DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist

17-03-2026 17:01
SXEU31 DWAV 171800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 17.03.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Hochdruckeinfluss. Im Süden vorübergehend auffrischender Ostwind, Bergland
Sturmböen. Nächte (besonders bodennah) frostig.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
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Aktuell ... erfolgt eine recht wetterinaktive Warmfrontpassage, die dem Westen
dichte Bewölkung und besonders dem Nordwesten und der westlichen Mitte hier und
da etwas Regen bringt (meist unter 1 l/qm/12h, lokal bis 2 l/qm). Im Süden sorgt
eine bis 3km AGL durchmischte niedertroposphärische Luftmasse für einen eher
schauerartigen Charakter der Niederschläge, was besonders auf den Südosten mit
teils längerer Einstrahlung zutrifft. Diese Niederschläge stauen sich am
Alpenrand und bringen dort oberhalb von 800 m noch den einen oder anderen
Zentimeter Neuschnee. Im gesamten Nordosten bleibt es neben harmlosen
Quellwolken freundlich, vielerorts auch (bis zum Sonnenuntergang) sonnig und
trocken.

Die abendlichen Werte liegen zwischen 12 und 7 Grad, im Bergland zwischen 4 und
1 Grad. Der Wind kommt schwach bis mäßig aus Ost, im Nordwesten aus Südost und
frischt über der Deutschen Bucht zeitweise leicht auf.

In der Nacht zum Mittwoch weitet das osteuropäische Hochdruckgebiet LUKAS seinen
Einfluss auf ganz Deutschland aus. Die dichten Wolken im Westen werden
sukzessive nach Westen verdrängt und nachfolgend klart es überall auf. Im
Verlauf der 2. Nachthälfte sickert in den Südosten feuchte Luft ein, die mit
dichter Bewölkung und einzelnen Tropfen oder Flocken einhergeht, wobei die
Schneefallgrenze von 800 m auf über 1000 m steigt.
Glätte könnte am östlichen Alpenrand und entlang des Bayerischen Waldes hier und
da ein Thema werden (wenngleich der Ostwind am Bayerischen Wald im Verlauf der
Nacht zunehmend durchmischt). Die Kombination aus einzelnen Flocken und etwas
überfrierender Nässe kann aber für regional begrenzte gelbe Glättewarnungen gut
sein.

Bezüglich der Auswirkungen am Wichtigsten zu nennen sind die Minima, die nur
zwischen Saarland und Schleswig-Holstein im positiven Bereich verbleiben (2m
Temperatur, allerdings auch hier vielerorts leichter Frost in Bodennähe) und
sonst in recht frostige Gefilde absacken (0 bis -5 Grad in 2m und bodennah
zwischen -3 und -9 Grad).

Der Ostwind gewinnt im süddeutschen Bergland nach Mitternacht sukzessive an
Kraft, mit markanten Böen (Bft 8 bis 9) im exponierten Bergland, aber auch im
Tiefland frischt dieser zunehmend auf. Im Norden kommt der Wind schwach bis
mäßig aus östlicher bis südöstlicher Richtung.

Mittwoch ... erstrahlt unter LUKAS im sonnigen Glanz, nur hier und da von
lockerer Quellbewölkung garniert. Trüber beginnt der Tag im Süden, wo die
eingesickerte Feuchte in Form dichten Hochnebels die Sonne verdeckt, doch auch
diese Bewölkung bricht im Tagesverlauf allmählich auf. Es bleibt überall trocken
und das bei Maxima zwischen 13 und 18 Grad (am wärmsten entlang des
Niederrheins). Nur südlich der Donau bleibt es dank der zähen Bewölkung mit 8
bis 12 Grad kälter. Dort kommt auch noch ein stark böiger Ostwind ins Spiel, der
im Bergland mit markanten Böen (Bft 8 bis 9) aufwartet. Inversionsabhängig sind
im exponierten Hochschwarzwald auch einige schwere Sturmböen (Bft 10) nicht
ausgeschlossen. Im Norden weht der Ostwind weiterhin nur schwach bis mäßig.

Die Nacht zum Donnerstag verläuft deutschlandweit entweder klar, oder es ziehen
ausgedehnte hohe Wolkenfelder durch (z.B. im gesamten Osten), die wenigsten die
Ausstrahlung etwas mindern. Niederschlag fällt keiner und die Minima liegen von
West nach Ost zwischen +4 und -3 Grad. Bodennah tritt deutschlandweit leichter
bis mäßiger Frost auf (0 bis -8 Grad).


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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Donnerstag ... Fortdauer des zumeist sonnenscheinreichen und trockenen Wetters.
Hier und da ziehen dünne hohe Wolkenfelder durch und im Tagesverlauf kommt es im
äußersten Norden präfrontal einer von Norden nahenden Kaltfront zur
Bewölkungsverdichtung - im Umfeld der dänischen Grenze kann es abends auch den
einen oder anderen Tropfen geben.

Die Maxima liegen zwischen 12 und 19 Grad. Der Ostwind weht im Süden zwar noch
spürbar, schwächt sich aber insgesamt ab und kommt im Tiefland meist frisch bis
stark, im Bergland zeitweise stürmisch daher. Sonst weht der Wind im Norden
schwach bis mäßig aus Nordwest.

In der Nacht zum Freitag erfasst die Kaltfront den Norden mit dichter Bewölkung
und kurzzeitig etwas Niederschlag (12 std. Mengen meist unter 1 l/qm). Sonst
beginnt die Nacht noch klar, bevor aber auch im Süden zunehmend dichte
Wolkenfelder südwärts vorankommen. Die Minima liegen im Norden zwischen +4 und
+1 Grad und sonst zwischen +1 und -5 Grad. Bodennah besteht besonders im Süden
erneut verbreitet mäßige Frostgefahr (bis -9 Grad), während im Norden nur
regional leichter Frost in Bodennähe zu erwarten ist (abhängig von der Dauer der
nächtlichen Ausstrahlung). Der Ostwind im Süden schwächt sich weiter ab mit
letzten Böen im exponierten Bergland.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Numerik hat die Entwicklung während der Kurzfrist gut im Griff. Nennenswerte
Unterschiede gibt es keine.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy