Thema des Tages

30-06-2026 12:50


Wetter aktuell

Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und
Starkniederschläge



Bis Mittwoch vollzieht sich ein Luftmassenwechsel, im Zuge dessen es
vornehmlich in der Südosthälfte zu Unwettern durch heftige Gewitter
und teils extrem heftigen Starkregen kommen kann.



Am heutigen Dienstag (30.06.) liegt eine Luftmassengrenze diagonal
über der Mitte Deutschlands und trennt schwül-heiße Subtropikluft im
Süden und Südosten von weniger warmer Meeresluft im Nordwesten (siehe
Abbildung 1). Erst in der Nacht zum Mittwoch bekommt die
Luftmassengrenze Schub und zieht als Kaltfront bis Mittwochnachmittag
südostwärts durch.

Dieser Luftmassenwechsel geht - wie so oft - nicht geräuschlos über
die Bühne. Schon ab Dienstagnachmittag und -abend bilden sich in der
schwül-heißen Luft in der Südosthälfte vom Bergland ausgehend
einzelne, teils heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen
sowie lokalem Unwetterpotenzial. Richtig turbulent wird es aber erst
in der Nacht zum Mittwoch. Dann werden die Gewitter von Südwesten her
immer häufiger und schließen sich zu mehreren größeren
Gewittersystemen zusammen. Dann besteht vor allem in
Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen erhöhte
Unwettergefahr, insbesondere durch heftigen Starkregen (siehe
Abbildung 2). Es können Mengen von 30 bis 50, örtlich sogar extreme
Mengen um 80 l/qm auftreten. Das entspricht dem ein- bis
anderthalbfachen einer üblichen Monatssumme an Niederschlag - binnen
weniger Stunden wohlgemerkt. Dabei kann es zu Sturzfluten,
Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern und Hochwasser an kleinen
Bächen und Flüssen sowie Erdrutschen kommen.

Am Mittwoch ziehen die gewittrigen Starkniederschläge im Südosten und
Osten nur langsam ostwärts ab. Besonders vom Alpenrand bis zur Oder
und Neiße besteht dabei weiterhin Unwettergefahr durch heftigen
Starkregen.

Wie üblich bei einer Unwetterlage durch konvektive Umlagerungen
(Schauer und Gewitter) bestehen selbst unmittelbar vor dem Ereignis
noch Unsicherheiten. Wenn Sie in den betroffenen Regionen leben oder
dort hinreisen, ist es deswegen ratsam, dass Sie sich stets über die
aktuelle Wetter- und Warnlage informieren, beispielsweise im Internet
unter www.dwd.de oder in unserer WarnWetter-App.


Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.06.2026

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