DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

01-09-2026 10:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 01.09.2026 um 10.30 UTC



Vor allem im Norden unbeständig. Im Süden Hochdruckeinfluss und sehr warm,
teilweise heiß.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 08.09.2026


Am Freitag ziehen mit einer westlichen Strömung Tiefausläufer eines zur Ostsee
ziehenden Tiefs über Norddeutschland nach Osten. Im Warmsektor gelangt ein
Schwall subtropischer Luft nach Deutschland. Dabei regnet es im Norden
gebietsweise und der erhöhte Druckgradient bringt steife Böen im norddeutschen
Binnenland und stürmische Böen oder Sturmböen an den Küsten. Auch exponiert im
Bergland kann der Westwind stürmisch auffrischen. Über Süddeutschland bringt der
Einfluss einer Hochdruckzone vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer Absinken und
ruhiges, darüber hinaus sehr warmes Wetter.
Am Wochenende kommt die Kaltfront des übers Baltikum abziehenden Tiefs bis nach
Süddeutschland voran. Dahinter gelangt etwas frischere Meeresluft bis in den
Süden unseres Landes. Sie gelangt von Westen meist rasch unter
Hochdruckeinfluss. Nur die Nordosthälfte liegt noch länger im Randbereich zum
abziehenden Tief in einer nordwestlichen Strömung.
Im Laufe des Sonntags überquert ein markanter Höhenrücken Deutschland mit
Ostkurs, das entsprechende Hoch im Bodendruckfeld zieht sich nach Südosteuropa
zurück. Wie rasch wir wieder auf eine neuerliche Trogvorderseite gelangen ist
unsicher. Möglicherweise kommt es mit Zufuhr subtropischer Warmluft zu einzelnen
Gewittern in der Westhälfte. Nachdem die Temperaturen zum Samstag einen leichten
Dämpfer bekommen, steigen sie am Sonntag wieder an. Im Südwesten wieder auf
Werte um 30°C.
Postfrontal einer Kaltfront, die wahrscheinlich am Montag durchzieht, folgt dann
zum Ende der Mittelfrist wieder eine antizyklonale Westlage mit dem Rand zur
Frontalzone über Norddeutschland und Hochdruckeinfluss im Süden.

In der erweiterten Mittelfrist deutet sich eine etwas markantere Austrogung an
und ein Drehen der bodennahen Winde auf Nordwest an.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die letzten Läufe des europäischen Modells simulieren recht ähnlich mit
Abweichungen bei den kurzen Wellen. Mit Wochenwechsel werden die Unterschiede
deutlicher. Gerade der gestrige 00z Lauf hatte die Kaltfront am Montag nicht auf
der Karte und erst recht nicht die nun angedeutete Austrogung in der erweiterten
Mittelfrist.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die anderen Globalmodelle, ICON, GFS und UKMO simulieren zunächst ähnlich und
haben ab dem Wochenende leicht abweichende Entwicklungen zu bieten. Der Keil ist
bei ICON und GFS amplifizierter und damit langsamer unterwegs. Entsprechend hält
sich am Sonntag nach deren Lesart störungsfreies Wetter. UKMO ist ähnlicher zum
IFS, schert aber zum Ende der Mittelfrist gemeinsam mit ICON aus und bringt
Mitteleuropa dann rascher auf die nächste Trogvorderseite.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die ENS des IFS stützen die getroffenen Aussagen über den Kontrolllauf. Während
im Norden durchgehend Niederschlagssignale vorhanden sind, mit einem Minimum am
Sonntag, gibt es sie im Süden kaum. Lediglich an der KF am Samstag und zum Ende
der Mittelfrist. Dafür sind im Süden tagsüber fast durchgehend sehr warme bis
heiße Temperaturen zu finden, während sich nach Norden stärker die Trog- und
Tiefausläuferpassagen mit den wechselnden Luftmassen abbilden. Ab dem Wochenende
fächern die Kurven der ENS auf und die Prognosen werden unsicherer. Der Trend
für Geopot 500 und T 850 zeigt nächste Woche aber nach unten.

Die Clusterung liefert für den ersten Zeitschritt 3 Cluster, mit dem Kontrollauf
in Cluster 1, 25 Member. Dieser zieht für Freitag und Samstag etwas zyklonaler
aus, als die anderen Beiden. Von Sonntag bis Dienstag liegen sogar 6 Cluster
vor. Der Kontrolllauf ist im zweitgrößten Cluster untergekommen. In Ansätzen
Cluster 1, vor allem aber Cluster 3 und 5 zeigen einen deutlich markanteren
Höhenrücken über uns, der erst zum Dienstag abzieht. Hinter den oben erwähnten
Gewittern am Sonntag und der möglichen Kaltfront danach und deren
Wetteraktivität gibt es also noch einige Fragezeichen.
In der erweiterten Mittelfrist bieten die 5 Cluster oft zyklonale Strukturen
über Mitteleuropa und werden oft ins Großwetterlageschema NAO+ eingeordnet.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Freitag sind im Norden steife, an den Küsten und in Schleswig-Holstein auch
stürmische Böen oder Sturmböen wahrscheinlich. Der auftretende Regen wird
wahrscheinlich nur sehr lokal in die Nähe der Warnschwellen kommen. Sollte es im
Norden mal für ein Gewitter reichen, kommt es in Verbindung mit dem stürmischen
Wind in den markanten Bereich. Am Samstag bleibt es besonders an der Ostsee noch
einige Zeit windig bis stürmisch.
Die Gewitter im Laufe des Sonntags über Westdeutschland sind nicht übermäßig
wahrscheinlich. Sollte es dazu kommen, sind dabei Starkregen, Hagel und
Sturmböen nicht ausgeschlossen.
Mit Beginn der nächsten Woche sind dann an den Küsten stürmische Böen möglich
sowie allgemein einzelne kräftige Gewitter.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und ENS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner