DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
31-07-2026 10:01
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 31.07.2026 um 10.30 UTC
Im Norden sommerlich warm, in der Mitte und im Süden heiß, teils sehr heiß mit
lokalen Hitzegewittern. Andauernde Wärmebelastung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 07.08.2026
Im gesamten mittelfristigen Zeitraum haben wir es mit einer recht stationären
Druck- und Geopotential-Verteilung zu tun und Mitteleuropa befindet sich in
einem gradientschwachen Umfeld. Tiefer Luftdruck und niedriges Geopotential
befinden sich über der Norwegischen See und Skandinavien, höheres Geopotential
weiter südlich. Im Bodendruckfeld ist ein schwaches Hoch zu erkennen, das sich
von der Nordsee bis zum Baltikum erstreckt. Ein ebenso schwaches Tief befindet
sich südwestlich von Irland. Mit einer südwestlichen Strömung gelangt heiße Luft
zu uns nach Deutschland, verbreitet 30 bis 36 Grad sind die Folge mit
entsprechender starker Wärmebelastung. Etwas weniger warm ist es lediglich im
Norden. Dabei bilden sich einzelne Hitzegewitter, vielerorts bleibt es aber
trocken.
Am Dienstag ändert sich an der Geopotential-Verteilung in der Höhe wenig. Im
Bodendruckfeld erkennt man jedoch, dass das erwähnte schwache Hoch ostwärts
abzieht. Stattdessen gelangen wir in eine gradientschwache Sumpflage mit
Hitzetiefs. Es wird zunehmend schwül-heiß bei Temperaturen verbreitet über 30
Grad (Ausnahme nur der äußerste Norden und die Küsten). Allerdings entwickeln
sich im Tagesverlauf verbreitet Hitzegewitter. Unwettergefahr besteht aufgrund
der fehlenden Dynamik v.a. durch Starkregen, aber auch Hagel wird mit von der
Partie sein.
Auch am Mittwoch ändert sich an der Wetterlage nichts Grundlegendes. Der
Hitzeschwerpunkt verlagert sich voraussichtlich auf die Südosthälfte und im
Nordwesten sickert etwas weniger heiße Luft ein, wobei es auch im Westen und
Nordwesten weiterhin sommerlich warm bis heiß bleiben wird. Auch der
Gewitterschwerpunkt verlagert sich auf die Südosthälfte, wobei auch im Westen
lokale Gewitter nicht ausgeschlossen werden können.
Auch am Donnerstag und Freitag ist keine wesentliche Änderung der Großwetterlage
zu erkennen. Weiterhin dominieren tiefes Geopotential über Nordeuropa und dem
nördlichen Nordatlantik und höheres Geopotential weiter südlich über Süd- und
Mitteleuropa. Weiterhin kann sich die heiße Luftmasse im Süden und in der Mitte
halten, während es im Norden und Nordwesten meist unter 30 Grad bleibt. Auch die
Gewitter bleiben uns erhalten, wobei es sich weiter um lokale Hitzegewitter mit
punktuell unwetterartigem Starkregen handeln wird, während flächiger Regen
weiterhin ausbleibt. Abseits der punktuellen Starkregenfälle ist also weiterhin
kein Ende der Trockenheit in Sicht.
