Thema des Tages
17-03-2026 14:20
Wissenschaft kompakt
Christian Andreas Doppler
Heute soll es um eine Person gehen, deren Namen aus vielen
verschiedenen Bereichen nicht mehr wegzudenken ist. Sei es in der
Radartechnik, bei Satelliten, der Medizin oder auch einigen
Situationen aus dem Alltag; der "Doppler"-Effekt taucht immer wieder
auf.
CAD ist nicht nur die Abkürzung für "computer-aided design", also für
ein rechnergestütztes Konstruieren und Arbeiten an
(dreidimensionalen) Modellen. Es sind ebenso die Initialen eines
berühmten Mannes: Christian Andreas Doppler. Heute jährt sich sein
Todestag zum 173. Mal, daher wollen wir in diesem Thema des Tages ihn
und seine Entdeckung ehren.
Christian Andreas Doppler war ein österreichischer Mathematiker und
Physiker, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. Er
wurde 1803 in Salzburg geboren und studierte in Wien Mathematik und
Physik. Das reichte ihm augenscheinlich nicht, denn dazu kam
anschließend noch ein Studium der Philosophie in Salzburg.
Nach einigen anderen Lehrstellen, wurde er schließlich Professor in
Prag und später Professor für Experimentalphysik und Direktor des
Physikalischen Instituts in Wien. In Prag veröffentlichte er seine
Abhandlung mit dem Titel "Über das farbige Licht der Doppelsterne und
einiger anderer Gestirne des Himmels". In diesem Text beschreibt und
leitet er theoretisch her, was mit Wellen passiert, wenn sich der
Sender oder der Empfänger bewegt. Heute ist uns dieser Effekt zu
seinen Ehren als Dopplereffekt bekannt. Das Beispiel des
vorbeifahrenden Krankenwagens haben wohl die meisten schon einmal
gehört. Wenn das Fahrzeug mit dröhnender Sirene auf uns zufährt, hört
sich die Tonlage anders an, als wenn es an uns vorbeigerast ist und
sich nun wegbewegt. Das liegt daran, dass die Schallwellen im ersten
Fall zusammengestaucht werden und die Wellenlänge kleiner wird - der
Ton wird höher. Im zweiten Fall wird die Wellenlänge größer und wir
hören tiefere Töne.
Das Prinzip lässt sich nicht nur auf Schall anwenden, sondern auch
auf Licht. Doppler wollte dadurch erklären, wieso manche Sterne eine
andere Farbe besitzen als andere. Kurioserweise ist für dieses
Problem der nach ihm benannte Effekt gar nicht ausschlaggebend. Die
Temperatur des Sterns ist hauptverantwortlich welche Farbe er
bevorzugt abstrahlt. Für sein Problem hat er also eine Lösung
gefunden, die zwar nicht stimmte, jedoch trotzdem eine wichtige
Entdeckung darstellt.
Der experimentelle Nachweis des akustischen Dopplereffekts wurde 1844
von Christoph Buys-Ballot erbracht. Dabei spielten Blasmusikanten
einen gleichbleibenden Ton in einer fahrenden Eisenbahn. Im Labor
konnte Ernst Mach den Effekt erst 1860 und somit nach Dopplers Tod
nachweisen. Der Nachweis für Licht erfolgte noch später im Jahre 1876
durch Carl Vogel.
Heutzutage wird der Dopplereffekt in vielen verschiedenen Bereichen
genutzt. In der Medizin, kann die Geschwindigkeit des Blutes in
unseren Gefäßen gemessen werden. Hierbei sendet man Ultraschallwellen
in das Gefäß und misst das reflektierte Echo. Die sich bewegenden
Blutkörperchen verändern die Frequenz der Wellen und diese Änderung
lässt Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit des Blutstroms zu. In der
Astronomie kann gemessen werden, wie sich ein Objekt relativ zur Erde
bewegt oder ob es um sich selbst rotiert. In der
Satellitenkommunikation muss immer berücksichtigt werden, dass sich
durch die hohe Geschwindigkeit des Satelliten auch das ausgesandte
Signal verändert.
Es wäre natürlich kein Thema des Tages, wenn nicht der Bezug zur
Meteorologie hergestellt würde. Hier müssen die Dopplerradare genannt
werden, die wichtige Informationen zu der Geschwindigkeit von
Gewitterzellen liefern. Auch besonders kräftige Entwicklungen können
besser entdeckt werden, denn Superzellen beinhalten eine Rotation.
Mithilfe des Dopplereffektes können die engbeieinander liegenden
entgegengesetzten Relativbewegungen sichtbar gemacht werden. Wer mehr
über dieses Thema lesen möchte, kann sich in vielen vorangegangen
Themen des Tages umschauen.
Zur Ehrung Christian Dopplers steht im Arkadenhof der Universität
Wien eine steinerne Büste von ihm. Außerdem ist sein Name in einer
Ehrentafel verewigt und ein Hörsaal nach ihm benannt. Auch in seiner
Geburtsstadt Salzburg wurde anlässlich seines 100. Geburtstages eine
Informationstafel an seinem Geburtshaus und zu seinem 200. Geburtstag
eine Büste in der Christian-Doppler-Klinik aufgestellt.
(Die Bilder und Links zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)
M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.03.2026
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