DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

25-03-2026 17:30
SXEU31 DWAV 251800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.03.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Aprilwetter mit Schauern und Gewittern, an den Alpen längerer Schneefall

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
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Aktuell ... läuft alles nach Plan. Der Bodentrog ist ostwärts abgezogen. Die
Kaltfront hängt sich erstmal an den Alpen auf und der Höhentrog amplifiziert
sich weiter über Deutschland. Daraus tropft in der Nacht zum Donnerstag ein Tief
ab. Wettertechnisch heißt das: längerer Schneefall in den südlichen Gebirgen,
dabei in den Höhenlagen markante Neuschneeauflage. Aber auch sonst in
höhenkalter Luft (-8 Grad in 850 hPa und -35 Grad in 500 hPa) noch Schauer,
vereinzelt vielleicht nochmal mit Blitz und Donner. Dabei Schneefall mindestes
mal auf 600 m, teils sogar 400 m mit entsprechender Glättegefahr. Aber auch
darunter kann sich kurzzeitig der Eindruck des "Anweißens" ergeben. Etwas außen
vor ist der Nordosten, da sorgt Skandiföhn für zusätzliche Abtrocknung der
ohnehin schon nur mäßig-feuchten Luft. Insgesamt lässt der Wind weiter nach. Nur
noch die Küsten und die höchsten Lagen erfahren noch stürmische Böen oder
Sturmböen.

Donnerstag ... ergeben sich auch keine großen Neuigkeiten. Das Tief verlagert
sich auf der Alpensüdseite in Richtung Adria und Balkan. Damit bleibt der
Feuchtenachschub an den Alpen gesichert, was sich zusammenmit nördlicher
Strömung in weiteren anhaltenden Schneefällen ausdrückt, wenn auch mit
nachlassender Intensität. Da die kalte Luft nach wie vor über uns liegt, fällt
Schnee auch in den Mittelgebirgen. Weiter nach Norden sind nasse Flocken bis auf
400 oder 200 m möglich. Entsprechend können die in höhenkalter Luft auftretenden
Schauer und einzelnen Gewitter örtlich für Glätte oder in den Höhenlagen eine
geringe Neuschneeauflage sorgen. Die eingeflossene Kaltluft drückt sich vor
allem in den Maxima des Tages aus, die erreichen kaum noch 10 Grad.

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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag ... dehnt sich Zwischenhocheinfluss von Südwesten her aus. In der Nacht
zum Samstag greift von Nordwesten her ein okkludierendes Frontensystem auf
Deutschland über.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren die Großwetterlage in den kommenden Tagen einheitlich. Wo
genau sich wann Schauer oder Gewitter ergießen, bleibt naturgemäß ungewiss.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jacqueline Kernn