DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

03-05-2026 09:30
SXEU31 DWAV 030800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 03.05.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
Tr W

An allen Tagen teils kräftige Schauer und Gewitter. Starkregen möglich, vor
allem bei wiederholten Schauern bis Unwetter nicht ausgeschlossen. Richtung
Osten und Süden bei Gewittern Sturmböen.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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Sonntag... liegen wir unter einer südwestlichen Höhenströmung, zwischen einem
Höhenrücken vom westlichen Mittelmeer nach Nordosten reichend und einem Trog mit
Drehzentrum südwestlich Englands. Dabei schleifen Tiefausläufer über
Norddeutschland und es gelangt warme bis sehr warme Luft in weite Landesteile.

In der Südosthälfte liegen die 850-hPa-Temperaturen über 10°C, im äußersten
Südosten über 15°C. Damit kann - abgesehen wolkigen Westen und Nordwesten - ein
Sommertag mit Temperaturen über 25°C erwartet werden. Im Osten sind gebietsweise
um 30°C möglich.
Der Süd- bis Südwestwind lebt im Tagesverlauf vor allem in der Nordwesthälfte
auf. In exponierten Lagen, insbesondere in Rheinland-Pfalz, sind einzelne
Windböen bis Bft 7 möglich, wie ICON-D2 und MOS andeuten.

Der Höhenkeil wird derweil tagsüber langsam nach Südosten gedrückt und die
Zyklonalität nimmt zu. Mit einer Anfeuchtung der Luftmasse auf 9 g/kg
Grenzschichtfeuchte bei instabiler Schichtung treten schon am Morgen im Süd- und
Nordwesten einzelne Gewitter auf, noch schwächerer Natur, die am Vormittag
nachlassen.

Tagsüber rücken dann Tiefausläufer von Westeuropa näher und es kommt ein
leichter Hebungsantrieb durch kurzwellige Tröge ins Spiel. Die dann im
Nordwesten entstehenden Gewitter richten sich, in mäßig gescherter Strömung
recht parallel zu ihrer Organisation aus, sodass bei PPW-Werten nahe 30 mm
Starkregen etwas mehr in den Vordergrund rückt. Mengen bis etwa 25 l/qm sind
durchaus möglich.
In der nun feuchteren Grundschicht wird der Wind etwas weniger relevant -
stürmische Böen sind aber möglich. Das gilt insbesondere nach Osten hin, wo in
Mecklenburg-Vorpommern die DCAPE-Werte steigen. Dort kann es zu Sturmböen
kommen.
Die Scherung begünstigt teils besser organisierte Zellen (siehe UH-Tracks in
ICON D2). Damit ist auch wieder Hagel bis etwa 2 cm möglich.

Auch im Südwesten zeigen sich Gewittersignale, ausgehend von der Orografie - vor
allem rund um den Schwarzwald und aus der Schweiz heraus. Dort ist die
Grundschicht trockener, zudem ist auch hier etwas Scherung vorhanden. Während
Starkregen eher kein größeres Problem darstellt, sollte bedingt auf Hagel (um 2
cm), vor allem aber auf die Sturmböen geachtet werden.

In der Nacht zum Montag schleift der Tiefausläufer mit Wellen über
Norddeutschland, die Schauer und Gewitter lassen dabei dem Tagesgang folgend und
auch weil es von der Höhe wieder antizyklonaler wird, nach. Im Südwesten ist das
fast an Ort und Stelle der Fall, ob sie zuvor nach Franken oder ins bayerische
Schwaben ausgreifen ist unsicher. Im Norden zieht die Konvektion über die Ostsee
ab. Danach bleibt es im Norden wolkig, Richtung Süden teilweise stärker
aufgelockert und es regnet kaum noch.


Montag... schleifen die Tiefausläufer weiter über Nord- und Westdeutschland,
sind dabei aber leicht antizyklonal überlaufen (Bodenhochkeil über der Nordsee).
Präfrontal liegt weiterhin feuchtlabile Luft, sodass im Norden bis über die
nördliche Mitte etwas CAPE aufgebaut wird. Im Bereich einer präfrontalen, zonal
ausgerichteten flachen Tiefdruckrinne können sich im Tagesverlauf schauerartige
Niederschläge und einzelne Gewitter entwickeln.

Die Höhenwinde im Bereich der Rinne sind bis etwa 5 km Höhe schwach, sodass
wegen der geringeren Scherung vor allem Starkregen als Begleiterscheinung in
Frage kommt. Die PPW Werte liegen bei ca. 25 mm und in den langsam ziehenden
Zellen sind in erster Linie markante Mengen zu erwarten, aber auch
unwetterartiger Starkregen ist bei Mehrfachtreffern nicht ausgeschlossen, wie
die erhöhten Signale dafür in ICON D2 EPS für den 6h Niederschlag nahelegen.

Im Südwesten zeigt sich ein Feuchtemaximum, dort ist die Schichtung aber
stabiler sodass die meisten Modelle dort flächigeren Regen simulieren. Über
Bayern deutet sind ein flaches Tief an und dort sind nach Aufheiterungen und
Labilisierung wieder einzelne Gewitter möglich. Wegen der trockenen Grundschicht
eventuell mit stürmischen Böen oder Sturmböen.

Ansonsten ist es im Südosten und in Richtung Lausitz antizyklonal geprägt mit
längerem Sonnenschein. Dort wird nochmals ein Sommertag erwartet. Im Norden
bleiben die Temperaturen postfrontal unter 20°C. Böig zeigt sich der Wind vor
allem im Norden aus Nordwest. Auflandig sind auf Rügen einzelne Windböen nicht
ausgeschlossen.

In der Nacht zum Dienstag kommt die Luftmassengrenze im Norden kaum südwärts
voran. Dabei fällt bei Annäherung des Höhentroges der Bodendruck über
Mitteleuropa und es bildet sich ein flaches Tief. Die Konvektion geht im Norden
und Westen in schauerartigen Regen über, der regional in die Nähe der
Starkregenschwellen kommen kann. Über der Mitte und dem Südwesten lassen die
Schauer und Gewitter zwar nach, ganz zum Erliegen kommen sie eventuell aber
nicht.

Ganz im Norden strömt postfrontal in Bodennähe trockenere Luft ein, und es kommt
zu größeren Auflockerungen. In diesen Bereichen geht die Temperatur rasch
zurück, sodass bei schwachem Wind in S-H vereinzelt Frost in Bodennähe auftreten
kann. Weiter südlich bleibt es deutlich milder mit teils zweistelligen
Tiefstwerten.


Dienstag... hat die südwestliche Strömung in der Höhe einen leicht
antizyklonalen Touch, die Hebung an der Luftmassengrenze über Deutschland hält
aber an und resultiert in erster Linie aus frontalen Prozessen (Baroklinität)
und der bodennah konvergenten Strömung im Bereich einer flachen Rinne.

In einem breiten Streifen vom Westen Richtung Nordosten (etwa
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bis Brandenburg) überwiegt frontal
starke Bewölkung und es regnet verbreitet, teils schauerartig verstärkt.
Warnwürde Mengen sind unwahrscheinlich. Am warmen Rand des Niederschlags und
präfrontal im Süden, östliche Mitte kann sich etwas Cape aufbauen und es sind
tagsüber Schauer und Gewitter möglich.
Bei schwacher Scherung wird eher unorganisierte Konvektion mit
Starkregenpotential erwartet.

Nördlich des Regenbandes fließt trocken-kühle Luft ein, in der größere
Aufheiterungen zu erwarten sind. Diese gibt es auch im Südosten in der warmen
Luftmasse bei teils um 25°C, im Norden werden dabei kaum 15°C erreicht.

In der Nacht zum Mittwoch tritt im Norden regional Frost in Bodennähe auf, in
deren anderen Gebieten regnet es zeitweise, vor allem anfangs mit lokalen, teils
noch kräftigen Gewittern, die dann teils in (Stark)Regen übergehen können. Die
Kaltfront macht dabei nur sehr pomadig Boden in Richtung Süden gut, der
zunehmend skalige Regen verschiebt sich auf die kühlere Seite und kann sich
wegen frontogenetischer Prozesse etwas intensivieren.

Modellvergleich und -einschätzung
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Die Basisfelder der Modelle ähneln sich. Die Details werden unsicher. Nicht nur
die Konvektion, sondern auch die Lage der Tiefausläufer und der daran
ablaufenden Wellen werden unterschiedlich simuliert.

Die Gewitter bleiben meist im markanten Rahmen. Am ehesten durch mehrfache
Schauer/Gewitter können Unwetterschwellen von Starkregen erreicht werden.
Ansonsten sind die Hinweise auf signifikante, warnwürdige Regensummen spärlich,
aber vorhanden.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner