Thema des Tages
19-07-2026 13:20
Wetter aktuell
Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur
Der Juli ist nach aktuellem Stand deutlich wärmer als das
Klimamittel. Doch wie verteilte sich die Hitze der vergangenen Wochen
regional und was erwartet uns in den kommenden Tagen? Antworten
darauf liefert das heutige Thema des Tages.
Die Wetterlage hat sich an diesem Wochenende grundlegend umgestellt.
Nachdem in den ersten Juliwochen insbesondere in der Südwesthälfte
öfters Hochdruckeinfluss herrschte und die kräftige Julisonne die
Höchstwerte über die 30-Grad-Marke trieb, bleibt ganz Deutschland nun
von einer weiteren Hitzewelle verschont. Verantwortlich dafür ist zum
einen das Hoch MORITZ mit Schwerpunkt über dem Nordostatlantik und
zum anderen Tief CERRY mit mehreren Tiefdruckkernen über dem
östlichen Skandinavien. Gemeinsam sorgen diese beiden Druckgebilde
dafür, dass verhältnismäßig kühle Luft aus nordwestlicher Richtung
nach Deutschland einfließen kann.
An dieser Grundkonstellation mit hohem Luftdruck westlich von
Deutschland und tiefem Luftdruck nördlich und östlich des Landes wird
sich auch mindestens bis zum nächsten Wochenende nichts ändern. Bei
den Temperaturen ergibt sich dabei ein deutliches
Nordost-Südwestgefälle. Während in der Südwesthälfte zumindest
regional Sommertage mit Höchstwerten über 25 Grad auf der Agenda
stehen, bewegen sich die Höchstwerte in der Nordosthälfte meist
zwischen 19 und 23 Grad. An den Küsten bleibt es bei auflandigem Wind
noch frischer, sodass dort mitunter ein eher frühherbstlicher
Wettercharakter herrscht. Ein teils strammer Nordwestwind tut sein
Übriges dafür.
Bisher war der Juli deutlich wärmer als das vieljährige Mittel.
Derzeit (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) liegt die Mitteltemperatur bei
20,1 °C (ausgenommen Bergstationen oberhalb von 920 m NHN). Der Wert
der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,9 °C)
wird damit derzeit um 3,2 Grad überschritten. Auch im Vergleich mit
der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) fällt der
Temperaturüberschuss mit 1,8 Grad noch deutlich aus. Von einem
rekordwarmen Juli ist man mit diesem Wert aber weit entfernt, denn im
Jahr 2006 wurde in Verbindung mit dem Sommermärchen, von dem wir
Deutschen fußballerisch derzeit meilenweit entfernt sind, ein
Temperaturmittel von 22,0 °C registriert. Mit dem derzeitigen Wert
würde zum Monatsende ein sechster Platz zu Buche stehen, aber die
Prognosen deuten an, dass sich der Wert der Monatsmitteltemperatur
noch um etwa ein Grad verringert.
Am meisten Heiße Tage mit einem Höchstwert von über 30 °C gab es
entlang des Oberrheins (12 bis 15 Tage), während im Norden die
30-Grad-Marke nur ganz vereinzelt geknackt wurde. Spitzenreiter ist
Rheinfelden (Baden-Württemberg) mit 15 Heißen Tagen. Auch das
bisherige Deutschlandmaximum wurde mit 36,6 °C am 11.7. in
Rheinfelden gemessen. Gegenüber dem Juni waren Tropennächte
(Tiefstwert nicht unter 20 °C) im bisherigen Juli eher Mangelware.
Nur von der Pfalz bis zum Rhein-Main-Gebiet wurden ein bis drei, an
der Station Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) sechs Tropennächte
registriert. In der nachfolgenden Tabelle (Stand: 19.07.2026 09 MESZ)
sind einige Stationen mit der Anzahl an Heißen Tagen, Sommertagen
(Maxima mindestens 25 °C) und Tropennächten aufgelistet.
Station