Thema des Tages

01-07-2026 12:50


Wetter aktuell

Von Regenbekleidung und Gewitterenergie


Ein Cape ist ein praktischer Regenschutz. Doch CAPE ist in der
Meteorologie die Abkürzung für eine wichtige Größe im Zusammenhang
mit Gewittern.


Ein Blick auf die Wettervorhersage: Die App der Wahl - im besten Fall
natürlich unsere WarnWetter-App - zeigt an, dass mit einem Schauer
oder Gewitter gerechnet werden muss. Die Entscheidung lautet, das
Regencape mitzunehmen. Wie sich herausstellt eine gute Wahl, denn
tatsächlich regnet es zeitweise und in der Ferne ist sogar ein Blitz
zu sehen. Abends wird aus reiner Neugierde ein bisschen zur
Gewittervorhersage herumgestöbert und plötzlich springt das Wort
"CAPE" ins Auge. Huch, was hat denn nun mein Regenschutz mit
Gewittern zu tun? Die Antwort ist natürlich: Eigentlich gar nichts
außer der gleichen Buchstabenkombination.

In der Meteorologie ist CAPE nämlich die Abkürzung für "Convective
Available Potential Energy", zu deutsch "Konvektiv Verfügbare
Potentielle Energie". Konvektiv bedeutet hierbei, dass es zu
vertikalen Luftbewegungen, wie zum Beispiel in einem Gewitter kommt.
Beim Aufsteigen eines Luftpakets dehnt es sich aus und kühlt dabei
ab. Wenn es dann im Vergleich zu der umgebenden Luft immer noch
wärmer ist, dann beschleunigt es und steigt schneller auf. CAPE
beschreibt nun für solche Fälle die maximale zur Verfügung stehende
Energie, die in der Atmosphäre "gespeichert" ist. Mathematisch wird
das durch ein Integral über die Höhe beschrieben. Es beginnt am
sogenannten Niveau der freien Konvektion, ab dem die
Umgebungstemperatur kleiner ist als die des betrachteten gesättigten
Wolkenteilchen. Endpunkt ist der Gleichgewichtspunkt, an dem die
Temperaturen wieder gleich sind. Im Integral selbst fließt der
Quotient der virtuellen Temperatur des Luftpartikels zu der der
Umgebung ein. Was komplex und verwirrend zu beschreiben ist, lässt
sich anhand eines Radiosondenaufstiegs ganz einfach graphisch
interpretieren. Denn in einem Radiosondenaufstieg entspricht das CAPE
ganz einfach der Fläche, die in der Skizze (Bild 1) rot gestreift
ist. Die gelbe Fläche ist sozusagen der Gegenspieler des CAPEs und
wird CIN (Convective INhibition, zu deutsch konvektive Hemmung)
genannt. Dieses gibt die Energie an, die erst überwunden werden muss,
damit ein Luftteilchen von alleine aufsteigt und es zur
Wolken-/Gewitterbildung kommen kann.

Das CAPE ist stark abhängig von der Bodentemperatur und dem
bodennahen Feuchtigkeitsgehalt. Das heißt, wie auch unsere
Erfahrungswerte schon vermuten lassen, je heißer und schwüler die
Luft, desto größer das CAPE und desto stärker können sich ausbildende
Gewitter werden. Ganz grob lässt sich eine Einordnung wie folgt
vornehmen.

CAPE [J/kg]