DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

13-04-2026 17:01
SXEU31 DWAV 131800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 13.04.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Im Bereich einer nur langsam ostwärts abziehenden Luftmassengrenze zunächst
bewölkt mit etwas Regen. Zur Wochenmitte oft heiter und etwas wärmer.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
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Aktuell ... greift ein Trog eines Zentraltiefs bei Island und weiterer
Verkürzung seiner Wellenlänge von den Britischen Inseln über Zentralfrankreich
weit südlich bis Algerien aus und tropft dort ab. Ein weiteres Drehzentrum in
der Höhe bei Korsika wird in den kommenden Stunden dabei eingefangen und
gewissermaßen absorbiert. Das nördliche Residuum schwenkt nur sehr zögerlich
ostwärts und erreicht in den Frühstunden unsere westliche Landesgrenze. Damit
verbleiben wir in der Nacht noch mehrheitlich unter einer schwachen südlichen
Höhenströmung, die im Nordwesten etwas anzieht.

Alpines Pumpen hat zwar zur Ausbildung eines schwachen Leetiefs im Raum Salzburg
mit etwas unter 1008 hPa geführt, großartige konvektive Überraschungen sind aber
ausgeblieben, da kompakte mittelhohe Wolkenfelder angeregt durch eine erhöhte
Konzentration von Saharastaub doch für reichlich Abschattung gesorgt haben und
somit kaum ML CAPE freigesetzt wurde. Gleichwohl kann man in den kommenden
Stunden ein vereinzeltes (abgehobenes "Gewitterchen") auf der warmen Seite einer
schwachen, von Nord nach Süd über Deutschland hinweg verlaufenden
Luftmassengrenze, nicht gänzlich ausschließen. Das ICON-RUC sieht vor allem am
Nordrand des Harzes bis 22 Uhr noch geringe Anzeichen dafür. In der Tat sieht
der AMDAR von Meiningen bezüglich der Qualität der EML auch am
vielversprechendsten aus. Sonst ist das alles zu stabil, weiter südöstlich
teilweise auch noch mit deutlichen Trockeneinschüben von tiefen bis in mittleren
Niveaus.

Das Leetief formiert sich im Laufe der Nacht immer mehr zu einer schmalen Rinne
um, die sich zum Morgen etwa entlang der Elbe orientiert. Leichte Regenfälle
treten gebietsweise weiterhin auf der kühlen Seite auf, wo sich mit
Nordwestwinden am Boden kühlere Meeresluft unter die vergleichsweise milde
Südströmung schiebt. Die Beträge der WLA bleiben aber gering, lassen im Verlauf
sogar gänzlich nach, werden aber durch den nahenden Trog mit schwacher PVA aus
Westen ein Stück weit kompensiert.

Ganz im Westen lockert es später auf und in der feuchten Grundschicht kann sich
nach den Regenfällen örtlich dichter Nebel bilden. Die Temperaturen gehen auf 9
bis 4, in Tälern der Eifel bis nahe 0°C zurück. Der anfangs noch teils stark
böige Wind auf Erzgebirgsgipfeln und an der Ostsee lässt im Verlauf mit
Verlagerung der Rinne nordostwärts nach.


Dienstag ... verlagert sich der Hauptteil des Troges nach Dänemark und Norwegen,
dahinter folgt ein Keil über Westeuropa, wobei der steigende Bodendruck zu einer
Hochdruckbrücke vom Hoch über Nordosteuropa zur Iberischen Halbinsel führt. Ein
schwacher Resttrog verlagert sich noch über Deutschland nach Osten, löst aber
nur wenig Hebung aus.

Die zunächst noch vorhandene Tiefdruckrinne füllt sich über den östlichen
Landesteilen langsam auf und die Luftmassengrenze, dann in eine Kaltfront
übergegangen, liegt in einem Bogen über Ostdeutschland bis Bayern. An ihr regnet
es gebietsweise, leicht konvektiv und ohne Warnrelevanz. Die Luftmasse ist
präfrontal im Osten noch leicht instabil, anhand der lapse rates, für
nennenswert CAPE reicht es aufgrund vielfach kompakter Bewölkung aber kaum,
sodass auch keine Gewitter auftreten.

Unter einer Hochzelle über Nordwestdeutschland kommt die trocken-stabile und
kühle Meeresluft (T850 bei 0°C) rasch zur Ruhe. Dort heitert es zeitweise auf,
während in der Südosthälfte Sonnenstunden (meist) Mangelware sind. Im Grau liegt
die Temperatur auch am Nachmittag nicht viel über 10°C, im Westen bei reichlich
Sonnenschein bei 16/17°C und auch an der Oder und Neiße sind in der dort noch
etwas wärmeren Luftmasse und bei Auflockerungen 18°C möglich.

Der Wind spielt aus Sicht der Warnungen keine Rolle. Wahrscheinlich dreht er
über Vorpommern erst abends auf westliche Richtungen (zuvor Ost), sonst kommt er
aus West bis Nord und ist schwach bis mäßig unterwegs.


In der Nacht zum Mittwoch liegt die Hochzelle über Deutschland, gebietsweise
klart es auf, bevor sich bevorzugt innerhalb der Divergenzachse zum Morgen
stellenweise Nebel und Hochnebel ausbilden. Dies sollte vor allem einen Bereich
von Schleswig-Holstein über Lüneburger Heide und Magdeburger Börde bis zur Werra
betreffen. Zuvor gehen die Temperaturen dort auf Werte um den Gefrierpunkt
zurück. In der Nordwesthälfte muss verbreitet zumindest mit leichtem Frost in
Bodennähe gerechnet werden.

Frontale Feuchte und Bewölkung bleibt zunächst über dem Osten und Südosten,
während es im Osten aber im weiteren Verlauf auflockert und abtrocknet, regnet
es in Niederbayern teilweise noch am Mittwochmorgen. Dafür bleibt es unter den
Wolken mit 8 bis 5°C auch deutlich milder.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... keine Änderungen gegenüber der Frühübersicht: Das antizyklonale
Umfeld mit zumindest schwacher Brücke am Boden und einem Höhenrücken über
Deutschland bleibt erhalten. Südlich des Mains dominiert unterhalb der
Absinkinversion bei 750 hPa noch eine feuchte Grundschicht mit kompakter
Bewölkung, aus der aber kaum Regen fällt. Sonst überwiegt sonnenscheinreiches
Wetter bei einer leichten Erwärmung auf 15 bis 21°C mit den höchsten Werten im
Westen.


Modellvergleich und -einschätzung
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Keine gravierenden Modellunterschiede in den jüngsten Läufen.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen