DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

18-06-2026 11:01

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 18.06.2026 um 10.30 UTC



Heiß mit einzelnen Gewittern, lokal Unwetter. Zum Wochenbeginn kann eine extreme
Hitze im Südwesten nicht ausgeschlossen werden. Im Norden meist hochsommerlich
warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 25.06.2026


Steuern wir zum Beginn der Mittelfrist im Südwesten der Republik auf eine
historische Hitzewelle zu? Es gibt hierfür Anzeichen, die jedoch weiterhin
Unsicherheiten unterworfen sind, was vor allem dem Eintrag der Energie vom
Nordatlantik geschuldet ist. Wieviel der zonalen Wellenflussenergie wird in die
sich wiederholt regenerierende negative Geopotenzialanomalie vor Westeuropa
geführt und wieviel eher zonal in Richtung Skandinavien weitergeleitet? Abseits
dieser Fragen erscheint über Südwesteuropa eine historische Hitzewelle immer
wahrscheinlicher.

Bezüglich der Gründe (telekonnektiv), die zur Entwicklung dieser Hitzewelle
führten sei auf die Mittelfrist vom letzten Samstag, den 13. Juni 2026
verwiesen. Da sich an den treibenden Kräften seitdem wenig geändert hat, können
wir es uns heute erlauben nach einer kurzen/zusammenfassenden Einleitung direkt
in die Mittelfrist eizusteigen, die sich vom Sonntag, den 21. Juni bis
Donnerstag, den 25. Juni 2026 erstreckt.

Zusammengefasst gilt: Fortdauer des seit Tagen vom Nordpazifik über Nordamerika
und Nordatlantik in Richtung Biskaya gerichteten Wellenflusses, der dort die
letzten Tage und auch heute (18.6.) leicht konvergierend eine blockierende
Antizyklone über Südwesteuropa aufbaut. Von dort nach Skandinavien gerichtete
Wellenflüsse induzieren nicht nur eine weitere Blockierung im Uralbereich,
sondern heben auch eine konstant nach Nordost vorhergesagte numerische
Aufweitung des blockierenden Keils in Richtung Mitteleuropa hervor, der sich mit
einer erneuten Austrogung vor Westeuropa während dieser Mittelfrist zusätzlich
auch noch retrograd nach Westen ausweiten wird.

Zwischen anormal hohem Geopotential über dem tropischen Nordatlantik und dem
Wellenzug im Norden wird beständig eine modifizierte tropische Luftmasse in
Richtung Nordwesteuropa geführt: perfekt für den genannten "heat dome" Effekt
(siehe Mittelfrist vom 13. Juni). Wiederholt aufflackernde Signale für
Feuchteanomalien im Rekordbereich entlang des umfangreichen Atmosphärenflusses
heben diese anormale Feuchte deutlich hervor. "The stage is set" aus der
advektiven, wie auch thermodynamischen Sicht für eine zunehmend imposante
Keilaufwölbung über Südwest- nach Westeuropa und einhergehend für eine
Hitzewelle, deren "impact" man für die genannten Regionen gar nicht zu wenig
hervorheben kann. Abhängig von der genauen Lage des Troges vor Westeuropa kann
diese extreme Hitze auch für Mitteleuropa (vorübergehend?) ein Thema werden
(besonders im Abschnitt "internationale Modelle" hervorgehoben).

Zusätzlich wird hervorgehoben, dass der Trog vor Westeuropa im IFS-ENS noch mit
erheblichen Unsicherheiten sowohl bei seiner zonalen Platzierung wie auch bei
der Ausprägung seiner Amplitude ausgestattet ist, sodass dessen Entwicklung noch
als unsicher angesehen werden muss. Allerdings heben die Ensembles dessen
Entwicklung soweit hervor, dass man mit Zuversicht darauf aufbauen kann
(Abschnitt: internationale Modelle).

Die AKTUELLE MITTELFRIST beginnt am Sonntag mit einem steuernden Tief bei Island
und über dem Europäischen Nordmeer, an dessen Südrand eine progressive Kurzwelle
ostwärts geführt wird und dort mit dem Norwegischen Gebirge interagierend eine
Leezyklogenese über Schweden induziert. Diese Entwicklung drückt eine Kaltfront
in den Norden und Osten der Republik, die jedoch in den Keil reinziehend und
unter ein umfangreiches Bodenhoch gelangend kaum wetteraktiv ausfallen dürfte.
Nachfolgend weitet sich der Keil über Südwesteuropa erneut nordostwärts in
Richtung Deutschland aus, bevor von Dienstag zum Mittwoch ein neuer, kräftiger
Kurzwellentrog nach Norwegen/Schweden zieht und eine weitere Kaltfront nach
Deutschland führt. Ein Blick auf die Memberschar beim Bodendruck des IFS-ENS
hebt aber eine enorme Unsicherheit bei der die Welle begleitenden
Bodentiefentwicklung hervor (auch ausgelöst durch die Unsicherheit des
Energietransfers vom Nordatlantik). Zum Ende der Mittelfrist verstärkt sich der
Keil von Südwesten erneut.

Bei all den Unsicherheiten von der großskaligen synoptischen bis zur
mesoskaligen (Gewitter) Bühne fährt man wohl am besten, wenn man diese
Mittelfrist recht grob zusammenfasst.

Sonntag und Montag verlaufen deutschlandweit freundlich oder sonnig. Während das
sonnenscheinreiche Wetter über der Mitte und dem Süden auch in der Folge bis zum
Ende der Mittelfrist weiter andauert, könnten im Norden zunehmend dichtere
Wolkenfelder den Himmel passieren.

Tagtäglich muss man lokal bis regional mit Gewittern rechnen. Diese sind
teilweise an die aktuell (noch?) in der Numerik vorhandenen Frontpassage im
Norden und Osten (besonders ab Dienstag) gebunden und hängen sonst von
kurzwelligen Troganteilen, variabler Schichtdicke, mesoskaligen
Feuchteflusskonvergenzen (Outflow abgestorbener Gewitter oder orografisch
induziert) oder Überhitzung ab, sodass eine Regionalisierung keinen richtigen
Sinn macht. Teils hohes MUCAPE und von Süd nach Nord zunehmende Scherung halten
aber zumindest ein lokales Unwetterrisiko tagtäglich aufrecht. Eine
überregionale Unwetterlage ist keine auszumachen. Begleiterscheinungen, wie
bereits die letzten Mittelfristen über verkündet, lauten: Hagel und Starkregen
lokal bis in den Unwetterbereich, aber auch punktuell sehr hohes Böenpotenzial.


Die Hitzewelle hat weite Bereiche Deutschlands mehr oder weniger fest im Griff.
Von Sonntag bis Dienstag liegen die Maxima bei heißen 30 bis lokal 36 oder 37
Grad (besonders den Rhein entlang mit den genannten Spitzenwerten), während es
im Küstenumfeld mit 20 bis 26 Grad (am Dienstag bis 28 Grad) erträglicher
bleibt. Von Mittwoch zum Donnerstag würde es dann von Norden deutlicher abkühlen
mit 20 bis 25 Grad im Norden und 25 bis 31 Grad im Süden.

Leider sind dies für Süddeutschland und besonders für den Südwesten eher
defensiv vorhergesagte Maximalwerte beim Blick auf die internationalen
Modellverfahren, doch dazu mehr im Abschnitt "Internationales".

Die Nächte kühlen kaum ab, sodass insgesamt die Wärmebelastung sich immer weiter
steigert. Je nach Bewölkungsanteil (teils durch Konvektion maßgeblich
beeinflusst) liegen die Minima zwischen 25 und 17 Grad und könnten zum Ende der
Mittelfrist von Nordwest nach Südost etwas auf 17 bis 12 Grad zurückgehen.

Der schwache bis mäßige Wind aus Nordost dreht im Verlauf auf Nordwest und kann
zeitweise mäßig bis frisch daherkommen. Dies gilt natürlich nicht für
Konvektionsböen, die je nach Ausprägung der Dynamik markant bis lokal
unwetterartig daherkommen können.

Am Rande sei erwähnt, dass besonders nach Frankreich gerichtet ein hoher Eintrag
von Saharastaub angenommen wird, der im warmen Förderband aufsteigend und
zumindestens im Bereich der Biskaya/Nordfrankreich mit dem Atmosphärenfluss
interagierend für Überraschungen in Form dichter Wolkenfelder gut sein kann. Man
muss auch dies im Auge behalten, inwieweit die Bewölkungsreste uns ggf. im
Westen/Südwesten erreichen könnten, um den Spitzenwerten (hoffentlich?) einen
Strich durch die Rechnung zu machen.

In der erweiterten Mittelfrist weitet sich der Keil über Südwesteuropa polwärts
aus, wobei wir mehr auf seiner Ostflanke liegen würden. Unter Hochdruckeinfluss
würde zumindest in den Norden und Osten eine gemäßigtere Meeresluft einfließen,
während die Hitze im Südwesten wieder zunehmen würde.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zum Einstieg in die Mittelfrist (Sonntag, der 21.6.) zeigen die jüngsten
Modellläufe von IFS noch eine gute Übereinstimmung in Form eines nach
Deutschland gerichteten Keils. Doch bereits hier nehmen die Unsicherheiten
weiter westlich dramatisch zu.

Während der letzte Modelllauf des IFS einem Abtropfprozess vor der Biskaya recht
wenig Beachtung schenkte, wird dieser im aktuellen Lauf (wie auch im 00Z Lauf
vom 17. Juni) erneut mehr in den Vordergrund gestellt. Das Flattern der Lösungen
hängt bei IFS mit der seit Tag andauernden Fragestellung zusammen, wieviel
Energie von Westen in einen Abtropfvorgang/Langwellentrog vor der Biskaya
einfließt und wieviel der Energie direkt nach Nordosten geführt wird. Auch im
Ensemble wird dieser Trog noch mit sehr großen Unsicherheiten hervorgehoben,
sodass diesbezüglich eine ungewöhnlich große Unklarheit hinsichtlich der genauen
Entwicklung herrscht.

Sollte der Trog weniger stark ausgeprägt ausfallen, dann wäre eine zonaler
ausgerichtete Frontalzone bis nach Mitteeuropa vorankommend eine Option mit
einer Abkühlung im Norden und Osten (12Z Lauf vom 17. Juni), während bei einer
kräftigeren Ausprägung des Troges der Keil stromab auch für uns dominieren würde
(00Z Läufe vom 17. und 18. Juni). Zusätzlich zum variablen Energieeintrag
schwanken auch die Intensitäten der nach Skandinavien ziehenden Kurzwellen und
Bodentiefs, was wiederum entscheidet, wie aggressiv Fronten nach Deutschland (in
den Keil) vorankommen können.

Bezüglich der Hitzewelle könnten wir im Südwesten der Republik mit historischen
Maxima starten, was maßgeblich davon abhängt, wie östlich der Trog vor der
Biskaya zum Liegen kommt. Diese Option ist erwähnenswert, aber eben noch
unsicher.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Beim Blick auf die internationalen Modelle wird die Mittelfrist deutlich
homogener erfasst. Allerdings ergeben sich auch hier größere Diskrepanzen bei
der exakten Ausrichtung der Trog-/Keilstruktur über Südwesteuropa.

