Thema des Tages
17-06-2026 13:50
Wetter aktuell
Wann gibt es Hitzewarnungen und warum?
Die erste deutschlandweite Hitzewelle des Jahres steht vor der Tür
und in Verbindung damit gibt es Warnungen vor starker, eventuell auch
extremer Wärmebelastung. Wann werden diese Warnungen ausgegeben und
wie kann man sich gegen Hitze schützen bzw. welche Maßnahmen können
ergriffen werden, um gut durch die heißen Tage zu kommen?
Wenn der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen herausgibt, sind damit
häufig sehr hohe Lufttemperaturen verbunden, allerdings können auch
weitere Bedingungen zu gesundheitlichen Belastungen und Gefährdungen
führen. Vor starker Wärmebelastung wird dann gewarnt, wenn Gefühlte
Temperaturen von mindestens 32 °C erreicht werden. Ab einer Gefühlten
Temperatur von 38 °C spricht man von extremer Wärmebelastung.
Zusätzlich sind die nächtlichen Innenraumtemperaturen von Bedeutung,
da diese zu einem erholsamen Schlaf beitragen. Bleibt die Nacht zu
warm, vermindert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche
Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet.
Das Temperaturempfinden des Menschen entspricht der herrschenden
Lufttemperatur nur dann, wenn man sich mit Kleidung bewegt, die für
die herrschende Temperatur angepasst ist, bei mittlerer
Luftfeuchtigkeit und nahezu Windstille im Schatten. In der Sonne und
bei hohem Wasserdampfgehalt der Luft empfindet man die Temperatur als
höher, bei Wind und geringer Luftfeuchtigkeit als niedriger. Außerdem
führen körperliche Aktivitäten dazu, dass der menschliche Organismus
Wärme produziert, die an die Umgebung abgeleitet werden muss, um die
Körpertemperatur in etwa konstant zu halten. Diese Wärmeabgabe wird
zum großen Teil durch Schwitzen bewerkstelligt.
Der anstehende Witterungsabschnitt ist sowohl durch einen hohen
Feuchtegehalt der Luft als auch durch sehr hohe Temperaturen
gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass das Schwitzen und somit die
Kühlung des Körpers deutlich erschwert wird. Infolgedessen werden die
kommenden Tage für den Körper sehr belastend sein. Oftmals reichen
bereits schwülwarme Bedingungen bei mäßiger Wärmebelastung laut
Studien aus, dass die Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
erhöht ist.
Die Herausgabe von Hitzewarnungen richtet sich insbesondere an
vulnerable Personen und Risikogruppen sowie Pflegeeinrichtungen und
Betreuungspersonal, um rechtzeitig über hitzebedingte,
gesundheitsgefährdende Wettersituationen informiert zu sein und
entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen bzw. einleiten zu können.
Ältere Menschen leiden bereits ab einer Gefühlten Temperatur von 36
°C unter extremer Wärmebelastung und werden mit zusätzlichen
Hinweisen in den Hitzewarnungen berücksichtigt. Für den morgigen
Donnerstag wurden für den Südwesten bereits Hitzewarnungen
ausgegeben.
Aber nicht nur vulnerable Personen und Risikogruppen, deren
Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist, sondern auch sonst Gesunde
können bei extremen Bedingungen in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem
Wohlbefinden beeinträchtigt sein. Die besonderen Verhältnisse in den
Städten durch die urbane Wärmeinsel werden ebenfalls bei der
Herausgabe von Hitzewarnungen berücksichtigt.
Nun wollen wir noch einen Blick auf die Maxima der kommenden Tage
richten. Während heute nur am Oberrhein die 30-Gradmarke geknackt
wird, steigt die Quecksilbersäule in den kommenden Tagen landesweit
rasant in die Höhe.
Am Donnerstag wird südlich einer Linie Münsterland-Berlin ein heißer
Tag (Maxima von mindestens 30 °C) erwartet. Dazu wird es zunehmend
schwüler und am Abend sind im Nordwesten und Westen örtlich
unwetterartige Gewitter möglich.
Am Freitag steigert sich die Hitze noch weiter. Nach einer regionalen
Tropennacht, die vor allem in den Ballungsräumen West- und
Südwestdeutschlands auftreten wird, stehen mit Ausnahme des äußersten
Nordens und des Küstenumfeldes verbreitet schwülheiße
Höchsttemperaturen zwischen 30 und 35, im Südwesten bis zu 38 °C auf
der Agenda. In der Nordwesthälfte drohen örtlich Unwetter, aber auch
im Osten und Süden sind lokal kräftige Hitzegewitter möglich.
Am Samstag findet die Hitze ihre Fortsetzung. Es wird ähnlich heiß
wie am Vortag und landesweit sind einzelne heftige Gewitter möglich.
Ausgangs des Wochenendes und zum Start in die neue Woche deutet sich
im Norden eine leichte Abkühlung auf zwar noch sommerliche, aber
nicht mehr hochsommerliche Temperaturen an. Im Süden des Landes
bleibt es bis mindestens zum Start der neuen Woche heiß, danach ist
die Entwicklung noch unsicher.
(Die Bilder und Links zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)
Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.06.2026
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