DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
30-07-2026 16:30
SXEU31 DWAV 301800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 30.07.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Am Freitag quer über der Mitte teils schwere Gewitter, im Süden gebietsweise
Sturm
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
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Aktuell ... "läuft alles nach Plan". Wir liegen auf der Vorderseite des
Langwellentroges über Westeuropa zwischen tiefem Luftdruck im Nordwesten und
hohem Luftdruck im Südosten. Dabei zieht ein Bodentrog mit eingelagerter
Konvergenz von der westlichen Mitte in den Nordosten. Im Umfeld gibt es
Gewitter, die örtlich unwetterartig ausfallen. In der Nacht zum Freitag verlässt
uns der Trog über den Nordosten, die Gewitter ziehen ab. Die Strömung glättet
sich. Ausgangs der Nacht könnte ein zweiter kleine Bodentrog von Südwesten her
die westliche Mitte erreichen und erste Schauer und Gewitter auslösen, das ist
aber unsicher. Sicher ist, dass die zu einem der Tiefs aus dem Konglomerat über
dem Nordmeer und Skandinavien gehörende Kaltfront den äußersten Norden und
Nordwesten Deutschlands erreicht. Sie bleibt im Norden quasi liegen und bettet
sich in die Strömung. Damit gelangt in die Regionen stabilere und kühlere Luft,
die aus Südwesten gegen Morgen angefeuchtet wird.
Freitag ... kommt die Front auch nicht richtig voran. Sie wellt sich über dem
Norden Deutschlands, bringt kühlere (7 bis 12 Grad in 850 hPa) und mäßig feuchte
Luft und sorgt vor allem im Nordwesten für etwas Regen. Südlich an die
Frontalzone schließt sich weiterhin heiße Luft (16 bis 26 Grad in 850 hPa) an,
die am Vortag angefeuchtet wurde. Mit weiteren kurzwelligen Anteilen aus dem
Langwellentrog wird die Luft gehoben und es kommt zu Gewittern. Vor allem vom
Südwesten über die Mitte bis an die Neiße sind bei CAPE-Werten um 1000 J/kg, ppw
zwischen 35 und 40 mm und leichter bis mäßiger Scherung Unwetter durch
Starkregen und Hagel wahrscheinlich. Der Wind spielt eine untergeordnete Rolle,
wenngleich Böen im Sturmbereich (Bft 9) möglich sind.
Weiter nach Süden tut sich der Aufbau von CAPE schwerer. Die Grundschicht ist
noch recht trocken. Die Gewitterauslöse ist gedämpft. Zuträglich sind allerdings
die vergleichsweise hohen Berge (Schwarzwald, Schwäbische Alb). Bei Auslöse
steht der Wind im Vordergrund, der erneut Sturmböen, vereinzelt auch schwere
Sturmböen hervorbringen kann. Mit einer modellübergreifend simulierten
Druckwelle, die sich gegen Mittag im Südwesten aufbaut und gegen Abend am Inn
ausläuft, sind die Böen auch abseits der Gewitter möglich.
In der ersten Nachthälfte zum Samstag ziehen die (schweren) Gewitter über die
Neiße ab. Beruhigung stellt sich wahrscheinlich nicht ein, denn es folgen
weitere kleine kurzwellige Anteile, die immer wieder für Hebung über der Mitte
und teils auch im Süden sorgen. Damit kommt es nach Mitternacht in der
Südosthälfte Deutschlands zu weiteren Schauern und Gewittern, die sich
ost-nordostwärts verlagern. Die Feuchte ist hoch (ppw örtlich bis 45 mm), es ist
also nicht ausgeschlossen, dass es noch einzelne Unwetter durch heftigen
Starkregen gibt, die Verbreitung ist aber geringer als am Tage/Abend. Richtung
Westen und Norden ist die Lage stabiler, hier greift die einfließende kühlere
Luft.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... ergeben sich zur Frühübersicht keine Änderungen.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die Lage recht einheitlich. Es gibt noch kleinere
Unsicherheiten was die kurzwelligen Anteile in der Nacht zum Samstag angeht. In
der Grundsache sind die Signale aber ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jacqueline Kernn