Thema des Tages

31-05-2026 13:50


Wetter aktuell


Nach Gewitterlage: Wechselhafte Wetterwoche


Nach der teils brisanten Gewitterlage am heutigen Sonntag stellt sich
zu Beginn der kommenden Woche wechselhaftes und kühleres Wetter ein.
Damit stellt sich die Frage: Kommt das stabile Frühsommerwetter der
vergangenen Woche im Verlauf der neuen Woche wieder zurück oder macht
sich bei uns bereits die Schafskälte bemerkbar?



Tief Mechthild sorgt heute vor allem in der Mitte und im Süden für
einen turbulenten Sonntag. Das kleinräumige, schwach ausgeprägte Tief
schaufelt noch einmal feuchte und sehr warme Luft in den Süden und
die Mitte Deutschlands. So kam es bereits in den Morgenstunden im
Westen zu kräftigen Gewittern. Diese verlagerten sich am Vormittag
teils unter Abschwächung nach Osten in die mittleren Landesteile. Ab
dem Mittag kommt es von Südniedersachsen über die mittleren
Landesteile bis in den Süden vermehrt zu kräftigen Gewittern. Örtlich
besteht dabei Unwettergefahr durch Hagel um 3 cm und heftiger
Starkregen um 30 l/qm innerhalb 1 Stunde. Stellenweise sind auch vor
allem in den südlichen Landesteilen schwere Sturmböen bis 100 km/h
nicht ausgeschlossen. Dadurch kann es lokal zu Schäden durch
Hagelschlag, kleinräumigen Überflutungen und umgestürzten Bäumen
kommen. In der Fläche wird diese Gewitterlage allerdings nicht so
stark ausfallen wie die Lage am vergangenen Freitag im Nordwesten.

Am Montag verabschiedet sich Tief Mechthild nach Polen und wir
gelangen zumindest vorübergehend unter schwachen Hochdruckeinfluss.
Damit ist die Unwettergefahr erst einmal gebannt. Vor allem im
Südosten und Osten fällt aber noch schauerartiger, teils auch
gewittriger Regen.

Am Dienstag ist es mit dem kurzzeitig stabilen Wetter im Westen schon
wieder vorbei. Das Hoch verabschiedet sich und macht Platz für ein
Frontensystem eines neuen Tiefdruckgebietes mit seinem Zentrum über
den Britischen Inseln. Damit kommen im Westen teils kräftige
Regengüsse samt Blitz und Donner auf. Im Osten ist es tagsüber
voraussichtlich noch weitgehend trocken und sonnig. In der Nacht
breiten sich die Niederschläge ostwärts aus. Stellenweise ist
mehrstündiger Starkregen mit Niederschlagsmengen bis 30 l/qm
innerhalb von 6 bis 12 Stunden möglich.

Und auch am Mittwoch und Donnerstag setzt sich das wechselhafte
Wetter mit teils kräftigen schauerartigen Niederschlägen und
einzelnen Gewittern fort. Verantwortlich hierfür ist ein kräftiger
Höhentrog über Nordwesteuropa. Dieser ist am Boden mit mehreren Tiefs
verbunden, deren Frontensysteme Deutschland beeinflussen. Dies sorgen
bei uns für wechselhaftes zu Schauer und Gewittern neigendes Wetter.
Die Temperaturen liegen dabei meist nur noch um oder knapp über 20
Grad. Badewetter mit hochsommerlichen Temperaturen ist somit erst
einmal nicht in Sicht.

Am Freitag könnte auf den Nordwesten des Landes ein markanter
Kurzwellentrog übergreifen. Damit könnte es zu kräftigen Schauern und
Gewittern kommen. Dann wäre auch eine größere Gewitterlage möglich.
Die Entwicklung ist aber noch sehr unsicher.

Am kommenden Wochenende nehmen die Modellunsicherheiten weiter zu. In
der Ensemblevorhersage zeichnet sich jedoch eine Tendenz zu höherem
Geopotential mit hohem Luftdruck am Boden ab. Dies würde ab dem
Wochenende vor allem im Süden erneut zu stabilem Frühsommerwetter
führen. Allerdings gibt es auch einige Modellösungen, die ein
Fortbestand der aktuellen Wetterlage sehen. Außerdem gibt es
Andeutungen, dass sich zu Beginn der neuen Wochen eine Troglage über
Mitteleuropa aufbaut. Dies würde niederschlagsreiches und kühles
Wetter bei uns bedeuten.

Wohin der Fahrplan ab dem Wochenende geht, ist somit noch sehr
unsicher. Eines ist aber sicher: An Spannung mangelt es beim Wetter
in nächster Zeit nicht.


M.Sc. Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.05.2026

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