Ob dann in der erweiterten Mittelfrist ein von Westen herannahender Trog die
Hitze allmählich verdrängt und möglicherweise auch mal eine dynamischere
Gewitterlage möglich macht, muss abgewartet werden. Hinweise darauf liefern aber
sowohl ICON als auch IFS.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe kann im Wesentlichen als gut eingeschätzt
werden. Die grundlegende Wetterlage respektive Strömungsverhältnisse werden
recht einheitlich simuliert. Kleinere Unsicherheiten kann man jedoch trotzdem
ausmachen, v.a. zum Ende der Mittelfrist. So wird für Donnerstag beim gestrigen
00UTC-Lauf ein stärkerer Temperaturgradient zwischen Nord- und Süddeutschland
simuliert als dies im heutigen 00UTC-Lauf der Fall ist. Dadurch resultiert auch
eine stärker simulierte Konvektion im gestrigen Lauf. Im gestrigen 12UTC-Lauf
konnte am kommenden Freitag die etwas kühlere Luft im Nordwesten sich stärker
bemerkbar machen als dies im heutigen 00UTC-Lauf der Fall ist.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Globalmodelle liefern keine wesentlich neuen Erkenntnisse. Die
Unsicherheiten nehmen auch hier erst zum Ende der Mittelfrist zu. So lässt GFS
am Donnerstag einen ersten Trog über Deutschland hinwegschwenken, den IFS und
ICON nicht auf der Aganda haben. Am Freitag rückt der Trog über Westeuropa etwas
näher an Deutschland heran als bei IFS, sodass wir nach ICON möglicherweise von
einem MCS über BeNeLux gestreift werden könnten. Grundlegend unterschiedliche
Wetterentwicklungen werden aber nicht simuliert.
FAZIT:
Die Hitze geht im Süden und in der Mitte Deutschlands in die Verlängerung. Etwas
weniger warm, aber trotzdem sommerlich, gestalten sich die Temperaturen im
Norden und an den Küsten. Daher muss in weiten Landesteilen über die gesamte
Mittelfrist hinweg mit einer starken Wärmebelastung gerechnet werden. Dazu
gesellen sich lokale Hitzegewitter, am einen Tag zahlreicher, am anderen Tag
weniger zahlreich. Dabei handelt es sich aber überwiegend um undynamische
"Schrottkonvektion" mit punktuell unwetterartigem Starkregen und Hagel; Sturm
dürfte weniger eine Rolle spielen. Aufgrund der nur punktuell auftretenden
Starkregenfälle ist nicht mit einer durchgreifenden Entschärfung der Trockenheit
zu rechnen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen stützen die beschriebenen Erkenntnisse. Nach der Delle bei der
Temperatur am morgigen Samstag steigen die Temperaturen bis Montag wieder
deutlich an und verbleiben auf einem hohen Niveau bei einem geringen Spread.
Erst ab Donnerstag fächern die Kurven deutlich auf und die Vorhersage wird
unsicher.
Gleiches lässt sich auch zum Geopotential sagen, das ebenfalls noch leicht
ansteigt, einen geringen Spread aufweist und erst ab Donnerstag die
Unsicherheiten zunehmen. Dabei sinkt das Geopotential im Mittel aber nur
zögerlich.
Bei den Niederschlägen gibt es nur wenige Ausschläge, was untermauert, dass sich
die Trockenheit in der Fläche fortsetzen wird. Die lokalen Hitzegewitter fallen
durchs Raster bzw. durch die zu große Maschenweite.
Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t_120h-168h drei Cluster angeboten,
mit dem Kontrolllauf in Cluster 2 (19 Member). Sie werden überwiegend dem Regime
einer positiven NAO zugeordnet.
In der erweiterten Mittelfrist (Zeitraum t_192h-240h) werden ganze sechs Cluster
angeboten, wobei alle Zirkulationsregimes vertreten sind. In anderen Worten: Die
Vorhersage wird zunehmend unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
In der schwülwarmen Luftmasse entwickeln sich an allen Tagen mal mehr, mal
weniger zahlreich Hitzegewitter. Sie sind meist undynamischer Natur, sodass
aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit v.a. teils unwetterartiger Starkregen
und lokaler Hagel/Hagelansammlungen zum Problem werden, während Sturmböen nur
eine untergeordnete Rolle spielen. Dabei wird die Regenverteilung über
Deutschland sehr ungleich verteilt sein mit kleinräumig sehr großen Mengen,
während vielerorts nur wenig oder mancherorts sogar gar kein Regen fallen wird.
HITZE:
Vor allem in der Mitte und im Süden, am Dienstag vorübergehend teils auch im
Norden, muss mit einer andauernd starken Wärmebelastung gerechnet werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ICON, IFS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel