DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
07-08-2026 11:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 07.08.2026 um 10.30 UTC
Weitgehend ausbleibende Niederschläge. Dabei sehr warm bis heiß, nur im Norden
am Montag und Dienstag vorübergehend kühler.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 14.08.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Montag liegt über Nordwestafrika hohes
Geopotential. Die Achse eines Höhenrückens reicht dabei über das Westliche
Mittelmeer und die Karpaten nordostwärts ins nahe Osteuropa. Dem gegenüber
befindet sich ein Höhentief über dem Südteil der Norwegischen See. Ein Trog
reicht dabei über die Nordsee und die Biskaya südwestwärts. Westlich davon liegt
der nächste Höhenrücken. Alle genannten Systeme schwenken im Tagesverlauf
ostwärts. Am Boden rückt ein Tief von Nordskandinavien in die Barentssee vor.
Ein teilokkludiertes Frontensystem liegt dabei über dem südlichen Bereich der
Nordsee. Der Trog rückt dabei auf eine Linie Mittelschweden - Südliche Ostsee -
Ostalpen vor, und das korrespondierende Frontensystem, eine Kaltfront, schwenkt
von der Nordsee südostwärts. Der Trog wird Deutschland damit überqueren, die
Kaltfront kommt bis Dienstagfrüh etwa bis in die mittleren Landesteile voran.
Dort schwächt sich ab. Postfrontal gelangt ein Schwall kühlerer Meeresluft in
die Nordhälfte des Landes und die Hitze wird vorübergehend in den Süden und
Südwesten zurückgedrängt. In der Nordhälfte liegen die Höchstwerte am Montag
dann meist zwischen 22 und 28 Grad und am Dienstag bei 19 bis 26 Grad mit den
niedrigeren Werten an beiden Tagen im Norden. Unmittelbar an der See ist es noch
etwas kühler. Mit Frontpassage kann es im äußersten Norden und Nordosten etwas
regnen. Weiter Richtung Mitte zeigt die Front aber wenig Wetteraktivität. Denn
nach Abzug des Troges baut sich über Westeuropa bereits wieder ein Höhenrücken
auf mit einem Bodenhoch, das am Dienstag von der Nordsee und dem Vereinigten
Königreich bis nach Mitteleuropa reicht. Im Vorfeld der Front kann es am Montag
in einer feuchteren und labileren Luftmasse vor allem im Süden und eventuell
noch bis nach Sachsen reichend für die Entwicklung einzelner Schauer und
Gewitter reichen. Im Süden werden am Montag verbreitet um 34 Grad erreicht, am
Dienstag sind 34 Grad nur im äußersten Südwesten zu erwarten. Am Dienstag sind
dann im äußersten Süden noch konvektive Umlagerungen möglich.
Nachfolgend können sich ab Mittwoch sowohl der Höhenrücken als auch das
Bodenhoch weiter kräftigen. Dabei verlagert sich der Hochschwerpunkt von der
Nordsee allmählich Richtung Südliche Ostsee und östliches Mitteleuropa und am
Donnerstag zum Baltikum und nachfolgend am Freitag zur Nordukraine. Damit
einhergehend kommt die heiße Luftmasse aus dem Süden und Südwesten wieder
zunehmend in die nördlichen Landesteile voran, sodass am Donnerstag wieder
nahezu landesweit ein heißer oder sehr heißer Tag zu erwarten ist. Ausnahme
bleibt der äußerste Norden. Am Freitag deuten neue Modell-Läufe die Bildung
eines Kurzwellentroges über Frankreich an. Am Boden bilden sich kleinräumige
Tiefdruckgebiete, die bis Westdeutschland vorrücken können. Niederschlagssignale
sind allerdings für Deutschland praktisch nicht gegeben. Abermals wird es mit
Zufuhr südwestlicher Luftmassen in der Südhälfte sehr heiß, im Norden mit
Ausnahme der Küstengebiete und dem äußersten Norden heiß.
Darüber hinaus in die erweiterte Mittelfrist hinein nähert sich von Nordwesten
der nächste Höhentrog an. Neueste Modell-Läufe lassen diesen bis Sonntag nach
Nordwestdeutschland vorrücken. Eine erneute Frontpassage könnte vereinzelt etwas
Regen bringen und die Hitze erneut etwas dämpfen. Flächige Niederschläge sind
aber weiter nicht in Sicht.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells kann über den gesamten Vorhersagezeitraum als
gut bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede zwischen den Läufen haben keine
signifikante Änderung des Wetters zur Folge.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim Modellvergleich ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Die
großräumige Entwicklung wird von den betrachteten Globalmodellen sehr ähnlich
prognostiziert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Rauchfahnen:
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen einen
einheitlichen Verlauf. Der Zeitraum der Mittelfrist beginnt mit einem kurzem
Temperaturrückgang (der beispielweise für Freiburg und München kaum ins Gewicht
fällt). Danach folgt ein Temperaturanstieg bis Freitag, für München bis Samstag,
ehe die Temperatur erneut zurückgehen wird.
Der erneute Temperaturrückgang in der erweiterten Mittelfrist wird von den
Membern gestützt.
Niederschlagssignale sind äußerst rar und am ehesten am Montag und dann erst
wieder am darauffolgenden Wochenende vorhanden.
Clusteranalyse:
Zu Beginn der Mittelfrist (t+84-96) werden 4 Cluster geboten, die alle das
klimatologische Szenario "Atlantischer Rücken" rechnen.
Im Zeitraum t+120-168 h wird ein Cluster geboten. Zu Beginn dauert das Regime
"Atlantischer Rücken" an, ab Donnerstag findet ein Wechsel zum Blocking-Regime
statt. In der erweiterten Mittelfrist (t+192-240) wird ein Cluster gerechnet,
welches das Blocking-Regime fortsetzt.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikant in der Mittelfrist bleibt die extreme Trockenheit gepaart mit der
weitgehend anhaltenden Hitze.
Abgesehen davon kann es am Montag und Dienstag vor allem im Süden vereinzelt
Gewitter geben. In Verbindung damit ist markanter Starkregen bis 25 l/qm/h
wahrscheinlich, auch kleinkörniger Hagel und Sturmböen Bft 9 sind möglich. Lokal
sind auch unwetterartige Entwicklungen aufgrund von heftigem Starkregen nicht
ausgeschlossen.
FAZIT:
Nach einer kleinen Delle in der Temperaturkurve, die zu Wochenbeginn
hauptsächlich die Nordhälfte betrifft, kehren heiße Luftmassen im weiteren
Verlauf wieder in den Norden zurück. In der Südhälfte werden dann erneut sehr
heiße Luftmassen erwartet. Die extreme Trockenheit verstärkt sich sogar, da
signifikante flächenmäßige Niederschläge nicht in Sicht sind. Lediglich die
Nordhälfte kann zu Wochenbeginn auf leichte Niederschläge hoffen, wenn eine sich
abschwächende Kaltfront in etwa bis zur Mitte vorrückt, im Süden sind nur zu
Beginn der Mittelfrist punktuell und damit lokal Niederschlagsereignisse in Form
einzelner Gewitter zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, ICON, GFS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried