Thema des Tages

21-08-2026 13:20


Wetter aktuell

Noch einmal turbulent, dann wird's wieder ruhiger



Das Wetter bleibt turbulent - zumindest ist das am heutigen Freitag
noch so. Am Wochenende steht dann aber eine Wetterberuhigung ins
Haus. Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.



Derzeit ist einiges los beim Wetter und da bilden auch der heutige
Freitag und die Nacht zum Samstag keine Ausnahme. Grund hierfür ist
ein Ausläufer von Tief NORA II über Nordosteuropa, der sich von dort
über Süddeutschland bis in den westlichen Mittelmeerraum
"schlängelt". Während südöstlich davon feuchtwarme Luft subtropischen
Ursprungs liegt, ist nordwestlich eine etwas gemäßigtere Luftmasse
vorhanden.

An diesem Ausläufer konnte sich ein kleinräumiges Tief bilden, das
sich heute zur Mittagszeit über Norditalien/Südostschweiz befand und
von Norditalien über die Schweiz bis in den Süden Baden-Württembergs
bereits für mitunter kräftige und gewittrige Regenfälle sorgte und
sorgt. Die weitere Entwicklung ist sehr komplex. Man könnte jetzt
vereinfacht sagen, dass dieses Tief nun am heutigen Freitag
nordostwärts über Südostbayern und Tschechien nach Polen zieht und am
Samstag das Baltikum erreicht. Genaugenommen hat sich aber am
bayerischen Ostalpenrand ein weiteres kleinräumiges Tief entwickelt,
das auf den Namen PRISKA hört und die Arbeit des Norditalientiefs
"übernimmt". Sprich: PRISKA wird unter Verstärkung und mit den
gewittrigen Regenfällen im Gepäck die angesprochene Zugbahn
einschlagen.


Aber wie dem auch sei: Im heutigen Tagesverlauf ziehen zum Teil
gewittrige Starkregenfälle über den Südosten unseres Landes hinweg.
Dabei sind vor allem vom Bodensee bis nach Ost- und Südostbayern
gebietsweise um 30 l/qm innerhalb weniger Stunden zu erwarten.
Vereinzelt sind auch unwetterartige Entwicklungen mit noch höheren
Mengen wahrscheinlich, was dann zu lokalen Überflutungen führen kann.


Der Fokus liegt nach aktuellem Stand aber auf dem Südosten Bayerns,
also etwa vom Alpenrand bis nach Niederbayern. Dort könnten sich vor
Übergreifen der gewittrigen Regenfälle ab dem Nachmittag schwere
Gewitter mit lokal heftigem Starkregen, schweren Sturm- bis Orkanböen
und Hagel entwickeln. Allerdings ist diese Entwicklung sehr unsicher
und hängt stark davon ab, wie schnell die Regenfälle auf den Südosten
übergreifen. Je früher das passiert, desto weniger Energie wird den
Gewittern zur Verfügung stehen und desto schwächer fallen sie aus.
Was noch dazukommt, ist, dass durch die Verstärkung von PRISKA der
Wind auch abseits potentieller Gewitter im Alpenvorland stürmisch
auffrischen kann. So meldete Lindau um 14 Uhr beispielweise Böen bis
87 km/h.


Aber auch im großen Rest des Landes bleibt das Wetter "aktiv" mit
Schauern und vor allem über der Mitte auch örtlichen Gewittern.
Besonders in der Nacht zum Samstag kann es dort gebietsweise
ebenfalls wiederholte Regenfälle mit lokalen Mengen um 30 l/qm in
wenigen Stunden geben, vereinzelt auch mehr. Auch wenn sich viele
vielleicht über den Regen freuen werden, besteht bei diesen
Starkregenereignissen lokal durchaus Überflutungsgefahr.


Am Samstag beruhigt sich das Wetter dann allmählich. Vielerorts sind
zwar nochmals Schauer, vereinzelt auch Gewitter unterwegs, die aber
ne ganze Ecke schwächer ausfallen werden als am heutigen Tag. Der
Sonntag bietet dann besonders in der Südhälfte bestes Ausflugswetter
bei viel Sonnenschein und Höchstwerten zwischen 20 und 25 Grad. Im
Norden sind dagegen mehr Wolken unterwegs, die vereinzelt auch für
einen kurzen Schauer gut sind. Dazu wird es windig und mit maximal 18
bis 22 Grad geringfügig kühler. Einem Ausflug sollte aber auch dort
zumindest vom Wetter her nichts im Wege stehen.



Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.08.2026

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