DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

01-04-2026 17:01
SXEU31 DWAV 011800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 01.04.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Leicht wechselhaft, weitgehend ohne markante Wettererscheinungen. In der Nacht
zum Donnerstag und Donnerstagfrüh meist leichter, in ungünstigen Lagen
vereinzelt mäßiger Frost.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... liegt der Norden Deutschlands unter einer Brücke hohen
Geopotentials, die eine Verbindung zwischen einem Keil über der Biskaya und
einem weiteren Keil, der vom südlichen Ural nach Westrussland reicht, darstellt.
Der Süden wird noch durch ein über dem Tyrrhenischen Meer liegenden Höhentief
leicht zyklonal beeinflusst. Kurzwellentröge, die dieses Höhentief umlaufen,
sorgen dort noch für schwache Schauer, die alsbald abklingen. Die leicht
mäandrierende Frontalzone verläuft vom mittleren Nordatlantik über Schottland
und Nordskandinavien hinweg zum Weißen Meer.
Im Bodendruckfeld hat sich ein Bodenhochkeil durchgesetzt, der, ausgehend vom
Azorenhoch, über Mitteleuropa hinweg nach Nordwestrussland gerichtet ist.
Absinken lässt in der Nacht zum Donnerstag, abgesehen von ein paar
Restwolkenfeldern an den Alpen, den Himmel aufklaren. Die eingeflossene
Polarluft kommt zur Ruhe, so dass meist leichter, in ungünstigen Lagen sowie in
Alpentälern mäßiger Frost zu erwarten ist. Eine Ausnahme stellt der äußerste
Nordwesten, etwa von Nordfriesland bis zum Emsland, dar. Dieser ist durch einen
Trog bedingt, der in der Frontalzone eingelagert in die Nordsee gesteuert wird.
Mit der vorgelagerten schwachen Kaltfront zieht in Nordseenähe Bewölkung auf.
Darunter bleibt es frostfrei, Regen fällt dort jedoch kaum.

Donnerstag ... verlagert sich der o.g. schwache Trog noch etwas nach Osten und
erreicht bis zum Abend den äußersten Nordwesten Deutschlands. Dieser Trog nebst
vorgelagerter Kaltfront ist von Kaltluftadvektion überlaufen, so dass deren
Wetterwirksamkeit gering ist. Von der Nordsee her bis etwa zu einer Linie
Warnow-Nordeifel greift ein frontales Regenband über, wobei selbst in Staulagen
nur wenige (meist weniger als 5) mm Niederschlag zusammenkommen. Postfrontal
frischt der Wind steil aus Nordwest etwas auf, für einzelne Böen Bft 7 reicht es
allenfalls über der offenen Nordsee sowie an der Nordfriesischen Küste.
Durch einen weit nach Süden reichenden Trogtanteil, der in höheren
Troposphärenschichten (300 hPa) ausgeprägt ist, kann an den Alpen die
Schauertätigkeit etwas angefacht werden, wobei auch dort nur wenige Millimeter
zu erwarten sind.
Ansonsten dauert das Absinken im Bereich des über Mitteleuropa hinweg bis nach
Nordwestrussland reichenden, sich aber abschwächenden Hochkeils an und es bleibt
trocken. Am Nachmittag werden 10 bis 15 Grad erreicht. An der See, im
Alpenvorland und in höheren Berglagen sind 5 bis 9 Grad zu erwarten.

In der Nacht zum Freitag wird der schwache Trog über Deutschland hinweg nach
Osten geführt und liegt Freitagfrüh mit seiner Ache bereits knapp östlich der
Oder. Dieser überläuft das frontale Niederschlagsband, wodurch sich die dann auf
den Nordosten und die Mitte übergreifenden Niederschläge weiter abschwächen.
Geringe Niederschläge (bis etwa 5 mm innerhalb von 12 Stunden) zeichnen sich
auch am östlichen Alpenrand ab, wobei dort oberhalb 1000 m noch etwas Schnee
fallen kann.
Ansonsten bleibt es trocken. Im Süden, aber abseits der Alpen, klart es auf. Von
Westen her erneut einsetzender Hochdruckeinfluss lässt auch postfrontal die
Bewölkung auflockern. An der Mecklenburgischen Ostseeküste kann zudem der Wind
mit einzelnen Böen Bft 7 auffrischen. Ansonsten ist der Wind nicht warnrelevant.

Dort, wo es längere Zeit aufklart, kann sich erneut leichter Frost einstellen.
Da im Bereich des sich ausweitenden Hochkeils kaum noch Gradient vorhanden ist,
können sich flache Nebelfelder bilden.

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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag ... erfolgt vom mittleren Nordatlantik her bis in die Nordsee hinein
Zonalisierung. Ein in der straffen Strömung eingelagertes Frontensystem, das an
ein Tief südöstlich von Island gekoppelt ist, wird rasch ostwärts gesteuert.
Warmluftadvektion, die mit der Warmfront dieses Tiefs in Verbindung steht, lässt
bereits ab den Frühstunden von Nordwesten und Westen her mehrschichtige
Bewölkung aufziehen. Erste frontale Niederschläge erreichen mit der Warmfront
dieses Tiefs jedoch erst zum Abend hin die Nordseeküste. Dann frischt auch der
Wind aus Südwest auf. An der Nordseeküste kommen Windböen Bft 7, an der
Nordfriesischen Küste sowie über der offenen See einzelne stürmische Böen in
Gang.
In den anderen Landesteilen sind noch größere Auflockerungen, nach Süden hin
auch längere sonnige Abschnitte vorstellbar. Die Temperaturmaxima erreichen 10
bis 15, im Nordosten sowie im höheren Bergland 6 bis 10 Grad.

In der Nacht zum Samstag beginnt die Strömung bereits wieder stärker zu
mäandrieren. Ein darin eingelagerter breiter Rücken wird in die Nordsee
gesteuert, was die Strömung auf Nordwest drehen lässt. Die Kaltfront des o.g.
Tiefs, das über Südskandinavien hinweg ostwärts gesteuert wird, kann daher nur
den Norden Deutschlands erfassen und wird dort bereits als Warmfront rückläufig.
Nach wie vor sind die Niederschläge sowohl an der Warmfront als auch im Norden
Deutschlands an der Kaltfront mit maximal 5 mm innerhalb von 12 Stunden fernab
von jeglicher Warnrelevanz.
An der Südflanke des Tiefs legt der Gradient merklich zu, was den Wind aus
Südwest auffrischen lässt. An den hierfür anfälligen Küstenabschnitten sowie in
den Hochlagen der Mittelgebirge sind Windböen Bft 7, auf exponierten Berggipfeln
stürmische Böen möglich.
Aufgrund mehrschichtiger Bewölkung und des dann vorhandenen Gradienten ist,
abgesehen vielleicht von einigen Alpentälern, die Frostgefahr nur noch gering.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der
synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede
ableiten.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann