Thema des Tages

22-07-2026 11:50


Wetter aktuell

Nordströmung hält die Hitze auf Abstand


Während sich im Mittelmeerraum die extreme Hitze hält, sorgt in
Deutschland eine nördliche Strömung für deutlich gemäßigtere
Temperaturen. Sommerliche Wärme gibt es zwar vor allem im Süden, doch
bis Monatsende ist eine Hitzewelle nach derzeitigem Stand nicht in
Sicht. Zum Wochenende nimmt allerdings die Neigung zu Schauern und
Gewittern wieder zu.



Deutschland liegt derzeit zwischen zwei wetterbestimmenden Systemen:
dem weit nach Norden ausgedehnten Azorenhoch und mehreren
Tiefdruckgebieten über Skandinavien und Osteuropa. Aus dieser
Konstellation resultiert eine nördliche Strömung, mit der
vergleichsweise kühle Meeresluft nach Deutschland gelangt. Während
weite Teile Süd- und Südwesteuropas unter anhaltender Hitze leiden,
bleibt Deutschland dadurch verschont.

Am heutigen Mittwoch sorgt Tief DEBORAH vor allem im Norden für viele
Wolken, Schauer und einzelne kurze Gewitter. Zudem weht dort ein
lebhafter Wind, an den Küsten sind auch stürmische Böen möglich. Ganz
anders präsentiert sich das Wetter im Süden. Dort scheint häufig die
Sonne und die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad. Im übrigen
Land werden 19 bis 23 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag
zieht das Tief weiter nach Osten ab, während sich der Einfluss des
Hochdrucks langsam bemerkbar macht. Dadurch klingen die Schauer von
Westen her nach und nach ab. Lediglich im Osten treten noch einzelne
Schauer auf. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 8 Grad.

Auch am Donnerstag bleibt das Wetter zweigeteilt. Im Osten bestimmen
weiterhin Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken, Schauern und kurzen
Gewittern das Wettergeschehen. Im äußersten Südwesten sorgt dagegen
ein Ableger des Azorenhochs für überwiegend sonniges Wetter. Die
Temperaturen steigen auf 19 Grad im Nordosten und bis zu 27 Grad im
Südwesten. Der Wind weht mäßig, im Norden zeitweise frisch aus
nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag verabschieden sich
schließlich auch im Osten die letzten Schauer. Danach zeigt sich der
Himmel meist gering bewölkt oder klar. Örtlich können sich flache
Nebelfelder bilden. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 6 Grad.

Am Freitag setzt sich der Hochdruckeinfluss weiter durch. Im Norden
halten sich zwar häufig noch dichte Wolken, in der Mitte und im Süden
scheint dagegen überwiegend die Sonne. Dort wird regional wieder die
30-Grad-Marke überschritten, während es im Norden nur mäßig warm
bleibt. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen.

Am Samstag erreicht von Norden eine Kaltfront Deutschland und bringt
dort ab den Abendstunden schauerartigen Regen. Gleichzeitig nimmt im
Süden ab dem Nachmittag das Gewitterrisiko deutlich zu. Nur in der
Landesmitte bleibt es bis zum Abend überwiegend trocken. Mit
Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad, im Südwesten örtlich bis 33
Grad, wird der Samstag der wärmste Tag der Woche. Kühler bleibt es
lediglich an den Küsten. Am Sonntag dominieren schließlich vielerorts
Wolken mit Schauern und Gewittern. Im Süden kann es zeitweise auch
länger anhaltend regnen. Überwiegend trocken bleibt es
voraussichtlich nur im Nordwesten.

Was vielerorts weiterhin fehlt, ist flächiger Regen. Trotz einzelner
Schauer und Gewitter bleibt die Niederschlagsbilanz in vielen
Regionen deutlich zu gering. Solange die großräumige nördliche
Strömung bestehen bleibt, ist bis zum Monatsende keine Hitzewelle zu
erwarten.

Ein Blick auf die großräumige Wetterentwicklung zeigt jedoch, dass
sich die Lage zum Monatswechsel ändern könnte. Im Mittelmeerraum hält
sich die außergewöhnliche bis extreme Hitze weiterhin. Sollte die
Strömung auf südliche Richtungen drehen, könnte diese sehr warme Luft
Deutschland innerhalb kurzer Zeit wieder erreichen. Die Hitze wäre
dann rasch zurück.


Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.07.2026

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