DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

15-02-2026 11:30

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 15.02.2026 um 10.30 UTC



Zunächst noch winterlich kalt, ab dem Wochenende deutliche Milderung.
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 22.02.2026


Am Mittwoch schwenkt ein von Skandinavien ausgehender Randtrog von
Mitteldeutschland südostwärts. Daran gekoppelt ist ein Bodentief, das vom
Odergebiet nach Ostpolen zieht. Auf seiner Rückseite strömt erneut maritime
Polarluft nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen -5 und -10 Grad,
die vor allem im Osten für winterliche Schauer sorgt. Von Westen wandert aber
eine flache Hochdruckzone nach Deutschland, wobei in der Höhe ein weiterer
Randtrog im Nordosten in der Nacht zum Donnerstag für weitere Schneeschauer
sorgt.

Am Donnerstag zieht ein hochreichendes Cut-Off-Tief von Frankreich nach
Oberitalien und sorgt in diesen Regionen für teils kräftige Niederschläge.
Gleichzeitig schwenkt ein Höhenkeil von der Nordsee nach Nordwestdeutschland und
stützt ein abends über Norddeutschland simuliertes Hoch, das für
Wetterberuhigung sorgt.

Nach Abzug des Höhenkeiles schwenkt ein weiterer Höhenrücken nach Deutschland.
Dabei wird eine Hochdruckbrücke gestützt, die vom Seegebiet westlich Portugals
über Süddeutschland bis zum nördlichen Balkan reicht. Abends greift ein
schwacher Randtrog nebst Tiefausläufer mit etwas Niederschlag auf den Nordwesten
über.

An der Ostflanke eines weiteren Höhenrückens, der zu den Britischen Inseln
wandert, entwickelt sich nach Abzug des Troges am Samstag eine recht glatte
nordwestliche Höhenströmung. Eine Warmfront sorgt recht verbreitet für Regen und
von Westen für Milderung. In 850 hPa steigen die Temperaturen im Westen auf 3
Grad, am Boden auf nahe 10 Grad.

Am Sonntag wird der Höhenrücken von Westen regeneriert und schwenkt zur Nordsee.
Kräftige WLA an der Nordostflanke eines Hochs über Südfrankreich sorgt aber für
unbeständiges Wetter mit dichter Bewölkung und leichten Regenfällen. Auch im
Nordosten steigen die Temperaturen in 850 hPa in den positiven Bereich.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der neue IFS-Lauf zeigt gegenüber dem gestrigen 00-UTC-Lauf bereits am Mittwoch
größere Unterschiede. Im alten 00-UTC-Lauf sollte bereits ein Frontensystem im
Westen und Süden sowie in der Mitte Deutschlands für aufkommende Niederschläge
sorgen.
Im neuen Lauf und auch im gestrigen Mittags-Lauf wird Deutschland noch nicht vom
Frontensystem erfasst. Dagegen sollen im Norden und Osten, anfangs auch in der
Mitte noch teils winterliche Schauer fallen.

Selbst am Donnerstag wird Deutschland im aktuellen Lauf nicht vom Niederschlag
des über Frankreich zum Mittelmeer ziehenden Tiefs erfasst und von Westen setzt
sich Hochdruckeinfluss durch. Die externen Modelle zeigen im Süden Deutschlands
dagegen vorübergehend Schneefall. Der gestrige 00-UTC-Lauf simuliert das Tief an
der Westgrenze Deutschlands mit Schneefällen bis ins südliche Norddeutschland.
Am Freitag werden nach dem gestrigen 00-UTC-Lauf in der Südhälfte noch
Schneefälle simuliert und die Niederschläge gehen in der Südwesthälfte in
Warmfrontniederschlag über.
Die beiden aktuellsten Läufe bringen dagegen Wetterberuhigung im Bereich eines
über Süddeutschland ostwärts wandernden Hochs und die nächste Warmfront greift
erst abends auf den Nordwesten über. Diese Variante ist recht wahrscheinlich.

Am Wochenende sorgt nach den beiden letzten Modellläufen des IFS kräftige WLA in
Verbindung mit teils schleifenden Fronten für Regenwetter in Deutschland und
kräftige Milderung setzt ein. Damit würde es im Westen zweistelligen Höchstwerte
geben, was auch plausibel ist.
Der alte 00-UTC-Lauf stellte auf eine Nordwestlage um mit teils winterlichen
Schauern im Norden.
__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


GFS (von 06 UTC) und das japanische Modell lassen im Laufe des Mittwochs bis
Donnerstagfrüh die Niederschläge des von Frankreich nach Italien ziehenden Tiefs
etwa bis zur Main-Linie vorankommen, auf der Nordseite des Niederschlagsgebietes
fällt Schnee. UK10 lässt den Niederschlag bis nach Baden-Württemberg und
Südbayern sowie bis zur Pfalz vorankommen.
Bei ICON (von 00 UTC und 06 UTC) wird der Süden Baden-Württembergs und der
Alpenrand ab Mittwochabend bis Donnerstagmittag von Schneefällen erfasst.
Anschließend gleichen sich die Modelle meist wieder an (Zwischenhocheinfluss, am
Wochenende Milderung mit Regen).
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse stellt von anfänglicher negativer NAO ab Freitag allgemein
auf positive NAO um. Dabei werden von Freitag bis Sonntag 6 Cluster bestimmt.
Die ersten 5 Cluster ähneln hierbei der operationellen Version und lassen kaum
auf ein anderes Wettergeschehen schließen. Lediglich der 6. Cluster mit 4
Modellruns zeigt im Bodendruckfeld noch ein Szenario, in dem die Fronten nur
zögerlich durchgehen und insofern die kalte Luft in der Osthälfte noch länger
wirksam sein könnte.

In der Rauchfahne von Offenbach steigt die Temperatur im Mittel von rund -5 Grad
bis Sonntag auf Werte um oder über null Grad an und die
Niederschlagswahrscheinlichkeit geht ab Samstag deutlich nach oben. Die Westlage
mit dem Einfluss milderer Atlantikluft schlägt also am Wochenende wahrscheinlich
durch.

Die Milderung in 850 hPa setzt sich auch bei der 2-Meter-Temperatur durch.
Während anfangs noch unterdurchschnittliche winterliche Temperaturen angesagt
sind, gibt es am Wochenende überall eine deutliche Milderung, vor allem zum
Sonntag hin. Dann ist praktisch auch kein Nachtfrost mehr zu erwarten (außer
Vorpommern).
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Die Wahrscheinlichkeit für signifikante Wettererscheinungen ist zunächst recht
gering. Donnerstegfrüh ist aber im Osten und Nordosten, Freitagfrüh im Südosten
örtlich strenger Frost möglich.
Ab Samstag sind auf den Bergen Sturmböen wahrscheinlich und an der Küste
exponiert nicht ausgeschlossen. In den Früh- und Vormittagsstunden ist im Norden
und Osten auch gefrierender Regen gering wahrscheinlich.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, operationelle Modelle
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden