Thema des Tages
13-02-2026 14:50
Wissenschaft kompakt
Was haben die Herren Rosenthal und Mie mit dem 13. Februar zu tun?
Am heutigen Freitag würde Gottfried Erich Rosenthal seinen 281.
Geburtstag feiern. Daneben jährt sich heute der Todestag von Gustav
Mie zum 69. Mal. Diesen beiden Persönlichkeiten sei das heutige Thema
des Tages gewidmet.
Am heutigen Freitag feiern, wie an jedem Tag des Jahres, viele Leute
ihren Geburtstag. Naturgemäß befinden sich darunter einige namhafte
Leute. Daneben jähren sich heute, auch wie an jedem Tag des Jahres,
die Todestage vieler Leute, darunter ebenfalls einige namhafte. Ein
spezielles Augenmerk soll an dieser Stelle auf zwei gelegt werden,
die in der Meteorologie ihre Spuren hinterließen.
Da wäre zum einen Gottfried Erich Rosenthal. Er wurde am 13. Februar
1745 in Nordhausen geboren und war neben seiner Tätigkeit als
Messgerätebauer ein sogenannter herzoglicher Bergkommissarius, ein
höherer Bergbeamter im Kurfürstentum Sachsen-Gotha. Daneben war er
ein Pionier der Meteorologie, auch wenn er in diesem Fachgebiet
vielleicht nicht gerade zu den bekanntesten zählt.
Als Sohn eines Bäckermeisters interessierte er sich bereits früh für
Mathematik. Die exakte Bestimmung von Maßen und Gewichten war ihm
genauso wichtig wie Feldmessungen, bei denen er seine guten
geometrischen Kenntnisse einbringen konnte. Seine meteorologische
Forschungsarbeit begann damit, dass er zunächst ein Barometer des
Schweizer Erfinders Jean-André Deluc verbesserte. Mit diesem bestieg
er 1780 den Brocken. Dabei entdeckte er die Möglichkeit der
barometrischen Höhenmessung, womit er in der Folge Landkarten genauer
machen konnte.
Mithilfe der barometrischen Höhenmessung kann man über Messungen des
Luftdrucks in zwei verschiedenen Höhen die Höhendifferenz bestimmen.
Voraussetzung hierfür ist eine einheitliche absolute Temperatur in
der Atmosphäre. Der Zusammenhang zwischen der vertikalen Ausdehnung
einer Luftschicht und der entsprechenden Änderung des Luftdrucks
innerhalb dieser Luftschicht kann somit für eine qualitative
Höhen-Messmethode genutzt werden.
Daneben interessierte er sich für den Frühling und wie man ihn
terminieren konnte. Hierfür legte er zahlreiche Tabellen an und
veröffentlichte diese. Um seine Forschungen finanzieren zu können,
baute er meteorologische Messgeräte. Dies machte ihn sogar mit Johann
Wolfgang von Goethe bekannt, der ihn scherzhaft als "Nordhäuser
Wetterpropheten" bezeichnete.
Am 26. Mai 1813 starb er 68-jährig in Nordhausen. Als Ehrung für
seine Arbeit ist in seiner Heimatstadt eine Straße nach ihm benannt.
Eine andere Persönlichkeit des heutigen Tages ist Gustav Adolf Feodor
Wilhelm Ludwig Mie, der am 29. September 1868 in Rostock geboren
wurde. Ab 1886 studierte er Mathematik und Physik in Rostock und
Heidelberg. Daneben besuchte er auch Vorlesungen anderer Disziplinen.
1891 promovierte er mit der Schrift "Zum Fundamentalsatz über die
Existenz von Integralen partieller Differentialgleichungen". Nach
seiner Habilitation 1897 an der Technischen Hochschule Karlsruhe
hatte er in seiner wissenschaftlichen Karriere verschiedene
Positionen an unterschiedlichen Instituten inne. Ab 1924 arbeitete er
schließlich bis zu seiner Emeritierung 1935 an der Universität
Freiburg. Am 13. Februar 1957 starb er 88-jährig in Freiburg.
Bei seiner Forschungsarbeit widmete er sich unter anderem dem
Streuungsverhalten von elektromagnetischen Wellen. Nach ihm wurde
dann auch die Mie-Streuung benannt. Diese beschreibt die elastische
Streuung elektromagnetischer Wellen an sphärischen Objekten, deren
Durchmesser in etwa der Wellenlänge der Strahlung entspricht oder
größer ist als diese. Zudem müssen bei der Mie-Streuung die
Materialeigenschaften der streuenden Teilchen beachtet werden.
Als kleiner Exkurs: Bei der Rayleigh-Streuung ist dies anders.
Unabhängig von den Materialeigenschaften beschreibt diese die
elastische Streuung elektromagnetischer Wellen an kugelförmigen
Teilchen, deren Durchmesser deutlich kleiner ist als die Wellenlänge.
Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel die Streuung von Licht an
kleinen Molekülen. Mit dieser lässt sich unter anderem erklären,
warum der Himmel blau erscheint und warum dieser am Morgen und am
Abend in Rottönen leuchten kann
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/3/9.html).
Trotz unterschiedlicher Werdegänge hinterließen die Herren Rosenthal
und Mie ihre Spuren in der Meteorologie. Wie in jedem anderen Metier
auch ist es aber immer wieder spannend zu erfahren, wie persönliches
Interesse zu Entdeckungen und Erfindungen anspornen kann.
M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.02.2026
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