Thema des Tages
27-02-2026 14:20
Wetter aktuell
Hochnebel - das Haar in der Suppe
In vergangenen Tagen herrschte zwar verbreitet Hochdruckeinfluss,
aber Nebel und Hochnebel machten so mancherorts einen Strich durch
die frühlingshafte Rechnung.
In den noch vergleichsweise langen Nächten des Februars können sich
bei windschwachen klaren Bedingungen die bodennahen Luftschichten
stark abkühlen. Dies traf in den vergangenen Nächsten auf weite Teile
des Südens und der Mitte Deutschlands zu. Aufgrund der vorherigen
Regenfälle bzw. des Tauens von Schneedecken waren die obersten
Bodenschichten zudem sehr feucht. Alles in allem förderliche
Bedingungen für die nächtliche Bildung von Nebel bzw. Hochnebel.
Dieser wurde tagsüber dünner bzw. wurde von den Rändern her
aufgelöst. Gleichzeitig fand eine Verfrachtung mit der bodennahen
Luftströmung statt. Bei meist schwachem Wind aus dem Sektor Ost bis
Süd staute sich die feuchtkalte Luft der Grundschicht an den Süd-
bzw. Osthängen der südlichen und einiger zentraler Mittelgebirge.
Dort konnte der Hochnebel sich bis zum Tagesende halten und sich in
der Folgenacht wieder verdichten bzw. ausbreiten.
Dies hatte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Anzahl der
Sonnenstunden, sondern auch auf die 2 Meter Temperatur. In den von
früh bis spät sonnigen Gebieten wurde die maximal mögliche
Sonnenscheindauer von etwa 10 Stunden erreicht. Zugleich stieg die
Temperatur deutlich über die 10-Grad-Marke und am gestrigen
Donnerstag örtlich auch auf 20 Grad wie zum Beispiel in Metzingen bei
Reutlingen mit 20,4 Grad. In den vom Dauergrau geplagten Regionen
lagen die Höchstwerte dagegen zum Teil nur im einstelligen Bereich.
Zum Beispiel war in Meiningen an der Werra im Süden Thüringens
gestern mit 6,8 Grad bereits das Tagesmaximum erreicht.
Häufig lag zwischen grau und blau nicht einmal eine besonders große
Distanz. Beispielsweise gab es an der Station am Frankfurter
Flughafen gestern nur 25 Minuten Sonnenschein, in Michelstadt im
Odenwald dagegen schien die Sonne 7:32 Stunden. Auch höher gelegene
Stationen befanden sich in der Sonne, weil sie über das Nebelmeer
herausragten. So registrierte die Station auf dem Feldberg im Taunus
gestern 8:18 Stunden Sonnenschein. Diese kleinräumigen Unterschiede
machen die Vorhersage schwierig und am Ende kann es bedeuten, dass
man im Grau sitzt, obwohl die App oder der Wetterbericht etwas
anderes zuvor vermittelten.
Am heutigen Freitag waren Nebel- und Hochnebel aus der Nacht heraus
nicht so verbreitet und dick wie an den Tagen zuvor, so konnte sich
die Sonne bis zum Mittag verbreitet, wenn auch nicht überall
durchsetzen.
M.Sc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.02.2026
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