Thema des Tages
25-07-2026 12:50
Wetter aktuell
Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze
Eine neue Hitzewelle bahnt sich in der kommenden Woche an und die
Trockenheit findet vor allem im Südwesten ihre Fortsetzung. Wie heiß
es wirklich und wo der Hitzehotspot liegen wird, ist im heutigen
Thema des Tages zu erfahren.
Am heutigen Samstag verlagert sich Hoch NORBERT allmählich nach
Südosteuropa und macht damit den Ausläufern der Tiefdruckgebiete
EVELINE und FLOORA, die über Nordeuropa hinwegziehen, Platz. Damit
hält vor allem in der Nordhälfte des Landes im Laufe des Wochenendes
wechselhaftes Sommerwetter Einzug. In der neuen Woche bahnt sich dann
eine neue Hitzewelle an. An der Südwestflanke eines umfangreichen
Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über Südosteuropa kann eine heiße
Luftmasse, die ihren Ursprung im Süden Spaniens hat, nach
Mitteleuropa transportiert werden. Die Intensität und Andauer der
Hitzewelle ich noch mit ein paar Fragezeichen zu versehen.
Die teils verbreitet propagierten Höchstwerte von über 40 Grad in
Deutschland zeichnen sich jedoch nicht ab. Hier schießt nach wie vor
das amerikanische GFS-Modell mit in der Südhälfte flächendeckend um
40, punktuell bis 44 Grad, den Vogel ab. Diese Prognosen sind in die
Welt der Fabeln zu verweisen, denn kein weiteres bekanntes
Wettermodell berechnet diese Spitzenwerte in der kommenden Woche.
Nach derzeitigen Prognosen werden der Donnerstag und der Freitag die
heißesten Tage der Woche mit Maxima zwischen 34 und 38, lokal um 39
Grad in der Südhälfte und 28 bis 34 Grad in der Nordhälfte.
In puncto Niederschlag schaut der Südwesten weiterhin in die Röhre.
In der Nordhälfte fällt vor allem am Sonntag zeitweise schauerartiger
und mitunter gewittrig durchsetzter Regen und auch vom Südschwarzwald
bis zum Alpenrand gibt es an diesem Wochenende einzelne Schauer und
Gewitter. Zum Start in die neue Woche fallen vor allem quer über der
Mitte und am Alpenrand noch einzelne Schauer. Im weiteren
Wochenverlauf tröpfelt es allenfalls im Norden noch ein wenig,
während es sonst zunächst meist trocken bleibt. Erst in der zweiten
Wochenhälfte stehen örtlich kräftige Hitzegewitter auf der Agenda.
Flächendeckender Regen bleibt jedoch aus, sodass sich insbesondere im
Südwesten und äußersten Westen die Trockenheit weiter verschärft.
Beispielsweise fielen vom Niederrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet seit
Monatsbeginn in der Fläche nur zwischen 1 und 10 l/qm und bis
Monatsende zeichnen sich nur wenige weitere Liter pro Quadratmeter
ab. Normalerweise summiert sich der Niederschlag dort im gesamten
Juli auf 50 bis 70 l/qm.
Die ausbleibenden Niederschläge in Verbindung mit der zunehmenden
Hitze und der sich damit verstärkenden Verdunstung sorgen dafür, dass
die Waldbrandgefahr in der Südhälfte wieder deutlich zunimmt und am
Mittwoch bereits flächendeckend die Stufe 4 erreicht.
Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.07.2026
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