Thema des Tages

12-08-2026 12:50


Wissenschaft kompakt

Höhepunkt der Perseiden



In der kommenden Nacht zum Donnerstag wird der Höhepunkt der
Perseiden erreicht. In diesem Jahr herrschen optimale Bedingungen zum
Beobachten der Sternschnuppen.



Neben der partiellen Sonnenfinsternis, die am heutigen Mittwochabend
kurz nach 20 Uhr (MESZ) über Deutschland ihr Maximum erreicht (siehe
Thema des Tages vom Vortag), gibt es in der kommenden Nacht gleich
das nächste Himmelsspektakel zu bestaunen ? das Maximum der
diesjährigen Perseiden. Obwohl die Bedingungen in diesem Jahr
besonders gut sind, fristen die Perseiden medial gegenüber der
allgegenwärtigen Sonnenfinsternis fast ein Schattendasein. Im
heutigen Thema des Tages erklären wir ein paar Hintergründe zu den
Perseiden und geben eine Prognose zu den Beobachtungsbedingungen.

Bei den Perseiden (volkstümlich auch Laurentiustränen genannt)
handelt es sich um den bekanntesten jährlich wiederkehrenden
Meteorregen, der in der Zeit vom 17. Juli bis zum 24. August am
Himmel zu beobachten ist. In der Nacht zum 13. August schickt er ein
deutliches Maximum an Sternschnuppen zu uns. Noch mehr Sternschnuppen
erzeugen allerdings die Geminiden und die Quadrantiden im Dezember
und Januar, die aber aufgrund der kalten Jahreszeit nicht so viele
Menschen zum Beobachten nach draußen locken.

Ihren Namen verdanken die Perseiden dem Sternbild Perseus. Die
Sternschnuppen scheinen diesem Sternbild zu entspringen, da sie sich
vom Perseus im Zentrum strahlenförmig nach außen bewegen. In
Wirklichkeit finden die Sternschnuppen aber ihren Ursprung in der
unmittelbaren Erdumgebung. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die
Erde jedes Jahr im Sommer eine Teilchenwolke, die der Komet
109R/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne zurückließ. Dabei
handelt es sich um winzigen kosmischen Staub, dessen Teilchen nur
eine Größe von wenigen Millimetern besitzen. Diese treffen mit einer
Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde (entspricht ca.
216.000 km/h) auf die Erde und dringen in die Erdatmosphäre ein. In
einer Höhe von 60 bis 80 Kilometern bringen sie so die Luftmoleküle
zum Leuchten, was man am Boden als Sternschnuppe beobachten kann. Es
leuchten also nicht die verglühenden Staubteilchen selbst, sondern
die ionisierte Luft um die Teilchen herum.

Der Meteorstrom ist von 22 Uhr abends bis 4 Uhr morgens gut zu
beobachten, wobei die beste Beobachtungszeit in Mitteleuropa etwa von
2 bis 3 Uhr ist, wenn das Sternbild Perseus hoch am Himmel steht.
Allerdings sollte man nicht direkt zum Perseus blicken, sondern 20
bis 40° abseits des Sternbilds, um die langen Sternschnuppenschweife
zu sehen. Dabei sollte man einen Beobachtungsort mit wenig
künstlichen Lichtquellen in der Umgebung suchen, denn mit zunehmender
Lichtverschmutzung kann man nur noch die leuchtstärksten
Sternschnuppen sehen. In den Medien wird oft von bis zu hundert
Sternschnuppen pro Stunde gesprochen. Dieser Wert ist allerdings viel
zu hoch gegriffen und nur unter optimalen Bedingungen zu erreichen,
z.B. im Hochgebirge oder in besonders trockenen Wüsten. Am Rand einer
Kleinstadt sinkt die Anzahl sichtbarer Sternschnuppen auf 10-15 pro
Stunde, in der hellen Innenstadt auf 3-5. In ländlichen Regionen
fernab von Ortschaften kann man hingegen mit bloßem Auge etwa 60-70
Sternschnuppen pro Stunde sehen. Aber auch Bewohner in
Ballungszentren müssen nicht auf Sternschnuppen verzichten. Begeben
Sie sich in einen größeren Stadtpark ohne größere Lichtquellen oder
an den Stadtrand, so haben Sie die Chance, dutzende Sternschnuppen
pro Stunde zu sehen. Wem in der kommenden Nacht die Zeit zum
Sternschnuppen Zählen fehlt, hat auch in den darauffolgenden Nächten
noch einmal die Möglichkeit. Unter guten Sichtbedingungen sind dann
auch noch meist 10-30 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen.

Stellt sich nun noch die Frage nach den Bedingungen für das
Beobachten der Sternschnuppen. Astronomisch gesehen ist
hervorzugheben, dass der Höhepunkt der Perseiden in diesem Jahr
zufällig auf den Neumond trifft. Somit bleibt die störende
Lichtquelle durch den Mond komplett aus. Auch die Wetterbedingungen
sind nahezu perfekt. In den meisten Landesteilen ist es wolkenlos.
Allenfalls im Norden und Nordosten zeigen sich ein paar
Schleierwolken am Himmel, die den direkten Blick auf den
Sternenhimmel und somit auch auf die Perseiden zeitweise
beeinträchtigen. Dennoch gibt es auch dort Chancen auf
Sternschnuppen. Eine niedrige Luftfeuchtigkeit sorgt zudem für eine
klare Sicht.

Allerdings wird die Nacht gebietsweise recht frisch, insbesondere in
der Nordosthälfte Deutschlands. Um Mitternacht lässt es sich im
Westen und Südwesten bei knapp über 20 Grad noch recht gut ohne Jacke
draußen aushalten. In den östlichen Landesteilen wird bis dahin die
Temperatur aber oft schon auf etwa 15 Grad abgekühlt sein. Zur besten
Beobachtungszeit um 3 Uhr (MESZ) wird die Temperatur auch im Westen
unter 20 Grad liegen, im Osten wird es mit meist nur um oder knapp
über 10 Grad ziemlich kühl. Neben gut geputzten Brillengläsern sollte
man dort also auch an eine ausreichend warme Jacke denken.


Dr. rer. nat. Markus Übel

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.08.2026

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