DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

07-04-2026 10:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 07.04.2026 um 10.30 UTC



Nur vereinzelt etwas Regen. Relativ mild, dabei aber teils böiger Ostwind.
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 14.04.2026


Der Beginn der Mittelfrist am kommenden Freitag ist auf Basis der Modelle noch
relativ eindeutig. So greift ein schwach ausgeprägter Randtrog von der Nordsee
kommend auf Deutschland über, wo er schließlich abtropft und als kleinräumiges
Höhentief über den Osten und Südosten südwärts geführt wird. Damit verbunden ist
im Bodendruckfeld eine schmale Tiefdruckrinne mit eingelagerter Okklusion und
einem Teiltief etwa über Dänemark. Beides wird aber durch ein Hoch über dem
Nordosten Europas und einem von Westeuropa vorstoßenden Hochkeil zunehmend in
die Zange genommen, sodass am Ende des Tages der hohe Luftdruck dominiert. So
fällt vom Norden über den Osten und bis in den Süden Deutschlands vereinzelt
etwas Regen. Dabei ist in der nordwestlichen Strömung meist kühle Luft
vorherrschend mit Temperaturen in 850 hPa zwischen +1 und -3 Grad.

Am Samstag liegen wir zunächst unter dem Einfluss des Hochs mit Schwerpunkt über
dem Nordosten Europas, das über Mitteleuropa hinweg bis zum Balkan reicht. So
gestaltet sich das Wetter ruhig, oft sonnig, bei einem mitunter aber frischem
Wind aus Ost bis Südost. Dabei ist es aber milder als Tags zuvor bei
Höchstwerten um 14 Grad im Nordosten und bis 21 Grad im Südwesten.

Nachfolgend wird die Prognose unsicher. Auf Basis des IFS gelangen wir
allmählich auf die Vorderseite eines umfangreichen Troges, der von Island über
die Britischen Inseln bis nach Frankreich reicht. Er zeigt aber aufgrund eines
stationären und umfangreichen Höhentiefkomplexes über Osteuropa nachfolgend nur
wenig Tendenz weiter ostwärts voranzukommen. Im Bodendruckfeld korrespondiert er
mit einem Tief mit Kern bei Island, dessen okkludiertes Frontensystem im Laufe
des Sonntags mit leichtem Regen allmählich auf die Westhälfte Deutschlands
übergreift. Im Grunde passiert mit ihr das Gleiche, wie mit der vorherigen
Front. Durch einen neuen ausgehend vom Azorenhoch vorstoßenden Hochkeil gerät
sie zunehmend unter antizyklonalen Einfluss und bringt somit nur vereinzelt
etwas Regen. In der Nacht zum Dienstag und am Dienstag erreicht sie schließlich
auch die Osthälfte Deutschlands.

Am Mittwoch verbleiben noch Reste des Troges über Deutschland. Im Bodendruckfeld
dominiert aber weiterhin der Einfluss des kräftigen Hochs über Nordosteuropa.
Insofern sind nur vereinzelt Schauer zu erwarten.

Am Rande des Hochs und bei anhaltendem und teils böigem Ostwind liegen die
Höchstwerte von Sonntag bis Mittwoch meist zwischen 12 und 17 Grad.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bis einschließlich Samstag kann die Konsistenz des EZMW-Modells als gut
bezeichnet werden. Nachfolgend lässt die Konsistenz deutlich nach, vor allem im
Vergleich zum gestrigen 00 UTC Lauf, zum gestrigen 12 UTC Lauf sind die
Unterschiede nur gering.
Während die Front am Wochenende vor Westeuropa verbleiben und dafür eher das
Höhentief unser Wetter mitbestimmen sollte, hat sich das Muster seit dem
gestrigen 12 UTC Lauf nach Osten verschoben. Damit kann wie beschrieben, dass
Frontensystem allmählich übergreifen und dies mit dem heutigen 00 UTC Lauf etwas
früher und rascher ostwärts vorankommend als im 12 UTC Lauf. Das Höhentief liegt
mit den aktuellen Läufen über Osteuropa und hat somit wenig Einfluss auf
Deutschland. __________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch die Modellunterschiede nehmen ab Samstag zu. So kommt der Trog auf Basis
von ICON und UK10 rascher ostwärts voran und entsprechend greift der
Tiefausläufer bereits ab Samstagabend von Westen über. Zudem erreicht er bereits
auch Sonntagvormittag die Osthälfte. Auch die Niederschläge sind zumindest in
Teilen kräftiger ausgeprägt. GFS ähnelt stark der IFS-Lösung, bzw. zeigt sogar
eine noch langsamere Verlagerung. Ein weiterer Unterschied ergibt sich zum
Dienstag/Mittwoch hin. Während uns nach IFS und GFS nur Reste des Troges mit
vereinzelten Schauern beeinflussen, tropft der Trog bei ICON über Frankreich ab
und zieht als Höhentief über den westlichen Alpenraum in Richtung Italien.
Daraus würden sich auch bei uns über dem Süden und der Mitte weitere
Niederschläge ergeben.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum t+72 bis 96 Stunden vier Cluster.
Dabei befindet sich der Hauptlauf in Cluster 1, das auch die meisten Member (22)
beinhaltet. Cluster 2 ähnelt stark dem ersten Cluster und Cluster 3 und 4 zeigen
den Höhenrücken bzw. den Trog noch ein Stück weiter westlich. Insofern würde
dies eher für die IFS und gegen die progressivere ICON Lösung sprechen.
Im nachfolgenden Zeitraum von Sonntag bis Dienstag 00 UTC gibt es drei Cluster.
Der Hauptlauf befindet sich in Cluster 1, in dem erneut die meisten Member (23)
enthalten sind. Cluster drei hat den Trog über Westeuropa bzw. Frankreich etwas
stärker ausgeprägt. Cluster 2 lässt wiederum den Einfluss des osteuropäischen
Höhentiefs wieder zunehmen.

Die Rauchfahne am Beispiel von Offenbach zeigt zwar ab Freitag bei der
Temperatur eine Zunahme des Spreads, im Mittel stützen die Member aber die
Vorhersagen des Hauptlaufs. Dabei ist das Maximum zum Samstag zu erkennen, der
nachfolgende leichte Rückgang der Temperatur startet bei einigen Membern etwas
früher als nach dem Hauptlauf. Beim Niederschlag sind Signale bereits im Laufe
des Sonntags zu erkennen. Eine Zwischenlösung zwischen ICON und IFS scheint also
bezgl. der Frontpassage am wahrscheinlichsten zu sein.
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Im Vorhersagezeitraum werden keine signifikanten Wettererscheinungen erwartet.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger