DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
23-08-2026 16:01
SXEU31 DWAV 231800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 23.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
STEFFEN der Stoiker - ruhiger Wochenstart ohne besondere Vorkommnisse
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... befindet sich der südliche Teil Deutschlands im Bereich eines
wuchtigen Bodenkeils, der sich ausgehend vom zentralen Hoch STEFFEN mit
Schwerpunkt über UK/Irland über den Alpenraum bis zum nördlichen Balkan
erstreckt. Unter einer bei ca. 800 hPa verorteten Absinkinversion haben sich in
der eingeflossenen maritimen Polarluft (mPs) tagsüber flache Quellungen
gebildet, die der Sonne aber noch ausreichend Platz zur Entfaltung gegeben
haben. Dazu Temperaturen meist zwischen 20 und 25°C, im Bergland etwas darunter
- viel mehr gibt es da nicht zu erzählen.
Da zeigte sich der Norden schon aktiver, was dem kräftigen Sommertief PRISKA
über Karelien geschuldet war. Die (relative) Nähe zum Tief, ein solider
Gradient, ein gut ausgeprägter Randtrog in der Höhe sowie mehr Labilität als im
Süden sorgten am Ende für eine muntere Mischung aus Quellungen, etwas Sonne
sowie einzelnen Schauern oder kurzen Gewittern. Dazu wehte ein mitunter böig
auflebender, an der See frischer West- bis Nordwestwind mit steifen Böen 7 Bft.
Mehr als maximal 20°C konnten dabei nur ganz selten registriert werden.
In der nun bevorstehenden Nacht zum Montag tut sich gar nicht mal so viel an der
Gesamtkonstellation. Okay, die gute PRISKA füllt sich allmählich auf, was den
Gradienten bei uns aufweicht. Folgerichtig lässt der Wind kontinuierlich nach
und rutscht schon früh unter die Warnschwelle. Nachlassen tun auch die Schauer
und Gewitter, weil sich der Randtrog nach Polen verabschiedet und der Tagesgang
den Rest erledigt. In der zweiten Nachthälfte sind am ehesten an der
vorpommerschen Küste noch ein paar Huschen denkbar.
Zur Mitte und nach Süden hin lösen sich die Quellungen auf, dafür ziehen im
Südwesten von Frankreich und der Schweiz her einige Cirren auf. Absender ist ein
Tief knapp westlich der Iberischen Halbinsel, von dem wir in den nächsten Tage
noch mehr hören und lesen werden. Ansonsten bliebe nur noch festzuhalten, dass
sich einige Nebelfelder bilden. Eine großflächige Unterschreitung der
neuralgischen 150m-Schwelle ist dabei aber nicht zu erwarten. Frisch wird´s mit
verbreitet 10 bis 5°C, im zentralen und bayerischen Mittelgebirgsraum
stellenweise auch darunter. Etwas milder bleibt es gebietsweise lediglich im
Südwesten und Nordosten sowie direkt am Nord- und Ostseewasser.
Montag ... starten wir ruhig und gediegen in die neue Woche, übrigens der
letzten des meteorologischen Sommers 2026, der alles andere als durchschnittlich
war und so manchen Knaller zu bieten hatte. Der morgige Montag allerdings dürfte
in den Chroniken als normaler bis leicht unterkühlter Tag ohne besondere
Vorkommnisse protokolliert werden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das
Hoch verlagert seinen Schwerpunkt zur nördlichen Nordsee respektive nach
Südnorwegen, wodurch sich der zugehörige Keil bei uns ausweiten kann. Dazu gibt
es Unterstützung durch einen langsam von Westen näherrückenden Potenzialrücken,
der das Absinken forciert und die Inversion insbesondere im Westen und Süden
etwas nach unten drückt. Gleichzeitig nehmen die zyklonalen Elemente ab, weil
die nach NW-Russland abwandernde PRISKA weiteren Einfluss auf unser Geschehen
verliert.
Somit ist das Wetter des morgigen Tages rasch erzählt: viel Sonne, im Norden
vorübergehend stärkere Quellungen, einzelne Schauer aber allenfalls von
Vorpommern bis hinunter zur Uckermark. Im Süden tummeln sich weiterhin Cirren,
evtl. auch ein paar mittelhohe Schollen, die vom o.e., zur Westspitze
Frankreichs ziehenden Tief entsandt werden. Höchsttemperatur zwischen rund 20°C
an den Küsten und bis zu 28°C im Raum Basel.
In der Nacht zum Dienstag setzt sich das Tief über Westfrankreich zunehmend in
Szene. So nähert sich eine Rinne mit eingelagerter Warmfront dem Südwesten, wo
es spätestens in der zweiten Nachthälfte vom Elsass her und aus der Schweiz
heraus anfängt zu regnen. Schaut man auf die Prognosetemps, lässt sich etwas
abgehobene Labilität ausmachen, die mindestens für schauerartige Verstärkungen,
wenn nicht gar für vereinzelte Gewitter sorgt.
Der große Rest des Landes verbringt die Nacht unter einem gering bewölkten bis
klaren Himmel mit wenigen Nebelfeldern am Boden (Favorit Vorpommern).
Tiefstwerte im Süden und Westen 16 bis 10°C, sonst 12 bis 6°C, im Erzgebirge
lokal noch frischer.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... siehe Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
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Keine nennenswerten Zusätze.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann