DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
05-07-2026 16:30
SXEU31 DWAV 051800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 05.07.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Hitzeblock über Südwesteuropa, steht tiefen geopotenzial über Nordeuropa
gegenüber Temperaturzweiteilung; Ostseesturmtiefentwicklung am Dienstag
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... ist die Wetterlage von einem ausgeprägten Höhenrücken über
Westeuropa und dem nahen Atlantik mit korrespondierenden Bodenhoch und tiefem
Geopotenzial über Skandinavien und Nordosteuropa geprägt. Ausgehend von der
Iberischen Halbinsel entwickelt sich unter dem Höhenkeil ein erneuter "Heat
Dome", der im weiteren Verlauf bis in die Mitte Frankreichs vordringt und
subtropische Luft in den Südwesten Deutschlands lenkt. Dort wurden heute wieder
bis zu 30 °C gemessen. In den Nordosten fließt währenddessen mit straffer
nordwestlicher Strömung erwärmte subpolare Luft mit 850-hPa-Temperaturen um 7
°C. Im dort vorherrschenden straffen Gradienten zu einem skandinavischen
Tiefdruckkomplex haben sich auf 850-hPa Windgeschwindigkeit bis 30 kt
entwickelt, die in einer labilen Grenzschicht herunter gemischt werden und für
starke bis stürmische Böen sorgen. Die Luftmassengrenze liegt derzeit über der
Mitte Deutschlands. In ihrem Umfeld haben sich Schauer und kurze Gewitter
gebildet, die im Süden bei MU-CAPE-Werten um 500 J/kg etwas intensiver sind.
Dabei können Sturmböen und Starkregen durch Schauerstraßen bzw. Training
entstehen.
Aktuell beginnen die Gewitter, vorderseitig eines IPV-Maximums über dem
Südwesten bei schwacher Scherung etwas zu clustern, und erreichen Niederbayern
und die Alpen. Dort ist dann vor allem mit Starkregen zu rechnen, der sich über
mehrere Stunden hinziehen kann. In Kaltfrontnähe lassen die Schauer in der Nacht
nach. Richtig klar verläuft die Nacht nur im Nordosten, wo sich die trockene
Luft auswirkt.
Montag ... zieht ein Welle von der Nordsee kommend über den äußersten Nordosten
und sorgt im Nordosten für skaligen Regen mit bis zu 10 l/qm. Dadurch verschärft
sich der Gradient abermals, sodass der Wind in 850 hPa in der Nordosthälfte und
über der Mitte in 850 hPa auf 30 bis 40 kt steigt. Die stabile Schichtung
verhindert jedoch einen stärkeren vertikalen Impulstransport, sodass ICON-D2 und
die zugehörigen Ensembles nur verhalten auf Windböen reagieren. Allenfalls
Richtung Mitte, wo im Tagesverlauf leichte Konvektion einsetzt, bringen die
Ensembles schwache bis moderate Signale. Diese sind allerdings in der Fläche
recht diffus und grenzwertig für eine Windwarnung, die im Folgenden noch
diskutiert werden muss. Im Südwesten bleibt es unter antizyklonalen
Verhältnissen überwiegend locker bewölkt. Die Zweiteilung der Temperaturen
bleibt erhalten, wobei die Warmluft durch die Welle nach Nordosten hin an Raum
gewinnt, sodass im Südwesten verbreitet 30 °C und am Oberrhein sogar bis zu 35
°C erreicht werden.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... haben sich die Simulationen bezüglich der Leezyklogenese am
skandinavischen Gebirge, das sich zu einem Sturmtief über der Ostsee entwickeln
soll, etwas stabilisiert, wobei der ICON-6z und ICON-12z-Lauf das Tief nochmals
verstärkt haben. Die Tendenz geht hin zu einem Cold Jet, der allerdings die
Küste Polens trifft. Wir liegen eher am Rand. Dennoch simulieren die Modelle bis
zu 50 kt auf 850 hPa, sind aber bei den Böenprognosen recht verhalten (nur Böen
um 55 km/h im Nordosten im Binnenland). Auch, wenn die Schichtung stabil ist,
mit Durchgang der Dry-Intrusion sollte es dennoch am Abend zu Auflockerungen
kommen. Erfahrungsgemäß geht es bei solchen Windgeschwindigkeiten auf 850 hPa
selten ohne stürmische Böen ab. Es würde nicht wundern, wenn die Lokalmodelle
morgen noch 1 Bft auf die Prognose aufsatteln.
Modellvergleich und -einschätzung
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Siehe Text.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold