Thema des Tages
27-06-2026 14:50
Wetter aktuell
Hitze, Blitz und Donner!
Die Hitze ist allgegenwärtig und lässt uns seit Tagen schwitzen. Nun
gesellen sich in der Nacht zum Sonntag teils schwere Gewitter im
Nordwesten dazu.
Seit Tagen ächzt Deutschland unter der andauernden Hitze. Nahezu
ungestörter Hochdruckeinfluss hat die Temperaturen kontinuierlich
ansteigen lassen, sodass die Hitze jetzt zum Wochenende ihren
Höhepunkt erreicht.
Aber schon gestern ist der Temperaturrekord gebrochen worden. Die
endgültige Überprüfung steht noch aus, jedoch zeigte die Station
Saarbrücken-Burbach eine Höchsttemperatur von 41,3 °C. Der vorherige
höchste jemals vermeldete Rekord lag knapp darunter: Die Stationen
Duisburg-Baerl und Tönisvorst hatten im Juli 2019 41,2 °C gemessen.
Die Modelle haben für heute und Sonntag stellenweise 41 °C
prognostiziert und kommen damit dem gerade eben erst erreichten
Rekordwert ein weiteres Mal bestürzend nahe!
Also heißt es: Durchhalten! Es stehen uns zwar großflächig
Tropennächte bevor, das heißt die nächtliche Temperatur sinkt nicht
unter 20 °C. Am Montag sollen die Temperaturen jedoch größtenteils
unter 30 Grad sinken. Leider steigt bis dahin die Feuchte und die
Schwüle wird sich auch nicht ganz so angenehm anfühlen.
Doch nicht nur Hitze, sondern auch eine zunehmende
Gewitter-/Unwettergefahr steht an. Schon heute Nachmittag haben sich
einzelne, aber durchaus kräftige Gewitter gebildet. In der heißen
Luftmasse steht den Gewittern viel Energie zur Verfügung und wenn es
einmal anfängt, kann es ordentlich Krachen und wie aus Kübeln
schütten. Potentiell schadensträchtigste Entwicklungen stehen in der
heutigen Nacht zum Sonntag im Nordwesten an. Eine offizielle
Vorabinformation ist schon herausgegeben. Es soll ein sogenanntes
mesoskaliges konvektives System (MCS) von den Niederlanden in
nordöstliche Richtung ziehen. Diese hoch organisierte
Gewitterstruktur kann auch nachts lange bestehen. Ein ganzes
Potpourri an Begleiterscheinungen geht damit einher. Schwere
Sturmböen bis 100 km/h können beispielsweise Äste brechen lassen,
lokal sind sogar Orkanböen nicht ausgeschlossen. Dazu besteht die
Möglichkeit, dass Hagelkörner etwa auf die Größe eines
Tischtennisballs anwachsen. Außerdem können kleinräumig auch über 40
l/m² Regen in einer oder wenigen Stunden herunterprasseln.
Was den Sonntag betrifft, so wird auch dieser nicht ruhig. Es geht
relativ gemäßigt mit nur einzelnen Gewittern los, am Nachmittag
sollen sich aber wieder kräftige Gewitter entwickeln. Dieses Mal
steht der Westen im Fokus. Im Laufe der Nacht bis in die Frühstunden
des Montags zieht dieser Komplex nach Nordosten. Unwettergefahr
besteht dabei erneut, lokal ist mit dem in rauen Mengen anzapfbaren
Wasserdampf und der verfügbaren Energie auch extremes Unwetter nicht
ausgeschlossen.
Das Wetter hält also noch einiges für uns bereit. Hoffen wir, dass
die Gewitter glimpflich verlaufen und die Abkühlung zur nächsten
Woche Linderung bringt!
M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.06.2026
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