Thema des Tages
28-05-2026 10:50
Wetter aktuell
Erste große Gewitterlage 2026?
Zum kommenden Wochenende stellt sich die Wetterlage allmählich um.
Das Sommerhoch BORIS schwächt sich mehr und mehr ab und die
Gewittergefahr nimmt deutlich zu.
Hoch BORIS sorgte in den letzten Tagen für viel Sonnenschein und
hochsommerliche Temperaturen. Vor allem im Südwesten und Süden gab es
gebietsweise bereits fünf Hitzetage mit Höchsttemperaturen von über
30 Grad in Folge. Auch am heutigen Donnerstag dürfen sich alle
Sonnen- und Wärmeliebhaber freuen. Erneut gibt es vielerorts
Sonnenschein von früh bis spät. Lediglich ganz im Süden vom
Südschwarzwald bis zum Alpenrand besteht ein geringes Gewitterrisiko.
Dazu gehen die Temperaturen allerdings insgesamt etwas zurück. Nur
noch in einigen Niederungen im Südwesten wird die 30 Grad-Marke
erreicht oder leicht überschritten. Sonst werden meist 23 bis 29 Grad
erwartet, in Küstennähe bleibt es deutlich kühler.
Am Freitag zeichnet sich dann aber bereits die erste kleinere, aber
durchaus signifikante Änderung ab. Ein kleines Tief verlagert sich
von den Färöer-Inseln nach Südskandinavien und beeinflusst mit seinem
Frontensystem den Nordwesten Deutschlands. Gleichzeitig schwächt sich
der Hochdruckeinfluss weiter ab, sodass die Luftmasse zunehmend
labilisiert wird.
Im Vorfeld der Front strömt von Süden sehr warme bis heiße sowie
zunehmend feuchte Luft heran. So können ab dem Nachmittag mit
Heranrücken des kleinen kurzwelligen Troges einzelne, aber kräftige
Schauer und Gewitter entstehen. Da neben einem hohen Energiegehalt
auch die Windscherung erhöht ist, können sich organisierte Strukturen
sowie einzelne Superzellen ausbilden. Damit steigt bei Gewittern
neben der Gefahr von Starkregen, auch das Risiko für größeren Hagel
und schweren Sturmböen (Bft 10) an. Bei solchen Windgeschwindigkeiten
können Bäume umstürzen und Gegenstände umhergewirbelt werden. Es
besteht dann im Freien Lebensgefahr. Der Schwerpunkt befindet sich am
Abend voraussichtlich in Niedersachsen und dem Norden
Nordrhein-Westfalens. In der Nacht zum Samstag verlagern sich die
Gewitter nach Osten und Südosten. Erst im Laufe der zweiten
Nachthälfte schwächen sich diese allmählich ab. Im Süden merkt man
davon allerdings kaum etwas. Dort setzt sich das ruhige und
hochsommerlich warme-bis heiße Frühsommerwetter fort.
Dies ändert sich jedoch am Wochenende. Am Samstag befindet sich über
der Mitte Deutschlands eine markante Luftmassengrenze. Diese trennt
trockene und kühle Luft im Norden von feuchter und sehr warmer
Subtropikluft im Süden. Bodennah zeichnet sich eine Tiefdruckrinne
ab, an der kräftige Hebungsimpulse entstehen. Dort entstehen im
Tagesverlauf vermehrt Schauer und kräftige Gewitter. Im Gegensatz zum
Vortag liegt das Hauptaugenmerk auf den Starkregen. Ursache dafür ist
die geringere Windscherung und die langsamere Verlagerung der
Gewitterzellen im Vergleich zur Lage am Freitag im Nordwesten. Neben
heftigem Starkregen kann es lokal auch zu Hagel mit größeren
Hagelansammlungen kommen.
Am Sonntag bleibt uns in der Südhälfte voraussichtlich die
feuchtlabile Subtropikluft erhalten. Dort bilden sich somit erneut
teils kräftige Schauer und Gewitter. Örtlich besteht weiterhin
Unwettergefahr durch heftigen Starkregen und Hagel. Erst am Montag
sorgt ein von Westen heranrückendes Hochdruckgebiet für eine
vorübergehende Wetterberuhigung. Doch bereits am Dienstag könnte uns
nach jetzigem Stand schon wieder die nächste Gewitterlage
bevorstehen. Das ruhige Frühsommerwetter macht somit erst einmal
Pause!
Aktuelle Informationen zu den bevorstehenden Gewitterlagen finden sie
auf unserer Webseite und in der Warn-Wetter App.
(Die Bilder und Links zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)
M.Sc. Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.05.2026
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