DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 191800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 19.05.2013 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
In der Mitte anfangs noch kräftige Gewitter (teils UNWETTER). Im Westen gebietsweise 
ergiebiger Dauerregen (teils UNWETTER).

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
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Aktuell ... befindet sich Deutschland im Wirkungsbereich eines umfangreichen Höhentiefs, 
das quasi Frankreich, die Biscaya, die Iberische Halbinsel und Teile des westlichen 
Mittelmeers überdeckt. Auf der Ostflanke läuft ein Sekundärtrog von den Alpen her nach 
Süddeutschland hinein, wodurch vor allem die mittleren Landesteile zunehmend auf die 
hebungsrelevante diffluente Vorderseite gelangen. 
Im Bodenniveau liegt eine Dreiteilung der Druckverteilung vor. Norddeutschland wird von 
den Wolken eines sich allmählich auffüllenden Tiefs über Dänemark beeinflusst. Südlich 
davon schließt sich leichter Zwischenhocheinfluss an, der einem Streifen von NRW bis 
hinüber nach BB und Sachsen wolkenarmes Wetter beschert (Stand 15 UTC). Letztlich folgt im
Süden und in Teilen der Mitte der relevanteste Part dieser Dreiteilung in Form einer 
Tiefdruckrinne mit eingelagerter Luftmassengrenze, die kühle Meeresluft im Südwesten von 
labil geschichteter Warmluft im Osten und der Mitte trennt. Bedingt durch einen großen 
Temperaturgegensatz hat sich eine thermische direkte Zirkulation ausgebildet, die 
wahrscheinlich auslösendes Moment für einen Gewitterstreifen war, der um 15 UTC etwa von 
Niederbayern über Unterfranken bis in den Südosten Hessens reichte. Dieser Streifen wird 
sich in den nächsten Stunden noch etwas nach Norden bewegen, so dass vor allem auch 
Thüringen; Sachsen und weitere Teile Hessens davon erreicht werden, bevor die konvektiven 
Umlagerungen im Laufe der kommenden Nacht ganz allmählich abnehmen. Zunächst mal muss aber
noch mit kräftigen, lokal auch unwetterartigen Gewittern gerechnet werden, die von 
Starkregen, Hagel und/oder Sturmböen begleitet werden können. 
Quasi abgesetzt von den Gewittern verlagert sich ein Regengebiet, das auf der kalten Seite
der Luftmassengrenze auftritt, ganz allmählich zur Mitte hin. Dabei wird von der Numerik 
nach Westen hin eine Intensivierung der Niederschläge simuliert, die bis in den 
Unwetterbereich reicht und ihren Schwerpunkt im Bereich Rheinland-Pfalz hat, wo ja die 
Unwetterwarnungen vor Dauerregen bereits am Morgen herausgegeben wurden. GME und NAE-UKMO 
bieten knapp über 50mm/12h, COSMO-EU sogar rund 70mm/12h jeweils im Bereich der Mosel an. 
Unterstützung bekommen die deterministischen Modelle von COSMO-DE-EPS, das mit 
Wahrscheinlichkeiten von 50 bis 80% für Regenmengen >40mm/12h genau in der gleichen Region
aufwartet. Offensichtlich werden die Regenfälle durch ein sich im Dreiländereck 
Hessen-RP-NRW einnistendes Randtief quasistationär, was die hohen Summen in der Umgebung 
erklärt. Hinzu kommen schauerartige Verstärkungen und möglicherweise auch noch ein 
eingelagertes Gewitter. 
Auf der Südseite der langsam nordwärts schwenkenden Tiefdruckrinne frischt der Südwestwind
zunächst im Süden, später auch in der Mitte mitunter stark böig auf mit Böen 7 Bft, ganz 
vereinzelt auch 8 Bft. 
In Norddeutschland verläuft die Nacht ruhig, stellenweise bildet sich Nebel.
   
Montag ... zieht sich das Höhentief in die Länge und bekommt eine dipolartige Struktur. 
Ein Drehzentrum verlagert sich über der Iberischen Halbinsel langsam nach Süden, das 
zweite erreicht von der Schweiz her Südwestdeutschland. Dabei fächert der 
Potenzialgradient mehr und mehr auf, so dass die Dynamik immer schwächer wird, was auch 
für die Hebungsvorgänge zutrifft.
Die Bodentiefdruckrinne zieht sich mit der eingelagerten Okklusion allmählich nach Norden,
wodurch sich auch der zugehörige Regen bis nach Nordwestdeutschland verlagert. Dabei setzt
sich die bereits in der zweiten Nachthälfte eingeleitete Abschwächung der Niederschläge 
fort, so dass Warnungen vor Stark- oder Dauerregen nicht mehr nötig sein werden bzw. 
vorzeitig aufgehoben werden können.
Rückseitig der Luftmassengrenze weitet sich von Südwesten her relativ kühle Meeresluft bis
weit nach Norden aus, wobei die anvisierten Temperaturmaxima zwischen 12 und 18°C liegen 
dürften. Das Wetter gestaltet sich dabei recht wechselhaft mit einzelnen Schauern, die 
sich vornehmlich im Süden und Westen entwickeln. In Süddeutschland sind auch lokale 
Gewitter möglich, die aber nicht die Qualität der heutigen Gewitter aufweisen und am 
ehesten noch mit Starkregen verbunden sein können. Eine leichte Gewitterneigung gibt es 
auch im Nordosten Deutschlands, wo sich noch Reste der Warmluft befinden (Tmax um oder 
etwas über 20°C). Die Hauptgewitteraktivität soll sich aber über Polen abspielen. 
 
Dienstag ... verlagert sich das Höhentief von Südwestdeutschland her Richtung Polen. Damit
bleibt das Umfeld im Bereich des Vorhersageraums zyklonal geprägt. Das Bodentief verlagert
sich zur mittleren Ostsee und die zugehörige Okklusion schwenkt von Nordwesten her in den 
Vorhersageraum. Dabei werden in Nordwestdeutschland Regenfälle induziert, die mit 
einzelnen Gewittern durchsetzt sein können. COSMO-EU wartet punktuell mit bis zu 30mm/12h 
auf, was aber von den anderen Modellen nicht bestätigt wird.
Ansonsten kommt es in der weiterhin wetterbestimmenden kühlen Meeresluft bevorzugt im 
Westen und Süden zu Schauern, vereinzelt (Süden) auch zu Gewittern. Die Temperatur 
erreicht Maxima zwischen 12 und 20°C mit den höheren Werten im Osten.
   
Mittwoch ... steigt das Potenzial zwischen den beiden Höhentiefs kurzzeitig an, bevor vom 
Nordmeer und der Nordsee her ein neuer Trog auf den Vorhersageraum übergreift. Am Boden 
verstärkt sich das Tief über der Ostsee, wodurch auch der Gradient auf der Westflanke 
zunimmt. Dadurch frischt der auf West bis Nordwest drehende Wind im Norden und Nordwesten 
stark böig auf, an der Nordsee sind stürmischen Böen möglich. Darüber hinaus zieht eine 
Kaltfront südostwärts über Deutschland hinweg, wodurch sich der Regen nach Süden und Osten
verlagert. Dort sind auch einzelne Gewitter möglich. Von der Nordsee her sinkt die 
850-hPa-Temperatur auf unter 0°C.                                


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Basisfelder werden von den Modellen ähnlich simuliert, und auch hinsichtlich der 
Niederschlagsentwicklung in den nächsten 24 Stunden hat eine Anpassung stattgefunden 
(siehe auch Text). 


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann 

Quelle: DWD
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