Problematisch bleibt weiterhin, dass der zonal gerichtete Wellenzug/Wellenfluss
nicht nur durch teils rege Konvektionsereignisse in Nordamerika beeinflusst wird
(siehe Inkremente-Analyse beim EZ), sondern auch durch Ex-Arthur im Golf von
Mexiko/Amerika gestört wird. Diese Diskrepanzen äußern sich durch ein Flattern
bei der Intensität und Ausrichtung des Polarfrontjets über dem Nordatlantik und
das hat wiederum Auswirkungen auf das antizyklonale Rossbywellenbrechen vor der
Biskaya und somit der Lage/Intensität des daraus hervorgehenden
Abtropfprozesses/Langwellentroges. Diese Unsicherheit breitet sich stromab in
die Lage und Intensität des Keils über Westeuropa aus, aber auch in die
Intensität der (kurzwelligen) Tröge/Bodentiefs über Skandinavien. Eben diese
Unsicherheit ist auch heute beim Blick auf die internationale Modellpalette in
Form einer (allerdings überschaubaren) zonalen Streuung der Keil-/Trogachsen
auszumachen.

Beim IFS-ENS liegt der Kontrolllauf westlich vom ENS und somit im Bereich
maximaler Unsicherheit (sehr hohe normalisierte Standardabweichung). Die
maximale Unsicherheit im Südwestquadranten könnte auf weiteres
Amplifizierungspotenzial hinweisen, was den Trog kräftiger nach Süden, aber ggf.
auch etwas westlicher ansetzen lässt.
Beim GEFS liegt das ENS bei der Platzierung des Troges bereits etwas westlicher
mit geringer Unsicherheit, die jedoch im Ostquadranten vergleichsweise am
Stärksten ausfällt, was auf eine geringe Korrektur nach Osten hinauslaufen
könnte. Summa summarum scheinen beide Ensembles den Trog bezüglich der Lage
recht gut zu erfassen und ein Mittelweg bei der Platzierung scheint aktuell
realistisch.

Demnach wären nach den beiden Ensembles die 20 Grad-Isotherme in 850 hPa ein
ständiger Begleiter bzw. zum Greifen nahe für den Südwesten der Republik. Beide
Ensembles zeigen eine maximale Schichtdicke über Spanien und dem Westen von
Frankreich und den Aufbau einer extrem heißen Luftmasse, in den det. Läufen
teils bis in den Bereich von Rekordwerten vorstoßend.

Am Rande: die AI geht mit dem Gesagten mehr oder weniger konform einher.

Wieso wird nun aber so sehr darauf herumgepocht? Die adiabatisch forciert und
advektiv gestützte Hitze über Westeuropa könnte bei richtiger Konstellation im
Südwesten Temperaturwerte hervorrufen, die wirklich in die Kategorie "extrem"
gehören würden. ICON 00Z mit solider Schichtdicke und 850 hPa Temperaturwerten
von 24 Grad zeigte den Oberrhein entlang Maxima von bis zu 43 Grad an und auch
im ICON-EPS setzt nahezu jeder Member auf 850 hPa Temperaturwerte von über 20
Grad (und das deutlich mit 22 bis knapp 25 Grad). Bei UK10 würde die Hitze in
Richtung Großbritannien geführt mit ähnlichen Temperaturwerten in 850 hPa. Man
kann dies als Extremlösungen ansehen, da die Entwicklung aber aus den Ensembles
heraus soweit solide gestützt wird und die Intensität des Keils physikalisch
begründbar vorhergesagt wird (z.B. beständiger Zustrom hoher TPW Werte vom
Atlantik mit der Advektion sehr PV-armer Luftmassen), ist in den Augen des
Verfassers ein Hinweis auf dieses Potenzial auf jeden Fall angebracht. Natürlich
ist das Rauschen in der Numerik noch groß, die Entwicklung wird also weiterhin
genau verfolgt, da der Impakt gar nicht hoch genug anzusetzen wäre (da im
Südwesten bereits in eine dort anhaltende Hitzewelle übergehend).

Zum Ende der Mittelfrist zeigen ICON/EZ und GFS recht unisono eine umfangreiche
Antizyklone über Südwest-/Westeuropa und tiefes Geopotenzial über Skandinavien.
Je nach Geometrie des Keils könnte sich dabei ein deutliches
Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur entwickeln.

Fazit: Die internationale Modellkette hat die Entwicklung während der
Mittelfrist recht gut im Griff, wobei wir am östlichen Rand einer umfangreichen
Keilaufwölbung über Südwest-/Westeuropa liegen. Ein daraus hervorgehendes
Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur könnte extrem ausfallen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse beginnt die Mittelfrist über mit zwei Clustern und
einheitlich mit dem klimat. Regime der "Blockierung". Der Kontrolllauf liegt
dabei im zweiten Cluster. Für West- und Mitteleuropa ergeben sich dabei keine
Unterschiede: Blockierung, soweit das Auge reicht.
Interessanter ist dabei, dass der erste Cluster den Trog vor der Biskaya etwas
östlicher ansetzt als der zweiter Cluster mit Kontrolllauf. Somit stützen mehr
Member (55%) die östlichere Lage, die den Keil über Westeuropa noch effektiver
stützen würde. Bezüglich der adiabatischen Erwärmung über Frankeich keine
erfreulichen Nachrichten. Es darf nicht vergessen werden: was in Frankreich an
anormaler Wärme niedertroposphärisch erzeugt wird, kann (kein Muss!) tendenziell
auch zu uns advehiert werden.

In der Folge bleiben drei Cluster beim klimat. Regime der Blockierung
(Kontrolllauf findet sich im ersten Cluster ein). Der erste und zweite Cluster
basteln jeweils an einer sehr soliden Wellenkonfiguration über Westeuropa, die
in einen anormal kräftigen Keil über Westeuropa mündet. Beide Cluster weisen
sich durch ein recht homogenes Vorhersageverhalten aus.
Der dritte Cluster betont den Trog vor Westeuropa deutlich weniger stark, sodass
der Keil über Westeuropa zwar weiterhin blockierend ins Geschehen eingreift,
nicht aber die Intensität der beiden anderen Cluster entfalten kann.
Es zeigt sich bei den beiden ersten Clustern auch, dass noch sehr unsicher ist,
wie wetteraktiv mögliche Frontpassage für den Norden/Osten der Republik
ausfallen - wenn überhaupt.

In der erweiterten Mittelfrist (ab dem kommenden Donnerstag) ändert sich bei
Cluster 1 und 2 wenig mit einem erwarteten stationären Wellenzug, während im
dritten Cluster der Keil über Mitteleuropa deutlich schwächer ausfällt -
allerdings auch hier anfällig für retrograde Ausweitung bei neuer Austrogung
über dem Nordostatlantik.

Zum Monatswechsel gaukelt das ENS mit nur einem Cluster eine sichere Vorhersage
vor, wechselt dabei aber tagtäglich die klimat. Regimevorhersage und baut den
Keil über Mitteleuropa im Rekordtempo ab. Keine Frage, hier dürfen noch Zweifel
geäußert werden, wie genau dieser Zeitabschnitt real ausfallen wird.

Bei den Meteogramme in Deutschland ergibt sich bei der Temperaturvorhersage ein
zu erwartendes Bild. Während diese im Nordosten beim Kontrolllauf eine hohe
Schwankungsbreite zum ENS aufweist (abhängig von der im Kontrolllauf
aufgelösten, aber weiterhin unsicheren Dynamik), liegt der Kontrolllauf im
Westen und Süden insgesamt besser im Ensemblefeld. Aber auch hier springt der
Kontrolllauf vergleichsweise deutlicher im Vergleich zum beruhigten ENS. Unter
dem Strich wird aber die Mittelfrist hinweg im Süden und Westen durchweg Hitze
mit Maxima von 30 bis 35 Grad gezeigt, während im Norden auch im ENS teils eine
sinusförmige Signatur dank passierender Fronten/Tröge und Keilanteilen
auszumachen ist.

Im Südwesten (Oberrhein) bleiben wir die Mittelfrist über auch im aktuellen ENS
eng gebündelt bei Medianwerten um oder über 33 Grad! (mit zunehmender Streuung
beinahe bis zum Monatsende anhaltend).

Die Niederschlagssignale sind spärlich vorhanden und heben ein latentes, aber
nicht überregional auftretendes Gewitterrisiko hervor.

Die Rauchfahnen verlaufen bis einschließlich Dienstag gut gebündelt mit einem
gut eingebetteten Kontrolllauf. Dabei liegen die 850 hPa Temperaturwerte im
Nordosten zwischen 13 und 18 Grad, im Westen und Süden zwischen 18 und 21 Grad,
mit teils noch höheren Werten im äußersten Südwesten. In der Folge streuen die
Member weiter erheblich, verbleiben aber in Richtung Süden und Westen insgesamt
auf einem höheren/sommerlichen Niveau.

Im GEFS ist ein ähnliches Grundverhalten auszumachen, die Streuung ab Dienstag
ist aber deutlich ausgeprägter.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Gut mit den subsaisonalen Temperaturvorhersagen des IFS-ENS übereinstimmend hebt
der EFI Temperatur/Maximaltemperatur Mittel- und Westeuropa mit deutlich
erhöhten Signalen hervor, wobei die maximalen Abweichungen bei uns besonders im
Westen und Süden zu finden sind. Diese Anomalie dauert die gesamte Mittelfrist
an.

Die HITZE (Warnstufe 1 bzw. 2) bleibt im Westen/Süden durchweg ein Thema mit
Höchstwerten um 30 Grad, regional auch über 35 Grad. Bei Taupunkten, die im
Westen und Norden teils um 20 Grad verharren, fallen die Minima wenig
erfrischend aus. Sie können im ungünstigen Fall (Restbewölkung absterbender
Gewitter, oder adiabatischem Einfluss entlang der Mittelgebirge) lokal bei 24
Grad verharren, sonst aber eher auf 21 bis 17 Grad zurückgehen und im Norden zum
Ende der Mittelfrist teils auch weiter absinken.

Die Option für einen extrem heiß temperierten Witterungsabschnitt im Südwesten
(besonders den Oberrhein entlang) zum Beginn der kommenden Woche kann per se
nicht als "unrealistisch" angesehen werden und soll zumindest erwähnt werden. In
dem Fall wären Höchstwerte lokal um 40 Grad in dem genannten Bereich nicht
ausgeschlossen. Diese Entwicklung heißt es weiter im Auge zu behalten bezüglich
des als hoch anzusehenden Impacts (da auf eine bereits laufende Hitzewelle
draufgesetzt). Die Unsicherheit ist aber noch hoch (auch dank eines zunehmenden
Staubeintrags im Südwesten/Westen).

Abseits der HITZE besteht tagtäglich auf lokaler bis regionaler Ebene das
Potenzial für kräftige GEWITTER, die bei reichlich MUCAPE und von Süd nach Nord
zunehmender Dynamik gerne auch Unwetterpotenzial aufweisen können (Starkregen,
Hagel) und auch mit punktuell hohem Böenpotenzial einhergehen. Schwerpunkte sind
schwer auszumachen und abhängig von Faktoren, die teils erst am Vortag jeweils
entschieden werden (Gewitteraktivität vom Vortag). Eine überregionale
Unwetterlage ist aus heutiger Sicht aber (noch nicht?) zu erwarten.

Wenngleich nicht warnrelevant, so sei wenigsten in einem Nebensatz auf die teils
hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr und weiter zunehmende Trockenheit
hingewiesen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-ENS, GEFS, IFS, GFS, MOSMIX mit Anpassungen und auch ICON zum Wochenbeginn
berücksichtigend.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy