DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

27-04-2026 10:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 27.04.2026 um 10.30 UTC



Erst ungestörter Hochdruckeinfluss. Ab Samstag von Westen etwas wechselhafter.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 04.05.2026


Heute soll die Mittelfrist dank der aktuell sehr ruhigen Ausgangslage mit einem
kurzen Rückblick auf den vergangenen Winter 2025/26 beginnen, bevor Anfang Mai
dann ein kleiner Ausblick auf den kommenden Sommer 2026 erfolgt.

Der Rückblick auf den Winter fußt auf den Ausführungen, die im entsprechenden
Thema des Tages Mitte November vorgestellt wurden (
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/11/16.html ). In der Folge
richten wir unseren Fokus natürlich wieder auf die aktuelle Mittelfrist, zu der
man auch direkt gelangt, in dem man zum Absatz "Aktuelle Mittelfrist" springt.

Der Sinn dieses kurzen Rückblicks ist der, den Nutzen der telekonnektiven
Verfahren anzuschauen, deren Einflüsse über diverse Pfade aus den Tropen,
Außertropen und der Stratosphäre auch zu uns gelangen. Zur Erinnerung, diese
Tendenzabschätzungen beruhen nur auf Wahrscheinlichkeitsaussagen und geben einem
Vorhersager im besten Fall eine Art "roten Faden" zur Hand, mit welchen
vorherrschenden Druck-/Geopotenzialanomalien man vornehmlich zu rechnen hat.
Aber genug der Worte. Wollen wir nun schauen, ob dieser "rote Faden" in diesem
Winter gegeben war. Die Ausgangsbedingungen eingangs des Winters 2025/26 wurden
im Thema des Tages vorgestellt und darauf aufbauend wurden folgende Aussagen
getroffen.

"Fassen wir also zusammen: Einige der genannten Bausteine sehen im Vergleich zu
den letzten Jahren günstiger aus für winterliche Intermezzi ab Mitte Dezember
bis in den Januar hinein. [...] Es wird im Verlauf des Dezembers (Mitte/Ende
Dezember) ein ansteigendes Potenzial für eine blockierende Antizyklone entweder
im grönländischen oder skandinavischen Sektor hervorgehoben."

Diese Abschätzung beruhte auf der damals in Richtung Polarwirbel der
Stratosphäre (SPW) vorhergesagten Wellendynamik, die eine Abschwächung des SPW
erwarten ließ. In der Tat setzte sich Ende Dezember dieses Signal in Form einer
absinkenden positiven Geopotenzialanomalie innerhalb der Troposphäre durch,
wobei dieses Signal Anfang Januar durch eine konstruktiv interferierende
"bottom-up" Entwicklung (bezüglich der Blockierung) gestützt wurde. Dies lies
den gesamten Monat Januar sehr blockierungsfreudig dastehen mit einem deutlich
negativen monatlichen AO Wert (der niedrigste seit Dezember 2022).
Die Folge laut DWD Pressemitteilung vom 30.12.2025: "Pünktlich zu Weihnachten,
das vielerorts das kälteste Fest seit 15 Jahren war, stellte sich eine östliche
Strömung ein." Sowie die Mitteilung vom 30.01.2026: "Im Nordwesten Deutschlands
war es, gemessen an der Zahl der Schneedeckentage, der schneereichste Januar
seit 2010." Auch die NAO, die den Herbst 2025 über bereits in negativen Gefilden
verlief erhielt nochmals einen Dämpfer und wies normalisiert Anfang Januar
deutlich negative Anomaliewerte auf. Die u.a. durch die Entwicklung beim SPW
hervorgerufene kräftige/blockierende Antizyklone wurde in der Reanalyse im
Januar 2026 über das Europäische Nordmeer gelegt, allerdings erfassten die
positiven Anomalien auch Grönland und Skandinavien. Was unterschätzt wurde war,
wie umfangreich die negative Geopotenzialanomalie über Südwesteuropa ausfiel,
die sich auch bei uns in Deutschland besonders im Westen und Süden mildernd
auswirkte.

"Statistisch gesehen wirkt sich die periodisch wechselnde und sich nun in der
östlichen Phase befindende QBO abschwächend auf den SPW aus."

Diese Tendenz eines schwächelnden SPW zog sich durch den Winter, sodass dessen
Intensität in 10 hPa meist unter dem klimatologischen Mittel verblieb mit
signifikanten Abschwächungsphasen vor allem Ende November und in Richtung Ende
Februar. Etwas, was aber nicht abgeschätzt werden konnte war die Entwicklung des
Polarwirbels in der Troposphäre (TPW), der ebenfalls sehr starke
Abschwächungsphasen aufwies, die teils konträr zur Entwicklung des SPW verliefen
und z.B. großen Einfluss auf die Amplitude der Blockierung im Januar hatte. Auch
bei der flächenhaften Ausdehnung des SPW ergab sich bis weit in den Januar 2026
ein Wert nahe des absoluten Minimums. Einzig die Abschnitte "Anfang Januar"
sowie "Ende Januar bis Mitte Februar" wiesen zum klimatologischen Mittel
vergleichsweise normale Werte auf.

"Im Verlauf der jeweiligen Winter (ab dem Februar) erkennt man jedoch eine sich
immer weiter ausweitende negative Bodendruckanomalie im Bereich des Nordpols,
was sich auch mit einem stetig verstärkenden SPW deckt. Die Stärkung des SPW
würde durch ein La Nina Ereignis gestützt werden, das einen kräftigeren und
stabilen Polarwirbel (statistisch) fördert, der allerdings durch die östliche
QBO immer wieder angegriffen werden kann."

Bei den u.a. auf den Ergebnissen von Gray et. al. (2004) erstellten
Bodendruckanomalien im Vergleich mit den jeweiligen monatlichen Reanalysen
stimmten die Abschätzungen für Dezember und Januar sowie für den März insgesamt
sehr gut überein. Z.B. für den Januar ergab sich ein nahezu deckungsgleiches
Bild zwischen der erwarteten und innerhalb der Reanalyse ermittelten
Bodendruckanomalie mit Blick auf die Nordhemisphäre, was u.a. den in der
Konstellation nicht selten eintretenden frühen Störungen beim SPW geschuldet
ist.

Die Abschätzung klappte allerdings im Februar nicht, denn der normalerweise (bei
dieser Konstellation der treibenden Kräfte) einsetzende Druckfall in Nordpolnähe
fand in diesem Monat noch nicht statt. Diese Entwicklung wurde durch die
top-down und vor allem kräftige bottom-up Entwicklung der positiven
Geopotenzialanomalien verzögert und griff erst im März so richtig durch (mit
einem kräftigeren negativen Dipol über Grönland). Somit dominierte im Norden
Deutschlands bis weit in den Februar der kühlende Einfluss der high-latitude
Blockierung, bevor sich dann im März die Milderung (mit temporären Abstrichen)
besser durchsetzen konnte. Konträr zur Erwartung fiel die Intensität des SPW zum
Ende des Winters schwächer aus, sodass der Wechsel zur positiven NAO erst im
Übergang Februar/März nachhaltig etabliert werden konnte und der "Westdrang" im
März (weiterhin gebremst) in Schwung kam.
Durch diese stark gestörte Zirkulation wurde eine deutlich nach Süden versetzte
Frontalzone analysiert, die dem Westen und Süden von Europa einen sehr nassen
Februar 2026 bescherte (Rekordnässe in Frankreich mit umfangreichen
Überschwemmungen in Spanien, Portugal und Nordafrika, wobei in Marokko aber
dadurch auch eine mehrjährige Dürre abgemildert wurde.) In Spanien war es der
nasseste Januar/Februar Abschnitt seit 1996 und in Portugal war es der nasseste
Februar seit mindesten 47 Jahren. Wir hier in Deutschland, die südlich eines zu
trockenen Skandinaviens und dem nassen Südeuropa "zwischen den Stühlen" lagen,
hatten eher mit wiederholt auftretende gefrierenden Niederschlagsereignisse zu
kämpfen, die abwechselnd unterschiedliche Regionen betrafen.
Dieser zeitliche Abschnitt zeigt, wie wichtig es ist solch anormalen
Strömungsverhältnisse so früh wie möglich abschätzen zu können, was in dem Fall
aber weniger im Voraus, sondern erst während der Entwicklung des Ereignisses
absehbar war. Die Vorhersagen vom C3S (Multi-System Produkt von Copernicus) vom
Dezember 2025 und Januar 2026 fielen für Februar 2026 z.B. in Richtung
Südwesteuropa gar noch etwas zu trocken aus (aus probabilistischer Sicht).

Zuletzt sei noch der damals angehängte Hinweis bezüglich der Entwicklung in
Kanada/Alaska erwähnt, da sich hier die Entwicklung des SPW nicht selten direkt
auswirkt.

"[...] Wellenreflexionen entlang des SPV. Letztere würden den Bodendruck im
Bereich der Aleuten ebenfalls tendenziell erhöhen. Kanada, am Ostrand dieser
positiven Druckanomalie gelegen, wäre daher gut positioniert für wiederholt
auftretende, intensive Kaltluftausbrüche."

Beinahe durchweg war der Bodendruck innerhalb der Reanalyse im Bereich der
Aleuten erhöht (im Februar gar bis weit auf den Nordpazifik ausgreifend).
Wiederholte und kräftige Kaltluftausbrüche waren im Hochwinter die Folge, was
z.B. dem Staat Alaska den kältesten Februar seit 2021 und den viert kältesten in
den letzten 25 Jahren bescherte (ERA5). Ansonsten allerdings dominierte z.B. in
Kanada aber auch der Einfluss einer sich abschwächenden La Nina mit teils
extremen Schneefällen z.B. in Neufundland und Toronto, während Vancouver einen
nahezu schneefreien Winter erlebte.

Zusammengefasst kann man sagen, dass einen die Hinweise der Telekonnektion in
der Tat recht gut durch die Entwicklung des Winters geführt haben. Natürlich kam
es zu teils gröberen Abweichungen und Unschärfen, vor allem durch die
dynamischen Entwicklungen innerhalb der Stratosphäre hervorgerufen, aber auch
solche Störungen lassen sich im Kontext eines vorherrschenden Gesamtbildes
leichter einordnen.



AKTUELLE MITTELFRIST (Donnerstag, der 30.04. bis Montag, der 04.05.2026)

Machen wir nun den Sprung in Richtung "aktuelle Mittelfrist", so erkennt man,
dass die Nachwirkungen des (im März) gestörten SPW nun mittlerweile nachlassen,
allerdings noch weiter nachhallen. Das bedeutet nun einen recht undankbaren
Ist-Zustand innerhalb der Numerik, wo einerseits ein Durchbruch von West
versucht wird, die Numerik aber immer wieder restliche blockierungsfreudige
Signale des SPW bis weit in den Mai richtig verarbeiten muss. Die Folge ist ein
recht volatiles Verhalten innerhalb der subsaisonalen Vorhersagen (z.B.
innerhalb der Häufigkeitsverteilung der zu erwartenden Wetter-Regime, die im
Vorlauf noch NAO+ lastig waren und nun Ende Mai wieder in Richtung "Blockierung"
abdriften). Die Folge ist eine erhöhte Unsicherheit, wobei hier zunehmend "auf
Sicht" gefahren werden muss. Auf jeden Fall sollten weitere "high-latitude"
Blockierungslagen mit teils cross-polarer Strömung bis weit in den Mai nicht
verwundern, wenngleich die Jahreszeit hier mildernd eingreifen dürfte. Auch die
in der Fläche anormal feuchten subsaisonalen Vorhersagen für Skandinavien im Mai
sollten dadurch (in der Fläche) zumindest hinterfragt werden.

Auf synoptischer Bühne starten wir mit einer kräftigen und blockierenden
Antizyklone, die im Verlauf der Mittelfrist unter Abschwächung nach Südost
wandert und einem Trog über Nordwesteuropa mehr Spielraum gewährt (ggf. auf
Deutschland übergreifend). Diesbezüglich gibt es aber noch erhebliche
Unsicherheiten, die im Abschnitt "IFS-Konsistenz" beschrieben wurden.

Am Donnerstag und Freitag dominiert daher weiterhin störungsfreies
Hochdruckwetter. Der Höhenkeil wandert südostwärts und liegt zum Freitag
vollumfänglich über Deutschland, während bodennah die Antizyklone unter
Abschwächung von Norddeutschland nach Südosten wandert. Die vorhandene und
alternde subpolare Luftmasse in Verbindung mit kräftigem Absinken und insgesamt
niedrigen Feuchtewerte innerhalb der Troposphäre sorgen für zwei sonnige Tage
mit nur wenigen lockeren Wolkenfeldern im Nordosten und peripher des Bayerischen
Waldes. Über Niederschlag muss nicht gesprochen werden.

In der Folge wandert der Keil unter kontinuierlicher Abschwächung nach Südosten
weiter, während stromauf über Nordwesteuropa Druck und Geopotenzial stärker
fallen. Dies würde uns nach längerer Zeit mal wieder auf eine Art
Trogvorderseite bringen, in der feucht-labile Luftmassen nach Deutschland
strömen, deren Trajektorien aber über die Iberische Halbinsel/Westeuropa führend
eher auf mäßige Feuchtewerte hinweisen. Das würde sich ebenfalls dämpfend auf
die Labilität auswirken. Markante Gewitter sind aber regional sicherlich
vorstellbar (Regen und Wind).

Der Wind startet am Donnerstag noch aus der Antizyklone ausfließend über
Süd-/Südwestdeutschland stark böig, exponiert mit stürmischen Böen und im
Hochschwarzwald entlang der Inversion auch mit Sturmböen (Bft 9) aus Ost. In der
Folge schwächt sich der Ostwind ab und dreht zunehmend auf Südwest, wobei dann
abseits der Konvektion mit keinen warnrelevanten Böen zu rechnen ist.

Die Temperaturwerte steigen von Donnerstag (17 bis 22 Grad, mild bis sehr mild)
bis Samstag (20 bis 26 Grad, mäßig warm bis warm) mit zunehmender WLA an, bevor
es zum kommenden Wochenbeginn wieder auf mäßig warme Werte von 17 bis 22 Grad
abkühlt.
Die Nacht zum Freitag wird erneut sehr frisch (örtlich Luftfrost im Süden und
Osten, allerdings verbreitet leichter, im Osten auch mäßiger Frost in
Bodennähe), bevor es in der Folge zu einer deutlichen Frostabschwächung kommt.
In der Nacht zum Sonntag sollte nur noch im Süden/Südosten regional leichter
Frost in Bodennähe auftreten, in der Folge bleibt es dann vorerst frostfrei (2m
Minima dann zwischen 10 und 7 Grad).
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Das grundsätzliche Trog-Keil-Trog-Muster über Europa wird recht einheitlich
berechnet, was besonders für den Keil über Mitteleuropa und den Langwellentrog
über Osteuropa zutrifft. Während sich der Keil sukzessive abschwächt, wandelt
sich der Trog über Osteuropa in ein umfangreiches Höhentief um, wenngleich noch
unsicher ist, inwieweit ein vollständiger Abtropfprozess eingeleitet wird und
wie stationär dieser über Südosteuropa liegen bleibt, oder in Richtung Schwarzes
Meer weiterzieht.

Größere Diskrepanzen ergeben sich bei dem sich strukturierenden Langwellentrog
über Nordwesteuropa. Zum Beginn dieser Mittelfrist erfolgt vor Irland das
Einbinden eines Tiefdruckgebietes in einen polseitig ostwärts schwenkenden
Island-Trog, nun aber etwas östlicher als in den Vorläufen berechnet. Dadurch
wird mehr Energie in den Trog eingebunden, sodass dieser deutlich östlicher
vorankommt und ausgangs der Mittelfrist mit seiner Achse über Deutschland zu
verorten ist. Dies wird auch durch rascheren Geopotenzialabbau des Höhenkeils
über Mitteleuropa gestützt.

Vergleicht man diese Lösung mit den vorherigen, ergibt sich ein recht
durchwachsenes Bild bezüglich der Geopotenzialentwicklung. Wenngleich die
Unsicherheiten im IFS-ENS z.B. beim Geopotenzial peripher dieses Troges
insgesamt nachgelassen haben, so ergeben sich noch nennenswerte Diskrepanzen
beim entscheidenden Einbindungsprozess des genannten Tiefs in den Trog mit
maximalen (Geopotenzial)Unsicherheiten in dessen Südostquadranten. Da deutet auf
ein möglicherweise eher verzögertes Einbinden hin und hätte doch ein weniger
progressives Vorankommen zur Folge. Dies wird mittlerweile auch im neuen
Modelllauf vom 27. April (00Z) übernommen. Dabei tropft der Trog vor
Mitteleuropa erneut ab, was eine quer über Deutschland liegende
aktive/niederschlagsreiche Luftmassengrenze zur Folge hätte.
Es müssen nun noch die nächsten Modellläufe abgewartet werden, bevor ein
kohärentes Bild entsteht.

AIFS schert den nach Deutschland ziehenden Trog ebenfalls stark mit dem Resultat
einer wellenden Luftmassengrenze über Deutschland, während ein Teil der Energie
nach Südwesten abtropft.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Mit Blick auf die anderen Globalmodelle ergeben sich bezüglich des Ablaufs und
der fokussierten Unsicherheiten keine größeren Abweichungen.
Sprich: Die Abschwächung des Keils, wie auch die Annäherung eines Troges von
Westen sind in allen Modellen vorhanden, allerdings mit nennenswerten
Intensitäts- und Platzierungsdiskrepanzen. Dies verwundert aber nicht, stellt
sich doch die bis dato blockierungsfreudige Strömung nun erstmal etwas um. Die
größten Auswirkungen dieser Unsicherheiten könnten sich auf den Samstag
auswirken, der je nach Progressivität des Troges und der begleitenden Front
stabiler oder labiler über die Bühne gehen kann (besonders den Osten der
Republik betreffend).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unsicherheiten mit dem Übergreifen
des Troges zum Wochenende/kommenden Wochenbeginn noch als erheblich anzusehen
sind, zumal die Geopotenzialgradienten insgesamt deutlich aufweichen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Analyse der Cluster vom IFS-ENS beginnt mit 4 Clustern und dem einheitlichen
Regime der "Blockierung". Für Deutschland ergeben sich dabei keine nennenswerten
Diskrepanzen.

In der Folge (Freitag bis Sonntag) heben drei Cluster einen raschen Wechsel bei
der klimat. Regimevorhersage von "Blockierung" zu "positiver NAO" hervor. Dabei
ergeben sich noch nennenswerte Unsicherheiten bei der Intensität des Keils, der
zunehmend von Süd- nach Osteuropa gerichtet ist sowie beim Einbinden des Tiefs
in den Island-Trog (im Ensemble eh zu stark geglättet und abgeschwächt).
Grundsätzlich sollte es nicht überraschen, wenn der Trog eher zu einem
"Streifschuss" abgeschwächt wird mit höherem Geopotenzial im Süden und Osten der
Republik. Dennoch kann nach allen Lösungen am Westrand des Keils eine
feuchtere/labiler geschichtete Luftmasse nach Deutschland advehiert werden, was
uns etwas vom dringend benötigten Regen in Form von Konvektion bringen sollte -
natürlich mit den typischen regionalen Niederschlagsgradienten und fragwürdigen
Gesamtmengen.

Zum Ende der Mittelfrist und dem Beginn der erweiterten Mittelfrist (Montag bis
Mittwoch) weichen die Geopotenzialgradienten in dem einzigen vorgeschlagenen
Cluster weiter auf und Deutschland befindet sich peripher eines diffusen
Sattelpunktes innerhalb eines Viererdruckfeldes mit zunehmender
Blockierungstendenz über dem östlichen Europa. Trotz seichten
Geopotenzialanstiegs könnte eine bei uns liegende Front in Verbindung mit der
feucht-labilen Luftmasse für weiter Niederschläge gut sein.

Die Unsicherheiten nehmen in der Folge weiter zu und brauchen hier nicht weiter
beleuchtet zu werden.

Die Meteogramme in Deutschland heben das Ende der wolkenarmen und trockenen
Phase hervor, wobei besonders am Sonntag deutschlandweit konvektive Signale
vorhanden sind (von Nord nach Süd zunehmend). Da die konvektive Natur und ggf.
frontale Verstärkung eher regional für mehr Nass gut sein dürften, wird mit
Sicherheit nicht überall mit einer Linderung der trockenen Verhältnisse zu
rechnen sein. Bezüglich der Höchstwerte sollte das kommende Wochenende zunehmend
sommerliche Maxima bieten, die je nach Lage des Troges und der Front von West
nach Ost mehr oder weniger aggressiv angeknabbert werden.

Die Rauchfahnen bei der H85 Temperatur und beim H5 Geopotenzial laufen gebündelt
mit einem recht gut eingebetteten Kontrolllauf. Allerdings fällt zum Ende der
Mittelfrist auf, dass der Kontrolllauf bei beiden Parametern teils deutlich am
unteren Ende der Memberschar verläuft und somit eine wärmere/antizyklonaler
geprägte Witterung innerhalb vom ENS als wahrscheinlicher angesehen wird. Ein
Signal, dass sich natürlich auch noch weiter hemmend auf die
Niederschlagsprognose für diesen Abschnitt auswirken kann.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Der EFI hebt während dieser Mittelfrist nur den anfangs böigen Ostwind hervor
(Bft 7, exponiert Bft 8 und im Hochschwarzwald auch die Bft 9), der jedoch in
der Folge rasch nachlässt. Nachfolgend wird nur die etwas zu warme Luftmasse mit
erhöhten EFI Werten über weiten Bereichen Deutschlands abgebildet.

Bezüglich der ab dem Wochenende zunehmenden Gewittergefahr sind markante
Entwicklungen natürlich vor allem bezüglich lokalen Starkregens und der Böen
hier und da vorstellbar. Allerdings sorgen die vom westlichen Mittelmeer über
die Iberische Halbinsel und Frankreich verlaufenden Trajektorien für einen
überschaubaren Feuchtetransport, der sich auch mäßigend auf die Labilität
auswirkt. EFI Hinweise diesbezüglich sind nur sehr schwach vorhanden.

Hinweis: Besonders in der Nacht zum Freitag droht nahezu deutschlandweit, in der
Nacht zum Samstag im Süden und Osten nochmals leichter Frost in Bodennähe, der
in der Nacht zum Freitag lokal auch mäßig ausfallen kann. Aber der Nacht zum
Sonntag tritt dann nur noch im Süden lokal leichter Frost in Bodennähe auf, der
in der Folge endgültig abklingt.
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Basis für Mittelfristvorhersage
GEFS, IFS-ENS, IFS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy