vom Westen Deutschlands nach Osten
ausweitet. Hierdurch ergibt sich eine Hochbrücke, die sich vom Azorenraum über
Mitteleuropa hinweg bis in die Schwarzmeerregion erstreckt. An der Ostseeküste
macht sich der Trog anfangs mit Böen Bft 7 bemerkbar, bevor ab Mittag auch dort
der Gradient auseinandergezogen wird und der Wind dann nicht mehr warnrelevant
ist.
Absinken im Bereich der Hochbrücke sorgt im Westen und Süden abseits der Alpen
für längere sonnige Abschnitte. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle wird die
Einstrahlung durch Sc-artige Wolkenfelder gedämpft, die von der Nordsee
übergreifen. Unmittelbar an den Alpen hält sich mehrschichtige Bewölkung, die
aus der regen Tiefdrucktätigkeit südlich der Alpen resultiert. Die
Tageshöchsttemperaturen erreichen 19 bis 23, im Küstenumfeld und in Alpennähe
Werte um 17 Grad.
In der Nacht zum Freitag nähert sich von der Nordsee her ein relativ schwacher
und breiter Trog. Vorderseitig zieht im Nordwesten und ganz im Westen
mehrschichtige Bewölkung auf, wahrscheinlich ohne dass Niederschlag fällt. An
der Nordsee frischt der Wind aus Südwest auf, an der Nordfriesischen Küste und
über der offenen See sind einzelne Windböen Bft 7 nicht ganz auszuschließen.
Ansonsten klart es verbreitet auf. Die Luftdruckgegensätze sind gering, so dass
sich stellenweise flache Nebelfelder bilden können. Unter Wolken und im
Küstenbereich sind zweistellige Temperaturminima zu erwarten, ansonsten kühlt es
sich auf 9 bis 3 Grad ab.
Freitag... greift der Trog nebst vorgelagertem und mittlerweile okkludiertem
Frontensystem auf Deutschland über. Für geringe Niederschläge reicht es
allenfalls im Nordwesten Deutschlands, an der Nordsee kann der auf Nordwest
drehende Wind mit einzelnen Böen Bft 7 auffrischen. Ansonsten hält sich im
Bereich der o.g. Hochbrücke antizyklonaler Einfluss. Vom Südwesten bis in den
Osten hinein stellen sich erneut längere sonnige Abschnitte ein. Gegenüber den
Vortagen erfolgt ein leichter Temperaturanstieg. In tieferen Lagen
Südwestdeutschlands werden bis 25 Grad erreicht.
In der Nacht zum Samstag verlagert sich der Trog nach Polen, gefolgt von einem
breiten Rücken, der sich von der Biskaya in Richtung Nordsee erstreckt und sich
von dort bis nach Mittelskandinavien ausweitet. Hiervon profitiert die
wetterbestimmende Hochbrücke, die sich durch Druckanstieg über Mitteleuropa
kräftigt und sich bis Weißrussland erstreckt. Geringe Niederschläge sind mit
Passage des sich weiter abschwächenden Frontensystems anfangs noch in Küstennähe
vorstellbar, ansonsten bleibt es trocken. Aufgrund der fortschreitenden
Austrocknung der Luftmasse ist die Nebelneigung nur gering.
Samstag... greift der Höhenrücken auf Deutschland über. Stromaufwärts und somit
über dem Atlantik wird die Strömung zonaler. Ein darin eingelagertes
Frontensystem überquert weitgehend die Nordsee. Mit einer sich annähenden
Warmfront zieht im Nordwesten Deutschlands mehrschichtige Bewölkung auf, zum
Abend hin setzt an der Nordsee etwas Regen ein. Zudem frischt an und über der
Nordsee der Wind auch wieder mit einzelnen Böen Bft 7 auf.
In den anderen Gebieten hält sich der Einfluss der Hochbrücke. Absinken lässt
südlich der Mittelgebirgsschwelle keine nennenswerte Wolkenbildung zu. Südlich
der westlichen Mittelgebirge werden dann wieder um oder etwas über 25 Grad
erreicht, ansonsten sind 19 bis 24 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Sonntag wird ein weiterer schwacher, aber relativ breiter Trog
ostwärts gesteuert und gelangt in die Nordsee. Vorderseitiger Druckfall
induziert eine schwache Zyklogenese, wodurch eine Tiefdruckrinne nebst
eingelagertem Frontensystem zustande kommt. Die Warmfront, die durch diesen Trog
aktiviert wird, greift dann mit Niederschlägen bis etwa auf die Mitte
Deutschlands über. Im Nordwesten und Westen Deutschlands können dann durchaus
einige bis etwas über 10 mm innerhalb von 12 Stunden zusammenkommen. Mit Passage
der Warmfront sind an und über der Nordsee Windböen Bft 7 etwas wahrscheinlicher
als zuvor. Im Binnenland sollte der Wind noch nicht warnrelevant sein.
Weiter nach Süden hin hält sich der Einfluss der Hochbrücke, deren Achse sich
über den Alpenraum hinweg ostwärts erstreckt. Da auch in diesen Gebieten der
Gradient ein wenig anzieht, ist die Nebelneigung nur gering.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann