Thema des Tages

05-09-2026 12:20


Wissenschaft kompakt

Kopfschmerzen durch Wetter


Heute ist bundesweiter Kopfschmerztag. Es gibt zahlreiche Ursachen
für Kopfschmerzen, darunter auch das aktuelle Wetter. Menschen, die
körperlich unter der Wettersituation leiden, werden als wetterfühlig
bezeichnet. Doch was steckt genau dahinter und wie wirkt es sich auf
den Körper aus?



Wir nutzen daher die Gelegenheit, dem Thema dieses Aktionstages auch
von unserer Seite etwas beizusteuern.
Kopfschmerzen gelten als eine der häufigsten Gesundheitsbeschwerden
in Deutschland. Laut Deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
(DMKG) leiden täglich etwa drei Millionen Erwachsene daran. Die
Beschwerden können durch eine Vielzahl an Ursachen ausgelöst werden.
Darunter fallen zum Beispiel Reizungen schmerzempfindlicher Organe
wie der Hirnhaut, des Sehnervs oder der Nervenstränge. Doch auch
Wetter und vor allem Wetterveränderungen können zu körperlichen
Beschwerden wie Kopfschmerzen führen. Die Wissenschaft dahinter nennt
sich Biotropie (Bio = Leben, Tropie = Veränderung), also die Lehre
über wetterbedingte Beeinflussung des Körpers.



Menschen besitzen die Fähigkeit, eigene Regelgrößen wie die
Körperkerntemperatur trotz Schwankungen der Umwelt in einem
bestimmten Bereich konstant zu halten. Über die Regulierung zum
Beispiel der Herzaktivität, des Blutdrucks oder der Atmung wirkt das
vegetative Nervensystem äußeren Störungen entgegen. Kommt das
Nervensystem diesen Anpassungen nicht rechtzeitig hinterher, kann es
zu Unwohlsein kommen. Dieser Zustand wird dann als ?wetterfühlig?
bezeichnet und kann mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Migräne,
Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen einhergehen. Auf
etwa die Hälfte der Bevölkerung trifft dies zu. Verstärkt werden
können die Beschwerden, wenn zusätzlich auch noch Vorerkrankungen
vorliegen. Diese Personengruppe umfasst etwa 10-15 % und wird als
?wetterempfindlich? bezeichnet. Besonders Rheuma, Atemwegs- und
Herz-Kreislauf-Probleme sowie psychische Erkrankungen zeigen ein
signifikant stärkeres Wirken in Zusammenhang mit bestimmten
Wetterlagen.


Dabei wirkt immer die Gesamtheit der meteorologischen Parameter auf
den Menschen ein. Also die Änderung der Lufttemperatur, Feuchte,
Druck und Wind. Wetterlagen, bei denen sich diese Parameter rasch
ändern, sind Durchzüge von Warm- oder Kaltfronten. Je nach Sektor, in
dem man sich dabei befindet, sind unterschiedliche Beschwerden
typisch.



Für alle wetterfühligen oder wetterempfindlichen Personen, die sich
über die Auswirkungen der Wetterlagen in den kommenden Tagen
informieren möchten, erstellt der Deutsche Wetterdienst täglich eine
Gefahrenkarte für Wetterfühlige. Darauf ist bis zu 2 Tage im Voraus
einzusehen, wo für welche Personengruppen erhöhte
Befindensbeeinträchtigungen vorliegen. In der Karte können auch
positive Einflüsse eingezeichnet sein. Dies ist zum Beispiel in
warmen Hochdrucklangen ohne Bodeninversion der Fall. Dort können das
allgemeine Befinden und das Herz- und Kreislaufgeschehen begünstigt
werden, weshalb dies als anregende, konzentrations- und
leistungssteigernde Wetterlage empfunden wird.

Es gibt verschiedene Methoden, der Beeinträchtigung durch
Wetterumschwünge entgegenzuwirken beziehungsweise sich demgegenüber
resistenter zu machen. So kann zum Beispiel die Anpassungsfähigkeit
des Nervensystems trainiert werden, indem regelmäßig Wechselduschen
genommen werden oder durch häufige Aufenthalte draußen bei
unterschiedlichsten Wetterlagen. Weiter ist ein gesunder und
stressfreier Grundzustand förderlich. Es sollte also auf genügend
Schlaf, Vermeidung von Stress und eine gesunde und ausgewogene
Ernährung geachtet werden.

In diesem Sinne: euch allen einen hoffentlich kopfschmerzfreien
Kopfschmerztag.


Meteorlogin Anna-Lena Dötsch

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.09.2026

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